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Wiesdorfer Markt: Die Kirche zieht nicht mit

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Die Geschäftspavillons an der Ecke Breidenbachstraße und Hauptstraße, die der Kirche gehören, sollen bleiben.  Foto: Ralf Krieger
Die Stadt muss ihre Vorstellungen zum Wiesdorfer Markt zu den Akten legen. Die Politiker wollten den Pavillon am Markplatz abbrechen, um einen großen Platz zu schaffen. Doch die Gemeinde plant nun selbst - ohne Abbruch.  Von
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Wiesdorf

Die katholische Kirchengemeinde Sankt Stephanus hat sich für ihre Wiesdorfer Immobilien festgelegt: Den von der Stadt gewünschten Abbruch der Pavillons am Marktplatz wird es nicht geben. Die Stadtverwaltung hatte gehofft, durch den Abbruch einen großen Platz an der Herz-Jesu-Kirche zu schaffen, den Marktplatz dorthin zu verlegen und so ein städtebauliches Gegengewicht zum übermächtigen Handelsplatz Rathaus-Galerie zu schaffen. Die westlichen Abschnitte der Innenstadt, so die Theorie, sollten so belebt werden. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn wirkt sehr enttäuscht: „Eine Entscheidung, nicht im Sinne der Stadt, aber ich muss mich der Kirche beugen, die ist Eigentümerin.“ Jetzt müsse man das Beste draus machen und sehen, was sich im Westen Wiesdorfs noch an Verbesserungen machen lasse. Buchhorn: „Die Kirche ist der Meinung, dass sie sich dort den Menschen öffnen kann. Das wird die Zukunft zeigen.“

Für das Pfarrheim am Marktplatz hatten sich Investoren interessiert, einer hatte einen Bau geplant, der sich entlang der Breidenbachstraße auch auf den heutigen Marktplatz erstrecken sollte. Die Entscheidung, die vom Erzbistum mitgetragen wird, traf ein Fachgremium aus Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und Pfarrer Ralf Hirsch. Hirsch sagte: „Wir wollen das bestehende Gebäudeensemble erhalten und ertüchtigen. Es wird nichts abgebrochen.“ Das Gremium, das sich mit Wiesdorf befasst hatte, hat konkrete Ideen, was nun mit den Kirchenimmobilien geschehen soll. Pfarrer Hirsch sagte, dass man die Immobilien nicht an einen Investor habe vergeben wollen: „Wir möchten die Räume aus eigenen Perspektiven beleben, wir möchten selbst planen.“ Grundsätzlich solle das heutige Pfarrheim, der Innenhof und Teile der Pavillons mit Blick auf die Stadtgesellschaft entwickelt werden.

Umbau wird noch dauern

Konkret soll ein Innenstadtcafé entwickelt werden, Wohnungen für junge Leute sollen im bisherigen Pfarrheimbau eingesetzt werden, die Gemeinde will die Jugendsozialarbeit ausweiten. Die Umbauten werden so schnell nicht in Angriff genommen werden. Wohin das Innenstadtcafé kommen soll, ist noch unklar: Ende 2013 soll laut Pfarrer Hirsch die Vorplanung stehen. Danach wird über Details geredet. Es hatte wiederholt Forderungen aus der Politik gegeben, dass die Kirche die Pavillons zugunsten eines Platzes abbrechen sollte.

Es gab aber immer Gegenwehr aus der Gemeinde. Der frühere Pfarrer Schulte befürchtete zu viel Halli-Galli-Veranstaltungen neben Herz Jesu, womöglich sonntagmorgens zu Gottesdienstzeiten. Im Innenhof hinter den Pavillons liegen auch zwei Pfarrer begraben, es war unklar, wie dieser Mini-Friedhof vor Müll und Dreck geschützt werden konnte. Die Pavillons mit ihren vergleichsweise günstigen Mieten sind beliebte Ladenlokale. Manche Inhaber, etwa Foto Greiss, hatten sich immer vor einem Abbruch gefürchtet.

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