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Wahner Heide: Stadt fordert Klarheit über Atomwaffen

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Das stillgelegte Sondermunitionslager der belgischen Armee in der Wahner Heide: Lagerten dort auch Atomwaffen?  Foto: Jens Höhner
Bisher wurde nur spekuliert, ob sich in der Wahner Heide nukleare Sprengköpfe befunden haben. Nun mehren sich die Anzeichen, dass hier tatsächlich Waffen gelagert wurden. Die Stadt Troisdorf hat ans Verteidigungsministerium geschrieben.  Von
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Nachdem Troisdorfs Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski das Bundesverteidigungsministerium schriftlich um eine Stellungnahme zur möglichen Lagerung von Atomwaffen in der Wahner Heide während des Kalten Krieges gebeten hat, ist nun Warten angesagt. Die Bearbeitung dieser Anfrage werde einige Zeit in Anspruch nehmen, erklärte ein Sprecher des Ministeriums von Thomas de Maizière auf Anfrage des "Rhein-Sieg-Anzeiger" am Freitag. Man werde aber der Bitte des Troisdorfer Stadtoberhauptes nachkommen und recherchieren.

Nach dem Abzug der belgischen Truppen befinden sich die früheren Munitionsdepots und militärischen Ablagen offiziell im Besitz des deutschen Verteidigungsministers. Und nachdem über die Lagerung von nuklearen Sprengköpfen in jenen Depots bisher nur spekuliert werden konnte, mehren sich derzeit die Anzeichen, dass in den Camps Spich und Altenrath tatsächlich solche Waffen aufbewahrt wurden.

"Offenbar konnten jetzt Dokumente der belgischen Armee ausgewertet werden, die zuvor immer noch der Geheimhaltung unterlagen", vermutet Wolfgang Hartung (78), einst Oberstleutnant der Bundeswehr und heute verantwortlicher Mitarbeiter der Militärgeschichtlichen Sammlung in der Kaserne von Porz-Wahn. Hartung ist überdies Mitglied im Troisdorfer Heimat- und Geschichtsverein und gilt als Fachmann für die militärische Nutzung der Wahner Heide.

So legen die jüngst aktualisierten Einträge zum heutigen Naturschutzgebiet in diversen Internetnachschlagewerken den Schluss nahe, dass in den 60er-Jahren Atomwaffen dort unter amerikanischer Bewachung aufbewahrt wurden. Die Berichterstattung des "Rhein-Sieg-Anzeiger" hat für einigen Wirbel gesorgt. "Damals haben wir uns eigentlich keine Gedanken gemacht, schließlich war das alles Sperrgebiet", blickt etwa Hans G. zurück. Als junger Mann absolvierte der Leser in den 60er-Jahren seinen Grundwehrdienst in Waldbröl beim Flarak-Bataillon 22.

Offenes Geheimnis

In Anlagen der Nutscheid-Kaserne waren auf dem Gebiet der Gemeinde Windeck ebenfalls atomare Sprengköpfe stationiert, "Flugabwehrraketen des Typs »Nike Ajax«, später »Nike Herc«". "Und uns war völlig klar, dass das auch in der Wahner Heide der Fall sein musste", erinnert sich G., der den Ruhestand als Auswanderer am Lykischen Meer im türkischen Göcek verbringt.

Unterdessen drängt Troisdorfs Bürgermeister Jablonski in seinem Schreiben auf eine Klärung, ob auf Grund dieser Lagerung noch heute eine Belastung der Umwelt und damit eine Gefährdung der Bevölkerung verbunden sein könnte.

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