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Schulen: Klassenfahrten stehen auf der Kippe

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Schulleiter dürfen Klassenfahrten nur noch genehmigen, wenn die Reisekosten der Begleitlehrer komplett erstattet werden. Darum sind weitaus weniger Reisen möglich. Wahrscheinlich kann nur noch ein Jahrgang pro Schule auf Fahrt gehen.  Von
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Was seit dem Herbst diskutiert wurde, ist seit dieser Woche Praxis: Schulleiter dürfen Klassenfahrten nur dann genehmigen, wenn die Lehrer ihre Reisekosten komplett erstattet bekommen. Für die Lehrer steht den Schulen Geld vom Land zur Verfügung - die Summe reicht aber längst nicht für alle Ausflüge, Klassenfahrten und Austauschprogramme. Die meisten Lehrer verzichteten bislang auf die 100-prozentige Erstattung und zahlten einen Teil der Reisekosten aus eigener Tasche. Vor Antritt der Fahrt unterzeichneten sie eine Verzichtserklärung, erst dann erteilte die Schulleitung die Genehmigung. Diese Praxis hat nun ein Ende. Schon im Oktober hatten zwei Gerichte geurteilt, dass den Pädagogen Reisekosten in vollem Umfang zustehen. Eine Fahrt nur mit einer Verzichtserklärung durchzuführen, sei unzulässig. In dieser Woche schickte die Bezirksregierung entsprechende Anweisungen an die Schulen.

"Unser bestehendes Klassenfahrtkonzept kann ich also nicht mehr genehmigen", sagt Bruno Bermes, Leiter der Gesamtschule Schlebusch. Die zur Verfügung stehenden Mittel reichten nicht aus, um im nächsten Schuljahr wie gewohnt die Stufen 7, 10 und 13 auf Reisen zu schicken. "So wie es aussieht, können wir das nur noch mit einem Jahrgang machen", beklagt Bermes. Über das Klassenfahrtkonzept wird in den nächsten Wochen die Schulkonferenz beraten, in der Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter sitzen. Laut NRW-Schulministerium sind im Haushaltsentwurf 2013, ebenso wie 2012, rund sechs Millionen Euro für Klassenfahrten vorgesehen. Über eine Erhöhung wird zwar in Düsseldorf geredet - Geld für das komplette Programm sei aber nicht zu erwarten, betont der Schulleiter aus Schlebusch: "Das ist utopisch." Bermes' Ansatz ist es deshalb nicht, noch mehr Geld vom Land zu fordern. Er wünscht sich stattdessen, dass die bisherige Praxis wieder legalisiert wird und Lehrer freiwillig einen Teil ihrer Reisekosten selbst bezahlen dürfen. Im Kollegium der Gesamtschule seien die meisten Pädagogen auch weiterhin dazu bereit.

Ist die Entscheidung richtig?

Sich auf einen Jahrgang zu einigen, der auf Klassenfahrt gehen kann, werde sicher nicht leicht, meint Bermes. "Die Abschlussfahrten der 13er sind ja etwas, was einem ein Leben lang in Erinnerung bleibt. Andererseits sind die Fahrten in der siebten Klasse für den Zusammenhalt und das gemeinsame Lernen wichtig." Ein anderes Problem, das auf die viele Schulen zukommt, ist die Stornierung bereits gebuchter Fahrten. Die Fahrten der Gesamtschule waren für September geplant, andere Schulen müssten sogar für das Frühjahr vorgesehene Reisen absagen, erzählt Bruno Bermes. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises der Schulleiter an weiterführenden Schulen und mit seinen Kollegen über dieses Thema im Gespräch: "Es stellt sich also jetzt auch noch die Frage, wer die Stornokosten übernimmt. Die Schule, die Stadt, das Land?" Bei der nächsten Sitzung der Schulleiter soll diese Frage mit einem Mitarbeiter des städtischen Rechtsamts erläutert werden. Eine Vermutung hat der Schulleiter schon: "Wahrscheinlich bleibt es mal wieder an der Stadt hängen."

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