Tanzen! Die Magazinparty

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Musikstile: Orientierungshilfe für Party-Anfänger

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Was wird hier gespielt? Musikstile zu erkennen ist gar nicht so leicht.  Foto: Magazinparty
Was ist das denn für Musik??? Tanzbar ist fast jeder Stil, aber nicht jeder Sound ist auch jedermanns Sache. Wir erklären die Merkmale und geben eine Orientierungshilfe für die nächste Party, etwa die Magazin-Party am 15. Juni.  Von
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Köln

Was Sie schon immer über Partys wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten. Vor allem natürlich: Was ist das eigentlich für Musik, zu der hier getanzt wird? Hier eine kleine Übersicht nach Stilen:

Indie
Die Konsensmusik zum Jungsein. Oder zum Gerade-eben-noch-Jungsein. In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verwies Indie-Rock auf die kleinen, unabhängigen Plattenfirmen, auf denen Musik abseits des Mainstream veröffentlicht wurde. Und viele Bands aus dieser Zeit – Joy Division, The Smiths oder die Pixies – bekommt man bis heute auf Indie-Partys zu hören. Heute kann man Indie als – wenn auch sehr diffuses – Genre bezeichnen. Die Gitarren schrammeliger, die Songstrukturen verschrobener, die in Reime gefassten Gefühle scheinbar privater als die gefühlte Mehrheiten-Musik. Diese neue Authentizität nutzen Werbeagenturen und US-Serien allerdings seit mehr als einem Jahrzehnt als rauen Untergrund zur glänzenden Oberfläche.

Tanzen! am 15. Juni

Am Samstag, 15. Juni, ist die Magazin-Party zum ersten Mal im Herbrand’s zu Gast – in der Herbrandstr. 21 in Ehrenfeld.

Ab 21.30 Uhr legt unser DJ Razoof dort wieder seine bewährte Mischung aus Pop und Dance, Worldmusic und Reggae auf. Gute Elektronik, die von afrikanischer und lateinamerikanischer Musik beeinflusst wird, gehören ebenso zu seinem Repertoire, das vor allem eins ist: tanzbar. Das Magazin-Team freut sich auf Mittänzer.

Tickets für die Magazin-Party am 15. Juni im Herbrand’s gibt es zum Preis von 11 Euro an allen Vorverkaufsstellen von Kölnticket, unter 0221/2801 oder als print@home-Ticket unter
www.koelnticket.de

Elektro
Früher, spricht der Tanzveteran, unterschieden wir nicht nur strengstens zwischen Techno und House, sondern zudem zwischen Minimal Techno, Detroit Techno, Glitch, Deep House, Vocal House und fünftausend anderen Subgenres, von Drum ’n’ Bass gar nicht erst zu reden. Heute heißt alles Elektro, oder neuerdings schlichter EDM (für Electronic Dance Music), auch wenn es eigentlich Dubstep ist. Das muss niemand verstehen. Man merke: elektronische Beats, sich wiederholende Muster, langes Durchhalten auf der Tanzfläche. Wer sich dafür zu alt fühlt, bedenke: „Was Dog A Doughnut?“, eines der ersten lupenreinen Elektro-Stücke, findet sich auf dem Cat-Stevens-Album „Izitso“ aus dem Jahre 1977.

Worldmusic
Als Weltmusik müsste man freilich jede Art irdischer Musik bezeichnen, der Begriff funktioniert nur in Abgrenzung zum vorherrschenden angloamerikanischen Pop. Und tatsächlich funktionieren viele Weltmusik-Partys als bunter Stilmix aus kubanischer Salsa, Afrobeat und jener Art von fröhlich polterndem Balkan-Pop und Russendisko-Klängen, die auf dem Balkan oder in Russland übrigens niemand hört. Egal. Das Publikum ist gesetzter, die Stimmung umso gelöster.

Metal
Falls es stimmt, dass die 1980er Jahre das goldene Jahrzehnt des Heavy Metal waren, muss man sich wundern, wie beliebt die ganz harte Gitarrenmusik immer noch ist. Das aus der Tagesschau jedermann bekannte Wacken-Festival veranstaltet mittlerweile schon eigene Kreuzfahrten. Metal lässt sich in noch mehr Subgenres aufdröseln als Elektro: Trash, Death, Speed, Black Metal, Hard- und Grindcore. Und ist längst in der Mitte auch der urbanen Gesellschaft angekommen. Ziehen Sie ein schwarzes T-Shirt an, bestellen Sie ein Bier und krümmen Sie nicht allzu übereifrig Mittel- und Ringfinger zur sogenannten Pommesgabel, dann werden Sie sich auf einer Metal-Party schon wohlfühlen.

Schlager
In den 1990er Jahren, als die Ironie zum Lebensgefühl erhoben wurde, feierte man sogenannte Bad-Taste-Partys. Auf denen konnte man zu deutschem Liedgut immer schön auf die Eins klatschen – und sich trotzdem darüber erheben. Heute stehen die Feierwilligen wenigstens zu einer Musik, deren Sinn sich erst durch die Zugabe von Alkohol erschließt. Dieter Thomas Heck allerdings würde seinen guten, alten Schlager nicht mehr wiedererkennen. Heute haben sich Blödelreime, Hannoveraner Kirmestechno, Eurodance und kölsche Tön’ zu einer Melange verdickt, die sich jederzeit auf Mallorca, in Ischgl oder auch auf einer Junggesellenparty in der Kölner Altstadt entladen kann. Kulturgeschichtlich wahrscheinlich hochinteressant.

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