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Fußgängerzone: Bäume können gerettet werden

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Bedrohtes Grün: Ein Dach aus Platanenwipfeln gibt der Kölner Straße südländisches Flair. Foto: Andreas Helfer
Hans-Max Deutschle, ehemaliger Leiter des städtischen Grünflächenamts, hält wenig von den Überlegungen, Bäume in der Fußgängerzone für die Sanierung zu fällen. Aus seiner Sicht könnten die Platanen noch Jahre leben.  Von
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Das „grüne Dach“ am Eingang der Fußgängerzone ist jetzt genau so, wie es sich Hans-Max Deutschle vor 30 Jahren gewünscht hat: Der ehemalige Leiter des städtischen Grünflächenamts erinnert sich gut an die Zeit, als die Bepflanzung für die „gute Stube der Stadt“ geplant wurde – und er hält wenig von den aktuellen Überlegungen, einen großen Teil der Bäume für die Sanierung der Flaniermeile zu opfern.

„Wir haben die Bäume basisdemokratisch ausgewählt, aber auch Experten eingeschaltet“, so der 69-Jährige. Die Platanen sollten der Straße auf der Höhe des damaligen Hertie-Kaufhauses ein „südländisches Flair geben“. Besonders gut hätten sich die hohen und schlanken Platanen auch geeignet, weil die Straße von hohen Gebäuden gesäumt wird – und manche der Fassaden einfach „potthässlich“ seien. „Man könnte sie etwas beschneiden, damit es etwas heller wird“, so der Gartenbauingenieur.

Von einem gefährlichen Pilz, wie er sich schon von Süden her bis nach Koblenz und Frankfurt am Main ausgebreitet habe, könne er in der Fußgängerzone nichts sehen. Das Planungsbüro FSWLA aus Düsseldorf, das einen Entwurfswettbewerb für die Umgestaltung gewonnen hatte, nannte diese Erkrankung als Argument für die Entfernung der Platanen. Deutschle ist dagegen der Ansicht, dass in diesem Fall auch Beschnitt und eine gute Wundversorgung der Bäume helfen könne.

Aus seiner Sicht könnten die Platanen noch „25, 30 Jahre oder noch länger leben“, auch wenn es sich um „gestresste Straßen-Allee-Bäume“ handele. Deutschle arbeitet für den Senior-Expert-Service in Bonn und kommt gerade von seiner vierten Usbekistan-Reise zurück, wo er sich um die Außenanlagen für ein Hotel kümmert, inklusive bepflanzter Terrassen und der Wiederbelebung eines alten Apfelbaumbestands oder der typischen Iris-Kultur. Und 600 Jahre alte Platanen hat er dort gesehen.

Sollten die Platanen in der Fußgängerzone gefällt werden?

Immer wieder fallen ihm in der Fußgängerzone Bäume auf, deren Pflege seiner Ansicht nach vernachlässigt wurde. An vielen Ahornen etwa könne man Äste herausschneiden, doch seit Jahren sei bestenfalls etwas zu den Fassaden hin geschehen. Die Bäume lediglich mit Nummern zu versehen und dann die Pflege einer Fremdfirma zu überlassen, reiche nicht. Verstehen kann er auch nicht, warum ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem für die Bäume nicht mehr benutzt werde. Am Kölner Platz gebe es ein Pumpwerk, von dem aus die Bewässerung einzelner Baumgruppen und deren Düngung genau gesteuert werden könne. Teuer sei es damals gewesen und die beste verfügbare Technik. Doch seit Anfang der 90er-Jahre sei es unbenutzt.

Deutschle glaubt, dass man viele Ahorne retten kann, die derzeit durch enge Baumscheiben eingequetscht werden. Durchaus könne man ihnen mehr Platz geben, was allerdings nicht zum Plan des Büros passt, die ganze Straße auf ein einheitliches Höhenniveau zu bringen. Deutschle, der 1990 nach Leverkusen wechselte, wo er für die Landesgartenschau verantwortlich war, fordert ein Umdenken: „Ich habe in Leverkusen auch nicht die Arbeit meiner Vorgänger kaputtgemacht.“

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