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Neue Bahnstadt: Der Mauerbau zu Opladen

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Die Lärmschutzwand vom KAW aus gesehen, mit Podest (links) und in der Mitte einer Absenkung, die den Blick In Richtung Funkenturm freigibt.  Foto: Ralf Krieger
Der Lärmschutz am Kulturausbesserungswerk misst fünf Meter und ist damit höher als die Berliner Mauer. Kritiker meinen, ein begrünter Hügel wäre schöner gewesen.  Von
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Leverkusen

Kann eine fünf Meter hohe Betonwand, die die Berliner Mauer um 1,5 Meter überragt, ein verbindendes Element sein? Aus Sicht von Städteplanern schon. Die massive Lärmschutzwand, die zwischen dem Wohngebiet auf dem nordöstlichen Gelände der Neuen Bahnstadt Opladen und dem benachbarten Kulturausbesserungswerk (KAW) errichtet worden ist, soll die Nachbarn friedensstiftend vor einander schützen und ist Voraussetzung für eine Wohnbaugenehmigung.


„Es handelt sich um eine Gemeinschaftswand, die von KAW und Bahnstadt zusammen geplant worden ist“, erklärt Bahnstadt-Pressesprecherin Irmgard Schenk-Zittlau. Doch auf der anderen Seite der Mauer ist man unzufrieden. „Man fragt sich, was das mit der anfänglich propagierten offenen Bahnstadt zu tun hat“, so Rita Schilling vom Flüchtlingsrat, die ihr Büro am KAW hat. Dass der Lärmschutz eine so hohe Wand erfordern würde, haben viele so nicht erwartet.

Ist diese Mauer angemessen?

Lässt man sich die Lärmschutzwand von den Zuständigen erklären, erscheint es aber möglich, sich mit ihr zu arrangieren: Die Wand hat eine Setzkastenbauweise, die zum KAW hin als Kulturfläche genutzt werden soll, mit einem Podest, das auch als Bühne dienen kann. In den jeweiligen Kästen befinden sich Ankerhülsen zum Anbringen von Objekten. Die Wand kann auch mit Graffiti bemalt werden. Auf der anderen Seite, zum Wohngebiet hin, soll sie zum Großteil begrünt werden. Zur ästhetischen Aufwertung der Wand auf dieser Seite sollen eventuell die Originalziegel aus der abgerissenen Steppenwolfhalle verwendet werden. Das Umfeld noch begrünt, der Durchgang beleuchtet werden.


Für Ruhebedürfnis der Anwohnern hat man im KAW wie im Jugendhaus Verständnis: „Tagsüber fußballspielende Jugendliche auf dem Vorplatz, abends Veranstaltungen – dass das nerven kann, versteht hier jeder“, sagt Diana Seydel, Sozialarbeiterin im Jugendhaus Kolberger Straße. Aber muss es eine Mauer sein? KAW und das Jugendhaus hatten eine Reihe von Vorschlägen eingebracht, selbst eine Städteplanerin war beauftragt worden. Zu einem Vorschlag gehörte ein angeschütteter, begrünter Hügel. „Diese Lösung wäre nicht teurer geworden als die Mauer, auch die bebaubare Fläche wäre vollständig erhalten worden“, sagt Rita Schilling. „Im Nachhinein haben wir das Gefühl, wir sind zwar gehört worden, aber unsere Vorschläge sind nicht wirklich in Betracht gezogen worden.“


Von der Stadt gibt es keine Zweifel daran, dass die Wand auch verbindende Elemente haben kann. „Man kann sie ja rechts und links herum umgehen. In der Mitte wird sie mit einem Fenster ausgestattet, das die Sicht auf den Wasserturm der Altstadtfunken freigibt“, erklärt Schenk-Zittlau. Im KAW ist man der Auffassung, dass die Mauer eben nicht durchlässig ist und dass sie die Berührungsängste zwischen den Bevölkerungsgruppen untermauert. „Das Ihr und Wir wird durch die Mauer zementiert. Man ist eben nicht miteinander“, konstatiert Debora, eine der vielen Ehrenamtlichen im KAW.


Der Kabarettist und Musiker Wolfgang Müller-Schlesinger kann der Mauer auch Positives abgewinnen: „Sie schützt uns vor Emissionen, die Kleinfamilien den ganzen Tag über abgeben, wie Kinderlärm und brüllende Eltern.“ So kann man es auch sehen. Und da schließt er noch ein Angebot an: „Wir fänden es schön, wenn die Elternschaft, die sich hier ansiedeln will, vielleicht bei uns im KAW in Zukunft das Kindertheater mitorganisiert.“

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