In der Diskussion um die Denkmalschutz-Fibel für die Schwarze Kolonie in Friedrich-Wilhelms-Hütte hat Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski um Verständnis für die Hausbesitzer geworben. Sowohl als Bürgermeister als auch als Anwohner sei es ihm wichtig, dass die Siedlung als Denkmalbereich erhalten bleibe, schreibt er in einem offenen Brief an den „Rhein-Sieg-Anzeiger“. „Das funktioniert auf Dauer aber nur, wenn die Inhalte der Fibel für die über 190 Eigentümer der Siedlung tragbar sind und diese damit die Inhalte der Fibel auch leben können.“
Die Stadt hatte das Regelwerk bei einem Bergisch Gladbacher Architekturbüro in Auftrag gegeben, um den Hauseigentümern in der 1981 unter Denkmalschutz gestellten Kolonie in Texten und Bildern zu erläutern, wie sie mit ihrem Denkmal umgehen sollen. Zugleich kritisiert Michael Werling, der Autor der 68 Seiten starken Fibel, aber den Umgang vieler Hausbesetzer, zu denen auch Jablonski gehört, mit ihrer Immobilie. Sie hätten durch „Renovierungen und Anbauten die bauzeitliche Struktur in ihrer Einheitlichkeit gestört“, etwa durch verschlossene Loggien in Eingangsbereichen, die Gestaltung von Treppen und Sockeln sowie durch die Verlängerung von Dachkanten. Der Bürgermeister verteidigt in seinem offenen Brief noch einmal die von ihm selbst in Auftrag gegebenen Umbauten. So sei beispielsweise der Einbau von Kunststofffenstern mit innenliegenden Sprossen (Werling: „Sprossen in Aspik“) nicht nur ausdrücklich durch die Bau- und Denkmalbehörde genehmigt, sondern sogar als denkmalpflegerische Maßnahme finanziell gefördert worden. Gleiches gelte für einen vor 25 Jahren durchgeführten Anbau an sein Haus.
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Dass „aus Sicht einiger Fachleute“ heute nur noch ein einstöckiger Anbau mit Flachdach erlaubt sein solle , sei bedenklich und bedauerlich für alle, die die vielfach nur 60 Quadratmeter großen Häuser auf eine zeitgemäße Wohnfläche bringen wollten oder müssten. „Unabhängig davon war die seinerzeit durch meine Familie veranlasste Erweiterung damals denkmalschutz- und gesetzeskonform“, schreibt Jablonski.
Schützenswert ist die Schwarze Kolonie in Friedrich-Wilhelms-Hütte. Doch manchem gehen die gesetzlichen Auflagen zu weit.
Foto: Andreas Helfer#gallery
Auf die Kritik am Bodenbelag seiner Eingangstreppe will der Bürgermeister indes reagieren. Er werde sie„unter Einbeziehung eines einschlägigen Sachverständigen nach Denkmalkriterien erneut sanieren lassen“. Gleichzeitig ruft Jablonski dazu auf, die Diskussion über das neue Regelwerk des Denkmalschutzes öffentlich fortzusetzen. Dabei müssten jedoch die Belange und die Situation vieler dort lebenden Menschen berücksichtigt werden. Sie hätten die Siedlung zu Beginn der 1970er Jahre vor dem Verfall gerettet und müssten angesichts knapper Budgets jeden Cent zweimal umdrehen.

