Technik Kolumne
Technik-Experte Steffen Haubner beantwortet Fragen zu Computern, Handys und Fernsehern.

Vorlesen
0 Kommentare

Netzblick: Kaugummi gegen Trojaner

Erstellt
Ein Mitarbeiter des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt sitzt vor einem Computer-Bildschirm, auf dem beispielhaft der sogenannte "BKA-Trojaner" gezeigt wird. Foto: dpa
Spionage in Wohn- und Kinderzimmer: Selbst auf seriös wirkenden Internetseiten kann man sich Viren und Trojaner einfangen. Damit können Täter zum Beispiel Bankdaten auszuspähen oder Kinder zu filmen. Tipps dagegen gibt es in unserem „Netzblick“.  Von
Drucken per Mail

Sie sitzen am Rechner und sortieren Fotos. Plötzlich öffnet sich ein Fenster und das Bundeskriminalamt meldet sich mit seinem offiziellem Kopf und dem Hinweis, es habe Ihren Rechner stillgelegt.

Der Grund: Sie hätten kinderpornografisches Material auf dem Computer. Das beweist Ihnen Ihr Rechner und zeigt Ihnen kinderpornografische Bilder auf dem PC. Während Sie noch um Fassung ringen, erfahren Sie, dass Ihre Akte wieder geschlossen werden kann, wenn Sie anonym 100 Euro zahlen.

Spätestens das sollte Sie davon überzeugen, dass es auf Ihrem Computer nicht mit rechten Dingen zugeht. Der entsetzliche Vorwurf stammt von Kriminellen. Sogenannte Ransomware wie der BKA-Trojaner schleicht sich auf Endgeräte aller Art, sperrt den Nutzer aus, übernimmt unbemerkt die Kontrolle und kann fremde Inhalte wie Fotos speichern. (Hier geht es zur Hilfeseite gegen den gefälschten BKA-Trojaner)

Spionage im Kinderzimmer

Die Gefahren durch Trojaner bleiben leider nicht immer virtuell. Wer merkt, dass seine Webcam sich alleine einschaltet, sollte stutzig werden. Kürzlich wurde ein Mann verhaftet, der per Spionagesoftware Kinderzimmer filmte. Er hatte sich als "befreundeter" Schüler im sozialen Netzwerk ausgegeben und Kindern E-Mails geschickt.

Deren Anlage hatte sich nach dem Öffnen unbemerkt auf den Rechnern installiert. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme erfreute sich der Täter gerade an Mitschnitten aus vielen Mädchenzimmern.

Browser aktuell halten

Wir wollen und sollen das Internet nutzen. Zugleich müssen wir bei aller Euphorie seine Risiken einschätzen und uns schützen lernen. Man kann sich Viren auf nicht seriösen Seiten oder über E-Mail-Anhänge fangen, zum Beispiel einen niedlichen Ponybildschirmschoner.

Zum Schutz ist es wichtig, Browser und Virenscanner aktuell zu halten und sich im Ernstfall mit Programmen zur Entfernung von Schädlingen zu befassen. Und wer seine Webcam nicht braucht, kann einfach die Linse zukleben - im Zweifel ganz endgültig mit einem Kaugummi.


Auch interessant
Bildergalerien Digital
alle Bildergalerien
Videos
FACEBOOK
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!

TV-Programm
Kleinanzeigen