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Stadtverwaltung: Viele Baumängel im Rathaus

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Alles andere als zufrieden ist Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn mit dem neuen Rathaus über dem Einkaufszentrum.  Foto: Ralf Krieger
Defekte Aufzüge und Rolltore, unzureichende Klimatisierung und sich wellende Teppiche. Die Mängelliste im neuen Verwaltungstrakt über dem Einkaufszentrum ist lang. Oberbürgermeister Buchhorn ist mächtig sauer über die Zustände in seinem Miet-Rathaus.  Von
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Wiesdorf

Der Hausherr muss sich bremsen, wenn die Rede auf die Mängel des Leverkusener Rathauses kommt, denn für den Oberbürgermeister ist der Bau offenbar ein Grund für häufigen Ärger. Die Kritik gipfelt in einem Satz, mit dem Reinhard Buchhorn manch einem Bürger aus der Seele spricht: „Ein Rathaus zu mieten, das ist etwas, was man besser nicht macht“. Ein hartes Urteil, auch wenn Buchhorn die Sachzwänge nicht vergessen hat, die vor wenigen Jahren zu der Entscheidung geführt haben, das Rathaus nicht auf eigene Rechnung zu bauen, sondern von den Investoren der Rathaus-Galerie bauen zu lassen und es zu mieten. Auch seine Partei, die CDU, stimmte dem zu.

Was Buchhorn merklich auf die Nerven geht, sind die vielen kleinen und größeren Mängel, mit denen sich die Mitarbeiter in den Büros oben im Ufo über dem Einkaufscenter herumschlagen müssen. Wieder und wieder, so Buchhorn, dehnten sich die einzelnen Teppichfliesen in den Büros an den Kanten hoch und bildeten dadurch Stolperfallen – auch im Ratssaal. Besonders bei warmem Wetter müssten die Platten immer wieder gekürzt werden. Buchhorn: „Ich befürchte, dass dann dort Ritzen entstehen, wenn es kälter wird und sich die Platten zusammenziehen“. Das ist aber nur ein kleineres Problem. Größere Pein verursacht das metallene Rolltor an der Ausfahrt der Parkgarage, das sich nach Geschäftsschluss eigentlich automatisch öffnen sollte. Eine geschlagene Stunde seien sein Chauffeur und er dort nach einem Defekt stecken geblieben, bis endlich ein Monteur aus Köln gekommen sei. Sein Ex-Büroleiter und frisch ernannter Kämmerer Markus Märtens, der oft spät aus der Garage herausfährt, winkt ab: Ihm sei das schon sechs Mal passiert. Unerträglich findet Buchhorn das.

Häufig defekte Fahrstühle

Über zwei Fahrstühle, deren Kapazität oftmals nicht reicht, ist das Rathaus zu erreichen. Wenn sie funktionieren. Oft sei einer defekt, dann vergehe ein halber Tag, bis jemand komme, einmal seien sogar beide gleichzeitig ausgefallen, sagt Buchhorn. Der Weg über die Treppe hinauf in den vierten Stock ins Bürgerbüro ist für viele nicht zu schaffen – ein Mangel der Architektur, die aber nicht nur zu kritisieren sei: „Es sieht ja alles gut aus, von außen“, sagt Buchhorn.
Das Entree, der Glaskasten unter dem Schriftzug Rathaus, hat auch seine Tücken. Neulich wurde es dort derart heiß, dass jetzt eine Klimaanlage eingebaut werden soll. Die Empfangsleute könnten doch die Bürger nicht total verschwitzt begrüßen, findet Buchhorn.

Auch im Ratssaal wölben sich die Teppichplatten.
Auch im Ratssaal wölben sich die Teppichplatten.
Foto: Ralf Krieger

Auf Kosten der Stadt musste dort unten schon eine zusätzliche Tür eingebaut werden, damit Kollegen, die später Schluss machten, auch hinauskämen: Mit den elektrischen Türen hatte es Probleme gegeben, man hätte einen zusätzlichen Wachmann benötigt. Viel zu heiß sind Buchhorn auch die Büros – wer abends vergesse, die Jalousien zu schließen, dem heize die Morgensonne das Büro auf. Die Klimaanlage sei einfach zu schwach. Das Problem an einer gemieteten Immobilie sei, dass man erst mal „Bitte, bitte“ sagen müsse, wenn ein Mangel auftrete, sagt Buchhorn, die Leute vom Vermieter ECE, der technische Leiter und die Centermanagerin seien alle nett und hilfsbereit, „aber die dürfen offenbar auch nicht schalten und walten wie sie möchten“. Sprich: Es dauert manchmal, bis Handwerker die Mängel endlich beseitigen.

500 000 Euro kostet die Jahresmiete laut Buchhorn. Einmal schon hat die Stadt die Miete für eine ganze Weile um zehn Prozent gemindert. Aber dann hat man wieder gezahlt. Buchhorn: „Wir wollen ja auch keinen Krach mit dem Vermieter.“ Das Center mit dem Rathaus oben drauf wurde schnell gebaut, das habe wohl am Ende auch Folgen für die Qualität gehabt, sagt Buchhorn, „aber wer weiß, ob wir es besser gemacht hätten, wenn wir das als Stadt selbst gebaut hätten“. Neuerdings schlackern die Toilettenbrillen auf den Schüsseln, sie lassen sich nicht mehr festziehen. Buchhorn: „Das ist wahrscheinlich auch nicht die beste Ware. Ich bin einfach nicht zufrieden.“

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