29.07.2016
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Wie viel ist das Waldfreibad wert? Bolz bietet 220000 Euro

Für die künftige Nutzung der Anlage gibt es verschiedene Alternativen.

Euskirchen / Kirchheim - Bleibt das Waldfreibad an der Steinbachtalsperre bestehen, oder hält dort eine Robbenforschungsstation Einzug? Über diese Frage entscheidet der Euskirchener Rat am 1. April. Voraussichtlich müssen die Politiker dann über mehrere Nutzungsvorschläge debattieren. Denn die Diskussion über die Zukunft des defizitären Schwimmbades hat in der Zwischenzeit weitere Geldgeber auf den Plan gerufen, die sich für die Freizeit-Anlage interessieren.

Der Gastronom Manfred Bolz etwa, Inhaber des Waldgasthauses am Stausee, will das Schwimmbad für 220 000 Euro kaufen. Um das Niveau der Eintrittspreise stabil zu halten, soll die Stadt den Schwimmbad-Betrieb mit 10 000 Euro pro Jahr bezuschussen. Die Crux an der Geschichte: Wie Bürgermeister Friedl dem potenziellen Investor mitteilte, ist die Immobilie rund eine Million Euro wert. Doch diese Summe hält Bolz nicht für realistisch: „Oftmals gehen solche defizitären Einrichtungen ja für rein symbolische Beträge über den Tisch.“

Um den Betrieb profitabel zu gestalten, müsse man über Nutzungsmöglichkeiten außerhalb der Schwimmsaison nachdenken. Und dafür seien zusätzliche Investitionen nötig. Spontan, so Bolz, sei er auf die Idee gekommen, einen Wellness- und Sauna-Bereich einzurichten oder das Schwimmbecken im Winter als Eislauffläche zu nutzen. Wenn er den Zuschlag erhalte, so Bolz, wolle er den Badebetrieb noch in diesem Sommer aufnehmen.

Gegen eine Robbenforschungsstation an der Talsperre will sich Bolz auf jeden Fall wehren - notfalls auf dem Rechtsweg. Denn wenn sich im Wasserbecken Robben statt Schwimmer tummeln, seien Umsatzeinbußen in der Gaststätte programmiert. „Ich habe das Restaurant vor zehn Jahren gekauft und seitdem rund 1,8 Millionen Euro investiert, unter anderem in die Hausbrauerei“, sagte der Gastronom. Die Waldgaststätte hat Bolz derzeit verpachtet, der Vertrag laufe aber 2004 aus. „Wahrscheinlich übernehme ich den Betrieb dann wieder selbst“, meinte der Inhaber.

Mit dem Bürgermeister will sich Bolz nächste Woche noch einmal zusammensetzen, um das Angebot zu konkretisieren. Dem Rat soll Bolz' Vorschlag auf jeden Fall zur Abstimmung vorlegt werden, so Friedl - neben allen weiteren Angeboten, die bis zum 1. April eintreffen. Dies gelte für die Robbenstation, die Dr. Guido Dehnhardt einrichten möchte, ebenso wie für die Vorschläge des Fördervereins, der sich am Montag formiert, um für den Erhalt des Bades einzutreten.

Zudem hat Friedl einen weiteren Investor an der Hand, der das Freibad finanziell unterstützen will und als Gegenleistung fünf „Events“ pro Jahr an der Steinbachtalsperre auf die Beine stellen möchte. Auch die Stadtverwaltung, so Friedl, sei tätig geworden, um Sponsoren für das Schwimmbad zu suchen. So habe man sich an einige große Firmen aus der Region gewandt - Antworten stehen aber noch aus. Auch hat die Stadt den Kreis Euskirchen aufgefordert, sich an der Finanzierung des Bades zu beteiligen.


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