25.08.2016
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Fragen & Antworten: Tipps für Frauen rund um die Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge wird von vielen Frauen vernachlässigt.

Die private Altersvorsorge wird von vielen Frauen vernachlässigt.

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Köln -

Warum sollen Frauen privat mehr für die Rente vorsorgen?

Weil sie im Durchschnitt weniger verdienen, häufiger in Teilzeit arbeiten und zum Beispiel wegen der Kindererziehung aus dem Job aussteigen. All dies führt dazu, dass Frauen weniger gesetzliche Rentenansprüche erwerben als Männer. Als Ausgleich müssen sie folglich mehr private Vorsorge betreiben. Sich allein auf die Versorgung durch den Ehepartner zu verlassen, ist ein Risikofaktor für Altersarmut.

Aber von meinem Nebenjob-Gehalt kann ich nichts zurücklegen...

Ein weit verbreitetes Argument, aber sie sollten die gesamte Einkommenssituation der Familie betrachten. Schließlich leisten Frauen durch die Erziehung der Kinder, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen einen enormen - wenn auch nicht finanziell entlohnten - Beitrag. Das sollte sich auch entsprechend in der privaten Vorsorge niederschlagen. Hier kann eine Art "Familienrat" entscheiden, dass und wieviel Gelder dafür da sind.

Wann soll ich mit einer „frauenspezifischen" Altersvorsorge beginnen?

Viele Frauen arbeiten nach Ihrer Ausbildung zuerst einmal in ihrem Beruf, legen später wegen Familie eine Karrierepause ein und gehen dann wieder in den Beruf zurück. Für die private Altersvorsorge ist aber ein langes, kontinuierliches Engagement wichtig. Also: So früh wie möglich einsteigen, auch mit geringen Beiträgen - und dabei bleiben.

Und wie steige ich am besten ein?

Mit einer privaten Rentenversicherung, einer Lebensversicherung oder mit geeigneten Bankprodukten. Sicherheit und lange Laufzeiten sind hier wichtige Stichworte für die Auswahl. Je früher Sie einsteigen, desto mehr profitieren Sie vom Zinseszins. Sinnvoll sind auch Einmalanlagen, wenn Sie zum Beispiel Geldgeschenke erhalten. Diese können Sie langfristig in die genannten Produkte anlegen.

Was kann ich mit fast fünfzig noch tun, um meine Altersrente aufzustocken?

Grundsätzlich steht Ihnen das gesamte Spektrum der privaten Altersvorsorge zur Verfügung: Betriebliche Altersvorsorge, Riester- Rürup- oder Privatrente. Welche Form der Absicherung in Frage kommt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Hier sollten Sie eine eingehende persönliche Beratung in Anspruch nehmen.

Kann ich als Opa für meine Enkelin schon etwas für ihre Altersvorsorge tun?

Sehr gute Idee. Wenn Sie jetzt selbst mit kleinen Beiträgen beginnen, kann Ihre Enkeltochter den Vertrag später fortführen und freut sich im Alter über die aufgelaufenen Zinsen. Auch hier kommen prinzipiell die private Rentenversicherung, die Lebensversicherung oder Bankprodukte in Frage.

Ich bin seit Jahren halbtags tätig und möchte im Alter nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein. Ich möchte privat vorsorgen, will aber wissen, mit welcher gesetzlichen Rente ich später rechnen kann...

Da hilft Ihnen die Renteninformation, die die gesetzlichen Rentenversicherungsträger einmal pro Jahr verschicken. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie das 27. Lebensjahr vollendet und die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt haben. In der Renteninformation steht, wie hoch aktuell eine Rente wegen voller Erwerbsminderung und eine ungekürzte Altersrente wären. Der Anspruch auf Altersrente wird unter Berücksichtigung des Durchschnitts Ihrer letzten fünf Beitragsjahre auch bis zum Beginn der Regelaltersrente hochgerechnet. Für eine korrekte Berechnung ist wichtig, dass alle Ihre Versicherungszeiten erfasst sind, also auch etwaige Kindererziehungszeiten.

Mein Mann und ich werden uns trennen. Ich habe wegen der Kinder lange in Teilzeit gearbeitet, er hat immer sehr gut verdient. Wie wirkt sich das auf meine spätere Rente aus?

Bei einer Scheidung findet grundsätzlich ein so genannter Versorgungsausgleich statt. Dabei werden die gesetzlichen und privaten Rentenanrechte aus den gemeinsamen Ehejahren gleichmäßig zwischen Ihnen und Ihrem Ehemann aufgeteilt, so dass Sie beide gleich hohe Versorgungsansprüche aus der Ehezeit haben.

Ich verdiene deutlich weniger als mein Mann und kann nicht viel weglegen. Welche Art der privaten Vorsorge wäre als Minimallösung sinnvoll?

Für die Altersvorsorge kommen Lösungen wie die Riesterrente oder die Privatrente in Betracht, die schon mit kleinen Beiträgen finanziert werden können. Näheres sollten Sie bei einer eingehenden Beratung klären. Ebenso wichtig wie eine unabhängige Altersvorsorge ist es jedoch, sich gegenseitig für den Todesfall abzusichern, doch das wird häufig vergessen. Eine reine Risikolebensversicherung ist meist schon für einen vergleichsweise geringen monatlichen Beitrag zu bekommen. Selbst ein kleiner Schutz für den Todesfall ist besser als keiner.

Ist eine Rürup-Rente nur für Selbstständige sinnvoll?

Sie richtet sich in erster Linie an Selbständige, da diese nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und auch keine Riester-Förderung in Anspruch nehmen können. Aber auch Angestellte und Beamte können einen Rürup-Vertrag abschließen. Der Staat fördert dieses Produkt über Steuererleichterungen. Als Faustregel kann man sagen, dass gut verdienende Angestellte und Beamte, die hohe Steuern zahlen, am stärksten profitieren. Für Selbständige hingegen ist es die einzige Möglichkeit, staatlich gefördert vorzusorgen.

Was bringt mir eine betriebliche Altersvorsorge?

Ein Beispiel: Sie zahlen monatlich 100 Euro aus Ihrem Bruttogehalt in eine Direktversicherung ein. Das kostet Sie bei einem Steuersatz von 30 Prozent und Sozialversicherungsbeiträgen von etwa 20 Prozent netto gerade einmal etwa 50 Euro. Mit dieser so genannten Entgeltumwandlung beteiligen Sie also Dritte an Ihrer Altersvorsorge

Ich habe im Moment einen Minijob und überlege, mich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Welche Auswirkungen hat es für meine Altersvorsorge, wenn ich meinen Beitragsanteil zur Rentenversicherung nicht mehr zahle?

Sie verzichten damit auf Beitragszeiten, die sich auf Ihre Ansprüche aus der Altersrente, der Erwerbsminderungsrente und im Falle etwaiger Rehabilitationsmaßnahmen auswirken. Sie erfüllen zudem auch nicht die Voraussetzungen für eine private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung, zum Beispiel in Form der Riesterrente. Es spricht also viel dafür, sich nicht von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Übrigens können Sie dann auch eine betriebliche Altersversorgung in Anspruch nehmen. Außerdem wird Ihr Arbeitsentgelt nicht nur anteilig, sondern in voller Höhe bei der Rentenberechnung berücksichtigt.

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