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Interview: „Der Kunde ist kritischer geworden“

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Leiterin Sabine Wolter-Baade (links) und Beraterin Gabriele Bock von der Verbraucher-Zentrale in Troisdorf. Am heutige n Montag feiert die Einrichtung ihr 25-jähriges Bestehen.  Foto: Andreas Helfer
Die Verbraucherzentrale Troisdorf feiert ihr 25-jähriges Bestehen: Leiterin Sabine Wolter-Baade und Umweltberaterin Gabriele Bock trafen sich mit dem „Rhein-Sieg-Anzeiger“ zum Gespräch über die Arbeit damals, heute und morgen.
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Was hat Ihnen und Ihren Kunden in den vergangenen Jahren am meisten Kopfzerbrechen bereitet?
Sabine Wolter-Baade: Das war seit 2007 eindeutig die Internetabzocke, mit Dingen die im Netz kostenlos angeboten wurden, dann aber doch teuer bezahlt werden mussten. Zeitweise sind täglich bis 40 Leute mit solchen Problemen bei uns vorbeigekommen. Seitdem im August der Bezahlbutton eingeführt wurde, ist diese Abzockemasche aber ausgeblutet. Die Verbraucherzentrale hat dazu erfolgreich Lobbyarbeit geleistet.

Warum tun sich viele so schwer mit der schönen neuen Internetwelt?
Wolter-Baade: Viele werden von neuen Entwicklungen regelrecht überrollt und brauchen Unterstützung. Manche Leute haben einen ganzen Berg von Problemen, weil sie mehrere überteuerte Verträge für Telekommunikation, Versicherungen und Energie abgeschlossen haben. Da leisten wir in der Beratung häufig eine umfassende Lebenshilfe. Auch Datenschutz wird immer wichtiger, wenn etwa Jugendliche oder auch Senioren allzu bereitwillig Handynummer, Adressen und Alter preisgeben.

Wie haben sich Praktiken und Pleite der Firma Teldafax bei Ihnen bemerkbar gemacht?
Gabriele Bock: Eigentlich gar nicht so sehr, weil viele Troisdorfer sehr standorttreu sind und ihre Energieverträge bei den Stadtwerken behalten haben. Aber wir hatten reichlich Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet, vor allem aus dem Ruhrgebiet.

Sind die Verbraucher mündiger geworden?
Wolter-Baade: Auf jeden Fall kritischer. Wir helfen oft Preise und Vertragsbedingungen zu vergleichen, vor allem bei Energie- und Telekommunikationsverträgen. Auch zu Krankenkassenbeiträgen, Igel-Leistungen und der Wahl der privaten oder gesetzlichen Krankenkasse werden wir oft gefragt.
Bock: Viele Menschen, vor allem Eltern, sind sensibler für Umweltfragen geworden und melden sich, wenn die Wohnung, ein neuer Koffer oder eine Spielzeugpuppe komisch riechen. Vor allem in der Vorweihnachtszeit bekommen wir viele Anfragen vor dem Spielzeugkauf.

Sehen Sie diese Sensibilität auch in Sachen Energie?
Bock: Auf jeden Fall. Viele Menschen fragen viel öfter als früher, was der Fernseher und die Waschmaschine verbrauchen. Und wir können Ihnen zeigen, dass man durch richtige Nutzung und Handhabung von Haushaltsgeräten oft mehr Geld sparen kann als durch einen Vertragswechsel. Übrigens haben da die Möglichkeiten nachgelassen. Früher konnte man im Vergleich zur Grundversorgung 200 bis 300 Euro im Jahr sparen, heute vielleicht noch 50 Euro.

Liegt Ökostrom im Trend?
Bock: Das hat leider eher nachgelassen. Nach dem Reaktorunglück von Fukushima war die Nachfrage sehr groß, jetzt wird angesichts knapper Kassen vor allem auf die Kosten geschaut, wobei es allerdings auch viele günstige Öko-stromtarife gibt.

Wo sehen Sie in der Zukunft Aufgaben für die Verbraucherzentrale?
Wolter-Baade: Auf jeden Fall beim Internet und dem Datenabfischen, um persönliche Nutzerprofile zu erstellen. Beratungsbedarf wird es auch nach wie vor bei Finanzanlagen geben, da viele Produkte immer noch nicht transparent genug und für den Kunden nur schwer verständlich sind.
Bock: Der Schutz von Ressourcen wird wichtiger. Wir haben immer mehr technische Geräte, mit immer kürzen Nutzungs- und Lebenszeiten. Hier gehen wertvolle und knappe Rohstoffe verloren. Dazu müssen wir verstärkt, unter anderem in Schulen, aufklären.
Das Gespräch führte Andreas Helfer

www.vz-nrw.de

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