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Bilderbuchmuseum: Unheimlich schöne Bilder auf der Burg

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Foto: Ingrid Bäumer
Schauerliche Illustrationen aus Kinderbüchern zeigt die Ausstellung "Unheimliches" im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf. Manches Grauen offenbart sich dem Besucher erst beim zweiten Blick.  Von
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Die Wesen sind riesig, tragen spitze Hörner und reißen ihre Augen weit auf. Hungrig fixieren sie Max. Der Junge sitzt klein auf dem Waldboden, gekleidet in ein Wolfskostüm. "Die sehen nur gruselig aus", erzählt eine junge Frau ihren Eltern. "Aber eigentlich sind sie ganz lieb."

Das wissen viele der Besucher, die sich im Bilderbuchmuseum Burg Wissem die Ausstellung "Unheimliches" anschauen. Hier sind schauerliche Illustrationen aus Kinderbüchern in einer eigenen Ausstellung versammelt. "Wo die wilden Kerle wohnen" von Maurice Sendak, erschienen 1963, ist ein Klassiker und inzwischen verfilmt worden. Allerdings schien das Buch manchen Kritikern zunächst "zu grauslich", um zarte Kinderseelen damit zu konfrontieren.

Gut muss gut sein und Böse böse

Ausstellungsbesucherin Christine Röhrig und ihre Mutter Rita glauben nicht, dass der kleine Raik (4) schlechte Träume bekommt vom Anschauen der unheimlichen Kinderbuch-Bilder. "Ich lese meinem Sohn auch schon Märchen vor, und die sind ja manchmal ziemlich grausam", erzählt Christine Röhrig. Aus pädagogischer Fachliteratur wisse sie aber: So lange Gut und Böse klar voneinander zu unterscheiden sind, können Kinder auch mit Schauerlichem umgehen. Und, ganz wichtig: Die Geschichte muss ein gutes Ende haben, das Gute muss siegen. So wie im Märchen eben.

Manches Grauen offenbart sich beim zweiten Blick. Ein subtiler Schocker ist beispielsweise das Bild voller bunter Tier- und Menschengesichter, das Nikolaus Heidelbach für das Buch "Eine Nacht mit Wilhelm" angefertigt hat. "Das ist nicht unheimlich, nur unheimlich schön",scherzt ein Ausstellungsbesucher. Doch seine Tochter zeigt auf einen zähnefletschenden Hundekopf mitten zwischen den lächelnden Gesichtern: "Der sieht aus wie ein böser Kampfhund!" Und die Gesichter sind alle Masken.

Ungeheuer, Hexen, Drachen, Gespenster: Was macht uns gruseln? Die Ausstellung fordert ihre Besucher auf, es für sich selber herauszufinden. Anschauungsmaterial steht in Hülle und Fülle zur Verfügung. Schnell wird klar, dass sich Illustratoren verschiedener Genres und Stilmittel bedienen, um unheimliche Wirkung zu erzielen. Ganz oben auf der Liste der Horroreffekte stehen das Verzerren der Proportionen und das Zusammenfügen von Dingen, die nicht zusammen gehören. Schon vor Urzeiten wussten die Menschen, dass diese Kombination verstört. Auch in modernen Zeiten hat dieser Schrecken nicht nachgelassen. Zu studieren etwa an Dieter Brembs Collagen "unmögliche Tiere": Viel zu große Menschenaugen, auf dem Kopf statt Haaren die Tentakel eines Oktopus.

Schrecken des Kontrollverlusts

Susanne Smajic beschwört in einer unveröffentlichten Radierung für "Die Abenteuer des Pinocchio" Schrecken des Kontrollverlusts: Die grotesk verlängerte Nase der Holzpuppe wird von einem Vogelschwarm angegriffen. Mit ihren langen, spitzen Schnäbeln hacken die weißen Federtiere unermüdlich auf Pinocchios Nase ein.

Auch technische Apparate tauchen als Horror-Vehikel auf: Einar Turkowskis filigrane Bleistiftzeichnungen aus dem Buch "Es war finster und merkwürdig still" zeigen beispielsweise einen Mann in einem Schneckenhaus aus Stahl. Warum das so unheimlich ist? Das herauszufinden ist auch für Erwachsene spannend.

Noch bis 27. Januar ist die Ausstellung "Unheimliches" im ersten Stock des Bilderbuchmuseums Burg Wissem, Burgallee 1, zu sehen.

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