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Stadtentwicklung: Innenstadt im steten Wandel

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Zum Jahresende sollen die ersten von einem Dutzend Praxen in das neue „Ärztehaus Plus“ an der Poststraße einziehen.  Foto: Andreas Helfer
In Troisdorf zeugen Kräne über der Innenstadt von reger Bautätigkeit. Allein im Umfeld des Rathauses werden vier Projekte realisiert. Dagegen gibt es von der Deutschen Bahn laut Stadtverwaltung zum Bahnhof bislang nur Willensbekundungen.  Von
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Möglichst viele, möglichst hohe Baukräne über den Dächern der Stadt, das war ein Anblick so ganz nach dem Geschmack von Manfred Uedelhoven, bis 2009 Bürgermeister von Troisdorf – er sah sie als Beleg dafür, dass es in der Stadt voran geht. Und beim üblichen Fototermin zum Spatenstich war ihm ein großer Bagger stets lieber, als das einfache Handwerkszeug.

So viele Masten, Ausleger und Schaufellader wie zurzeit bekam er in seiner Amtszeit allerdings nicht zu sehen: Denn die Stadt, vor allem das Zentrum, ist dabei, ihr Gesicht radikal zu verändern. Uedelhovens Nachfolger Klaus-Werner Jablonski hat einmal zusammengerechnet: In den vergangenen Jahren erteilte seine Verwaltung Baugenehmigungen für Bauten mit einem Gesamtwert von 200 Millionen Euro.

Die Innenstadt verändert rund um das Rathaus  ihr Gesicht: durch den  Bau der Stadthalle (1), der Altenresidenz (2), des Seniorenzentrums (3) und des Ärztehauses Plus (4).
Die Innenstadt verändert rund um das Rathaus ihr Gesicht: durch den Bau der Stadthalle (1), der Altenresidenz (2), des Seniorenzentrums (3) und des Ärztehauses Plus (4).

Dazu gehört etwa das Ärztehaus Plus, das lange unter dem Stichwort Medi-Center firmierte. Als massiver Riegel gegenüber dem bereits Anfang 2010 eröffneten Parkhaus an der Poststraße zeigt sein Rohbau bereits deutliche Konturen und gibt eine Ahnung davon, dass die Innenstadt wächst. Repräsentative Großbauten mit wichtigen Nutzungen wachsen an das Rathaus heran, just an Stellen, an denen es die Troisdorfer lange Jahre gewohnt waren, auf Brachen zu blicken. Ein Dutzend Arztpraxen, ein Reha-Fachgeschäft, ein Akustiker und eine Apotheke kommen in dem Ärztehaus unter, in das zum Jahresende die ersten Mediziner einziehen werden. Bauunternehmer Hans-Werner Pütz zufolge sind rund 80 Prozent der Räume bereits vergeben.

Begonnen hat gleich dahinter, in Richtung Paul-Müller-Straße, auch der Bau eines Altenheims der Gemeinnützigen Franziskanerinnen zu Olpe (GFO), die Mitte kommenden Jahres eröffnen wollen: Zehn Millionen Euro investieren die Schwestern ins Seniorenzentrum, in dem besonderer Augenmerk auf die Pflege von Demenzkranken gelegt wird. Zu der Anlage werden auch eine Kita für Mitarbeiter und Anwohner, Ladenlokale, eine Kapelle und eine Caféteria gehören. Und nur wenige Meter entfernt, am Ravensberger Weg, bauen die Alexianer Bonn/Rhein-Sieg eine Altenresidenz mit 80 Pflegeplätzen und 19 Servicewohnungen, die im Herbst 2013 eröffnet werden soll. Pütz und die GFO waren zum Zuge gekommen, nachdem der Investor Pro Urban aus Meppen im Sommer 2010 abgesprungen war.

Einen Baukran dürfte Uedelhoven zu Amtszeiten besonders schmerzlich vermisst haben: über dem heruntergekommenen Empfangsgebäude des Bahnhofs, das sich zunehmend schlechter neben den neu gestalteten Zentralen Omnibusbahnhof und die Neubauten fügt. Nur zu gern würden Politik und Verwaltung an der Stelle ein repräsentatives Gebäude mit Geschäften als schmuckes Entree in die Stadt realisieren – konnten sich aber nie mit der Bahn über den Verkaufspreis einigen. Hoffnung keimte auf, als Stadt mit einer neuen und Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG) einen Konsensvertrag schloss. Ziel ist es, neue Nutzungen für alte Bahn-Immobilien zu finden, während die Kommunen der Entwicklung von Brachflächen Vorrang einräumt. An der BEG ist zu 50,1 Prozent das Land Nordrhein-Westfalen, zu 49,9 Prozent die Bahn beteiligt. Die Kommune verpflichtet sich im Gegenzug, den „Brachflächen baulandpolitisch Vorrang“ einzuräumen. Neues aber ist aus der Stadtverwaltung zu den guten Absichten nicht zu hören.

Doch auch die Stadt investiert in ein Großprojekt. Gleich gegenüber dem Rathaus gähnt bereits die Baugrube für ein großes Regenrückhaltebecken und die neue Stadthalle. Am 30. November will Jablonski den Grundstein legen. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2014 geplant. Oppositionspolitiker haben derweil argwöhnisch die Kosten im Auge, nachdem sich der Umbau des alten Verwaltungsgebäudes an der Burg Wissem als finanzielles Fass ohne Boden erweisen hatte. Neun Millionen Euro hatten Musit und Co statt der ursprünglich vorhergesehenen drei Millionen Euro verschlungen.

15 Millionen Euro sollen für den Bau des Bürgerhaus-Ersatzes fließen, während die Außenanlagen mit dem Platz zwischen Rathaus und Halle mit 2,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. Drei Millionen Euro werden für die Inneneinrichtung der Stadthalle fällig. Dass dabei der Teufel durchaus im Detail stecken kann, zeigt auch ein Tagesordnungspunkt, mit dem sich der Sonderausschuss Stadthalle heute Abend beschäftigt. In der Sitzung geht es um die Gestaltung der Toiletten; von vier Varianten liegt eine mit schicker Edelstahl-Optik um 50 000 Euro über dem vorgesehenen Budget. Der Ausschuss könnte also schon bei dieser Gelegenheit zeigen, ob er es mit dem Sparen auch wirklich ernst meint.

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