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Analyse: In Köln steigen Mieten besonders stark

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Wer seiner Wohnung treu bleibt (hier Wohnhäuser in der Kölner Südstadt), zahlt dafür heute real weniger als 1992. Foto: dpa
Nach einer Analyse des Immobilienverbands Deutschland sind die Mieten in Deutschland seit 1992 überraschenderweise nur leicht gestiegen - in Köln allerdings im Vergleich zu anderen Großstädten besonders stark.  Von
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Die durchschnittlichen Wohnungs-Kaltmiete in Deutschland ist in den vergangenen 20 Jahren nur von 5,04 auf 5,51 Euro pro Quadratmeter gestiegen – das entspricht einem Anstieg um 9,4 Prozent. Allerdings betrug die allgemeine Inflationsrate im selben Zeitraum mehr als 40 Prozent. Inflationsbereinigt zahlen die Deutschen damit heute weniger für das Wohnen als 1992. Das berichtet der Immobilienverband Deutschland (IVD) als Ergebnis einer Analyse, die er zusammen mit dem Center for Real Estate Studies (CRES) erstellt hat. Die Analyse haben wir am Ende dieses Artikels für Sie interaktiv aufbereitet.

Auch in den deutschen Top-10-Städten gab es in den vergangenen Jahren einen nominalen Anstieg der Mieten um lediglich 13,6 Prozent. Die Mieten in diesen zehn Städten stiegen dabei im Schnitt von 7,01 auf 7,96 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Mietpreise in Köln um 20 Prozent gestiegen

Im Vergleich der Top-10-Städte in Deutschland haben sich die Mieten in Köln seit 1992 allerdings besonders stark erhöht. Sie stiegen der Studie zufolge in den vergangenen 20 Jahren um 30 Prozent. Nur in Stuttgart wurde die Wohnungen noch teurer – nämlich um 34 Prozent. In Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Dortmund, Frankfurt, München und Nürnberg stiegen die nominalen Kaltmieten zwischen 1992 und 2012 um zehn bis 20 Prozent. In West-Berlin sind die Kaltmieten dagegen heute sogar um fast 30 Prozent niedriger als 1992. Begründet wird dies mit dem Bauboom Mitte der 90er Jahre, der für ein Überangebot sorgte. Die höchsten Mieten wurden 2012 in München mit durchschnittlich 11,20 Euro pro Quadratmeter bezahlt.

„In der Diskussion um eine scheinbare Mietenexplosion wollen wir mit der Analyse zur Versachlichung beitragen“, sagte Jens-Ulrich Kießling, der Präsident des IVD. Seit Anfang der 90er Jahre seien die Mieten in Deutschland 15 Jahre lang eher gesunken oder stabil geblieben. „Wieder steigende Mieten als Nachholeffekt nach 15 Jahren zurückgehender beziehungsweise stabiler Mietpreise beobachten wir erst seit drei bis vier Jahren – insbesondere in den Großstädten“, sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick.

Verband erwartet keine Mietpreis-Explosion

Der IVD hat auch untersucht, wie sich der Wohnkostenanteil der deutschen Haushalte im Verhältnis zum jeweiligen Haushaltsnettoeinkommen entwickelt hat. Hierbei flossen auch die Nebenkosten (insbesondere für die Energieversorgung) in die Berechnungen ein. Dabei hat der IVD für 2012 Betriebskosten von 2,20 Euro monatlich pro Quadratmeter Wohnfläche angenommen und diesen Betrag für die vorherigen Jahre entsprechend der Teuerungsrate für Haushaltsenergiekosten nach unten angepasst. Verglichen wurden dabei die Wohnkosten für eine 70 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung mittleren Wohnwerts.

Der vorgelegten Analyse zufolge mussten Mieter im Jahr 1992 im Bundesdurchschnitt gut 19 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Wohnung ausgeben. Dieser Anteil sei im Lauf der Jahre zurückgegangen und liege seit 2006 konstant bei 15 bis 16 Prozent, berichtet der Immobilienverband.

Für 2013 und die folgenden Jahre erwartet der IVD „nur moderat anziehende Mieten knapp oberhalb der Inflationsrate“. Derart starke Preis- und Mietsteigerungen, wie sie 2011 und 2012 in den besonders begehrten Wohnlagen vieler Großstädte und Ballungsräume zu beobachten waren, würden 2013 höchstwahrscheinlich nicht mehr auftreten, sagte Schick voraus. Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz sieht in der IVD-Analyse allerdings nur einen „simplen Ablenkungsversuch von den aktuellen Wohnungs- und Mietenproblemen“. In Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstädten hätten Mieter „noch nie so hohe Mieten zahlen müssen wie heute.“

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