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Rheinklang-Festival: Breites Spektrum an Musik

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Wer's laut und hart mag, war beim Jugendact an der Rheinpark-Konzertmuschel richtig. Hier in Aktion: Everdyne. Foto: Joachim Roehrig
Auch in diesem Jahr lockte das breite Spektrum an Musik viele Besucher zum Rheinklang-Festival nach Wesseling. Egal ob Metal, Punk oder Volkslieder - für jeden Geschmack war etwas dabei. 34 Bands und Solisten traten in der ganzen Stadt auf.  Von
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Sie sei halb so groß wie der Zentralfriedhof von Chicago – und doppelt so tot. Den bösen Spruch bringen Spötter immer wieder gern, wenn sie die Atmosphäre in der Wesselinger Innenstadt beschreiben sollen. Am Samstag allerdings wurde die Ruhe im Herzen der Chemie-Kommune auf sehr fröhliche und unterhaltsame Weise empfindlich gestört: Live-Musik war Trumpf, und zwar in geballter Form.

34 Solisten und Bands aus ganz unterschiedlichen Lagern brachten die City von früh bis spät zum Klingen und Swingen. Möglich machte es das rührige Team von „Rhein-669-Klang“, das am Wochenende mit der dritten Auflage seines Straßen- und Kneipenmusikfestivals aufwartete und den Musikfans erneut eine wunderbare Veranstaltung bescherte.

Unser Festival ist von Jahr zu Jahr gewachsen, und es wird inzwischen von der Bevölkerung richtig gut angenommen
Klaus Meschwitz

Schon am Freitagabend war Partystimmung angesagt: Rund 100 Gäste ließen es sich im rappelvollen Saal der Godorfer Burg bis tief in die Nacht gutgehen. Zum kühlen Bierchen servierten fünf regionale Bands Deutschrock, Coversongs, Blues und mehr. Obwohl bis weit nach Mitternacht gefeiert wurde, standen einige Gäste schon wieder auf der Matte, als Bürgermeister und Schirmherr Hans-Peter Haupt am Samstagmorgen um 10 Uhr vor dem alten Rathaus das Startsignal für den Rheinklang-Haupttag gab.

Schwerpunkte des Geschehens waren zwei Bühnen auf dem Alfons-Müller-Platz und in der Bahnhofstraße, wo sich zahlreiche Musikgruppen aus nah und fern bis in den späten Nachmittag hinein die Instrumente in die Hand gaben. Folk, Blues, Rock, Pop und Jazz – das Spektrum war breit gefächert und hatte jedem etwas zu bieten. Floh- und Jahrmarktsstände sowie Aktionen von Einzelhändlern und Vereinen rundeten das Angebot ab.

Der Publikumsandrang war im Laufe des Tages mal mehr, mal weniger stark, die Stimmung vor den Bühnen aber durchweg gut. Klaus Meschwitz vom Organisationsteam zeigte sich jedenfalls zufrieden: „Unser Festival ist von Jahr zu Jahr gewachsen, und es wird inzwischen von der Bevölkerung richtig gut angenommen. Die Leute sind einfach froh, dass in Wesseling mal was gebacken ist.“

Zu den Highlights zählte der Auftritt der Kölner „Sunset Boppers“, die mit stilechter Rockabilly-Mucke vor allem die große Anhängerschar des Thunderbirds-Motorradclubs und des Rockabilly-Klubs „Jailhouse Rebels“ begeisterte. Wer es noch eine Nummer härter mochte, war an der Konzertmuschel im Rheinpark genau richtig. In sicherem Abstand zur Wohnbebauung ließen es junge Punk- und Metal-Bands aus der Umgebung so richtig krachen.

Party in den Kneipen

Doch beim Rheinklang-Festival wurden auch ganz andere Töne angeschlagen: Im CBT-Wohnhaus sang Ludger Strobel mit den Senioren Volkslieder, in der St.-Germanus-Kirche waren unter anderem das Wesselinger Akkordeon-Orchester und der Männergesangverein von 1844 zu hören. „Sowohl den jungen Leuten als auch der mittleren Generation und den alten Menschen etwas zu bieten, ist eine der Grundideen unseres Festivals“, betont Klaus Meschwitz, „bei uns sollen alle Altersgruppen Musik nach ihrem Geschmack erleben können.“

Den gelungenen Abschluss bildete schließlich das Abendprogramm mit 13 Bands in 13 Lokalen und Restaurants. Während in den gediegeneren Lokalitäten Singer/Songwriter wie Joshua Carson und Elpi gastierten, gaben sich in den klassischen Bierkneipen vor allem voll partytaugliche Coverrock- und Funkbands die Ehre.

Als vielleicht nicht ganz optimal erwies sich dabei allerdings die Anfangszeit: 19 Uhr ist für den klassischen Samstagabend-Schwoofer wohl einfach zu früh. Doch im Laufe des Abends füllten sich die meisten Läden zusehends. Und mit dem Stimmungspegel stieg bei vielen Gästen auch die Bereitschaft, ein paar Euro für die Musiker in den Hut zu werfen. Denn überall war der Eintritt frei. Klaus Meschwitz: „Keinen Eintritt zu nehmen und keine Gage zu zahlen, ist ein weiteres Rheinklang-Grundprinzip. Wir haben kein kommerzielles Interesse, sondern wollen den Leuten einfach nur einen tollen Tag mit ganz viel Musik bescheren. Und so soll es auch bleiben.“

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