26.08.2016
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Angriff: Chef der Provinzial Nordwest überfallen

Ulrich Rüther

Der Vorstandschef der Westfälischen Provinzial Versicherung in Münster, Ulrich Rüther

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dpa

Münster -

Der Chef des Versicherungskonzerns Provinzial Nordwest, Ulrich Rüther, ist nach Angaben des Betriebsrats von einem Vermummten angegriffen worden. Rüther sei mit einem Schraubenzieher in die Brust gestochen worden, sagte der Betriebsratsvorsitzende Albert Roer am Mittwoch in Münster. Rüther hätte am Vormittag an einer Betriebsversammlung der zweitgrößten öffentlichen Versicherung teilnehmen sollen, wo die Belegschaft über mögliche Verkaufsabsichten der Provinzial-Nordwest-Eigentümer informiert wurde. Ob der Angriff in Zusammenhang mit dem möglichen Verkauf der Provinzial Nordwest steht, ist unklar.

Der Vorfall habe sich am Morgen ereignet, als Rüther aus der Tiefgarage in sein Büro gehen wollte, erklärte der Betriebsrat. Er werde jetzt im Krankenhaus behandelt.

Der Münsteraner Oberstaatsanwalt Heribert Beck sagte, seine Behörde wisse, dass es einen Angriff gegeben habe. Der Manager befinde sich im Krankenhaus, sagte auch Beck. Zu weiteren Details wollte er sich nicht äußern.

Bei der Provinzial Nordwest hatte es am Mittwoch Betriebsversammlungen gegeben. Arbeitnehmervertreter sind besorgt angesichts eines möglichen Verkaufs des Versicherers. Laut Finanzkreisen könnte der Münchener Branchenprimus Allianz weit mehr als 2,25 Milliarden Euro für die Provinzial Nordwest auf den Tisch legen. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Eigentümer gefordert, an dem Versicherer festzuhalten.

Rüther ist seit Januar 2009 Vorstandschef der Provinzial NordWest Holding. Der am 18. März 1968 in Ibbenbüren geborene Manager war über den Gerling-Konzern und den Versicherer Ergo zur Provinzial gekommen. (rtr)