24.08.2016
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Unwetter-Schäden: „Die Schwalben fielen vom Himmel“

Hagel Unwetter

Hagel in Bachem. (Bild: Neumann)

Rhein-Erft -

- Besonders die Städte Kerpen, Frechen und Hürth waren betroffen. Die Feuerwehr musste in den drei Städten zu insgesamt 64 Einsätzen ausrücken. In den meisten Fällen lagen umgestürzte Bäume oder abgeknickte Äste auf den Straßen. Die Kölner Straße in Kerpen wurde gegen 20 Uhr für 30 Minuten in beide Richtungen gesperrt, weil mehrere Äste die Fahrbahnen versperrten. In Frechen war kurzzeitig die Unterführung an der Bonnstraße in Höhe des Keramions überflutet. An der Holzstraße nahe der der ehemaligen Tonröhrenfabrik Cremer und Breuer war ein langer Bauzaun umgekippt. Verletzt wurde niemand.

Wer mit der Straßenbahnlinie 7 von oder nach Frechen fahren wollte, hatte ebenfalls Probleme. Ein Baum war unmittelbar an der Haltestelle Stüttgenhof auf die Oberleitung gestürzt. Um 4.16 Uhr wurde die Störung gemeldet. Die Oberleitung musste abgeschaltet werden, bevor der Baum gefällt werden konnte. Um 9.25 Uhr konnte die Strecke nach Auskunft von KVB-Sprecher Joachim Berger wieder befahren werden. Während der Aufräumarbeiten setzten die Kölner Verkehrsbetriebe Ersatzbusse ein.

Von besonders heftigen Niederschlägen mit heftigen Hagelschauern berichteten gestern auch Landwirte aus Hürth und Frechen. „Die Schwalben sind vom Himmel gefallen“, sagt etwa der Bachemer Landwirt Cornell Lindemann-Berk. Er spricht von erheblichen Schäden, die der Hagel bei Getreide, aber auch bei Kartoffeln und Zuckerrüben angerichtet habe. „Zehn bis 15 Prozent des Ertrages liegen auf dem Boden.“

Wie eine Dreschmaschine

Der starke Hagel mit bis zu zwei Zentimeter großen Körnern habe besonders der Braugerste im Raum Frechen schwer zugesetzt. Die Eiskörner haben die Ähren, deren Wachstum bereits weit fortgeschritten ist, zum Teil herausgeschlagen „wie mit einer Dreschmaschine“, so der Landwirt.

Schaden genommen haben aber auch Kartoffeln und Rüben. Auf manchen Kartoffelfeldern seien die Hagelkörner durch Blatt und Stängel gedrungen und hätten diese abgeschlagen. Jetzt fürchten die Bauern, dass Pilzsporen in die Kartoffeln eindringen und die Pflanzen krank machen. Dagegen helfen jetzt nur Pflanzenschutzmittel. Bei den Rüben ist der Schaden wohl nicht so groß. Die Körner haben zwar die Blätter durchschlagen, das könne sich aber noch auswachsen, so Lindemann-Berk.

Die hohen Niederschläge und die starken Winde haben das Getreide auf vielen Feldern im Kreis inzwischen flachgeleg. Die Landwirte sprechen von Lagegetreide. Man müsse abwarten, was weiter geschehe, so Heinrich Brockerhoff, Pflanzenberater der Landwirtschaftskammer. Wenn die Halme zu einem sehr frühen Zeitpunkt knickten, sei die Versorgung des oberen Teils der Pflanze nicht mehr gewährleistet, die Ährenbildung komme langsamer voran. Außerdem trocknet das Getreide, das flach am Boden liegt, schlechter. Insgesamt ist Lagegetreide auch schwieriger zu ernten. Wie hoch die Schäden sind, ist derzeit schwer zu sagen. „Es gibt Landwirte, die sind versichert, andere sind es nicht. Für sie bedeuten Schäden erhebliche Einkommensverluste.

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