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Marine-Tambour-Korps: Zapfenstreich für den Schützling

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Es blieb nicht das einzige Lied: Marion Neuhaus (im Rollstuhl) freute sich sehr über das musikalische Ständchen.  Foto: Britta Berg
Der Marine-Tambour-Korps der Sankt-Sebastianus-Schützen aus Düsseldorf-Unterrath hat der geistig behinderten Marion Neuhaus in Rheindorf einen Zapfenstreich gespielt. Ihr Vater war früher Ehrenmitglied im Schützenverein.  Von
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Rheindorf

Der kleine Garten hinterm Haus in der Burgstraße 49 in Rheindorf füllt sich mit Musikern. Im Haus leben 16 Menschen mit geistiger Behinderung; die Musiker sind das Marine-Tambour-Korps der Sankt-Sebastianus-Schützen aus Düsseldorf-Unterrath, die gekommen sind, um einem der Bewohner den Zapfenstreich zu spielen. Marion Neuhaus, geboren mit Down-Syndrom, ist zwar bis zum heutigen Tag kein Mitglied, trotzdem stand sie in enger Verbindung mit dem Tambour-Korps.


„Der Vater von Marion war Ehrenmitglied in unserem Schützenverein, und so kam es, dass Marion immer wieder bei Schützenfesten dabei war und dort durch ihre Lebensfreude auffiel“, erzählt Michael Gutzeit vom Tambour-Korps, „wir haben ihr im Laufe der Zeit mehrere Instrumente geschenkt, und jedes Jahr beim Schützenfest kamen wir sonntags um 6 Uhr und weckten Marion mit unserer Musik. Sie kam daraufhin rausgestürmt und spielte mit.“


Vor einer Woche kam Marion dann nicht mehr rausgerannt. Von Friedrich Neuhaus, Marions Bruder, erfuhren die Schützen, dass Marion aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes nicht mehr in Düsseldorf bleiben konnte, sondern in ein Haus für Menschen mit geistiger Behinderung nach Leverkusen-Rheindorf umgezogen ist. „An dem Abend wurde der Entschluss gefasst, nach Rheindorf zu kommen“, sagt Friedrich Neuhaus.


Große Freude


Als das Korps zu spielen anfängt, ist die Begeisterung bei allen Bewohnern und Angestellten groß, und auch Marion Neuhaus, die ihre Arme kaum noch bewegen kann, sieht man die Freude an. Zum Schluss bekommt Marion Neuhaus neben einem Strauß Blumen auch noch eine richtige Mütze des Tambour-Korps und ein Dokument, das sie als Ehrenmitglied der Schützen ausweist. „Normalerweise nehmen wir keine Frauen auf, aber für Marion machen wir eine Ausnahme“, sagt Gutzeit.


Nach der Musik geht es mit der Familie Neuhaus, den Musikern und den Hausbewohnern noch in den großen Aufenthaltsraum des Hauses. Dort wird Kartoffelsalat mit Würstchen serviert. „Da haben wir nichts mit zu tun, dass hat das Haus ganz allein gemacht“, schwärmt Friedrich Neuhaus. Und: „Dieses Haus ist perfekt. Man merkt, dass die Angestellten die Pflege mit Herz gestalten. Es geht hier keinem bloß ums Geldverdienen.“

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