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Kupferklause in Rheindorf: Konzession für Außenbetrieb entzogen

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Wirt Helmut Irion und Stammgast Silke Reuter vor der Kupferklause in Rheindorf.  Foto: Ralf Krieger
Helmut Irion, Wirt der Rheindorfer Kneipe Kupferklause, ist vom Ordnungsamt die Konzession für den Außenbereich entzogen worden - aus Lärmschutzgründen. Immer wieder gab es Ärger mit einigen Nachbarn.  Von
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Rheindorf

Gastwirt Helmut Irion versteht die Welt nicht mehr. Genauer gesagt: Die Paragrafen- und Behörden-Welt. Seit drei Wochen darf er in der „Kupferklause“ in Rheindorf seine Gäste nicht mehr draußen bewirten. „Das Ordnungsamt hat mir die Konzession für den Außenbereich entzogen“, klagt Irion. Bier und andere Getränke dürfen nur noch in der Kneipe konsumiert werden. Immer wieder hatten sich Nachbarn der Kneipe, die an der Ecke Butterheider Straße/Katzbachstraße liegt, bei Ordnungsamt und Polizei über die Lautstärke der Gäste beschwert. „Dabei hatte ich draußen nur einen Tisch stehen, wo dann höchstens zehn Leute saßen“, erzählt der Wirt und fügt hinzu: „Ich kann den Leuten doch nicht das Reden und Lachen verbieten?!“

Irion steht seit drei Jahren in der „Kupferklause“ hinterm Tresen. Probleme mit einigen Nachbarn habe es aber schon bei seinen Vorgängern gegeben. „Das sind zwei, drei Leute. Mit den anderen Nachbarn gibt es keine Probleme, selbst nicht mit den Leuten, die über der Kneipe wohnen.“ Schon vor einem Jahr ordnete das Amt an, dass die die Fensterfront des Ladenlokals geschlossen bleiben muss. Im Oktober 2012 kontrollierte ein Mitarbeiter des Ordnungsamts die „Kupferklause“. Obwohl Fenster und Türen geschlossen waren, sei die Geräuschkulisse der Gäste 30 Meter entfernt wahrnehmbar gewesen, heißt es in einem Schreiben der Stadtverwaltung an den Wirt: „Die Geräuschkulisse entstand ausschließlich durch Personen an der Theke, die dort knobelten.“

„Tja, an dem Abend haben wir, wie so oft, Schocken gespielt“, erzählt Silke Reuter. Sie ist Stammgast und Reinigungskraft in dem Lokal; außerdem eines von 30 Mitgliedern im Sparclub, der sich regelmäßig dort trifft. Sie bestätigt, dass es immer wieder Ärger mit einigen Nachbarn gebe. „Aber müssen wir uns als asoziales, arbeitsloses Pack beschimpfen lassen, nur weil wir hier zusammensitzen und lachen?“, fragt sie. Im Juli feierte Reuter im Lokal ihren Geburtstag. „Wir saßen mit sieben, acht Leuten draußen, als wir plötzlich bemerkten, dass wir von einem Nachbarn gefilmt werden“, erzählt die Rheindorferin, „da sind einige Leute natürlich auf die Palme gegangen.“ Es folgten Beschimpfungen – und einige Tage später standen wieder Mitarbeiter des Ordnungsamtes in der „Kupferklause“.

Sie teilten dem Wirt mit, dass die Genehmigung zur Nutzung der Außenfläche mit sofortiger Wirkung widerrufen wird. In der Begründung schreibt der Fachbereich Recht und Ordnung: „Der Gesundheitsschutz der Anwohner wiegt schwerer als die Einschränkungen, die Sie aufgrund dieser Verfügung hinnehmen müssen.“ Die Beschwerdeführer fühlten sich durch den Betrieb der Gaststätte ganztätig erheblich gestört, heißt es weiter. Und: Wer um Ruhe bitte, werde von den Gästen beschimpft. Als Beweis führt das Amt „vorliegende Bilder und Videos“ auf. Ob es rechtens ist, dass von Nachbarn gemachte Aufnahmen gegen ihn verwendet werden, fragt sich Irion, der mit Hilfe einer Anwältin gegen den Beschluss der Stadt vorgehen will.
Silke Reuter war mit einigen Freunden von der Geburtstagsparty schon bei der Polizei, um Anzeige gegen den Videofilmer zu stellen.

Sommerfest findet statt

Dass sich die Stimmung zwischen Gästen und einigen Nachbarn in den vergangenen Jahren hochgeschaukelt hat, bestreiten weder Irion noch Reuter. Sie sehen durch die Verfügung des Amts aber die Zukunft der „Kupferklause“ in Gefahr. Selbst das jährliche Sommerfest des Sparclubs wollte das Amt untersagen. Dabei, so der Wirt, stelle er nur die Räume zur Verfügung, sei aber nicht der Veranstalter. Das habe das Amt nicht interessiert, berichtet Reuter – bis sich Mitglieder der Bürgerliste einmischten und sich beim Ordnungsamt erkundigten. „Siehe da, wir dürfen unser Sommerfest am 31. August doch feiern“, so Reuter. Mitglieder der Bürgerliste, die als Gäste der Kneipe auf den Streit aufmerksam geworden waren, wollen nun vermitteln. Am Freitag sollen sich Wirt, Stammgäste und Nachbarn zusammensetzen – auf neutralem Boden, im Kleingartenverein Butterheide.

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