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Aufsichtsbehörde: Google im Visier der Behörden

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Hat sich der Konzern Google durch finanzielle Vorteile einen Wettbewerbsvorsprung verschafft? Foto: AFP
Google ist ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Nicht nur die US-Aufsichtsbehörde wirft derzeit ein Auge auf den Konzern. Es wird untersucht, ob Google durch finanzielle Vorteile andere Unternehmen zur Nutzung seiner Dienste getrieben hat.  Von
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Lange haben sie geschlafen. Für Internetfirmen interessierten sich Wettbewerbshüter kaum. Langsam werden sie wacher. Jüngstes Beispiel: Die US-Aufsichtsbehörde  FTC schaut sich an, was Google bei der Werbung mit Bannern und mittels Videos im Internet so treibt. Der Hintergrund:  Die Firma ist weit mehr als  nur der dominierende Suchmaschinenbetreiber, der weitgehend von Werbung lebt. Zum Konzern gehört auch die Tochter Doubleclick, die für Unternehmen die digitale Anzeigen schalten wollen, Software und viele Dienstleistungen rund um Reklame  mit Texten sowie statischen und bewegten Bildern und im Internet anbietet. Die Wettbewerbshüter untersuchen nun nach US-Medienberichten, ob Google unter anderem Unternehmen mittels finanzieller Vorteile dazu gebracht hat, weitere Dienste des Konzerns quasi en gros zu nutzen, etwa einen digitalen Marktplatz, auf dem Werbeplätze für Reklame im Internet gekauft und verkauft werden. Konkurrenten wie Yahoo, die ähnliche Dienste anbieten, könnten das Nachsehen haben. 

Das macht klar, wie mächtig der Konzern inzwischen geworden ist. Er ist wie kein anderes Internetunternehmen auf verschiedenen Ebenen des Geschäfts mit der Werbung im Netz unterwegs. Er bietet Unternehmen ein riesiges Arsenal an Werkzeugen, um Online-Werbung zielgenau zu platzieren und nimmt zugleich Milliarden mit Reklame ein, beispielweise auch über die Tochter Youtube. Allein in den USA geht fast 50 Prozent des Internet-Werbevolumens an Google.  

Ein großer Konzern, der im Netz Reklame machen will, kommt an dem Konzern nicht vorbei. Branchenkennern ist längst klar, dass die Manager diese Position geschickt ausnutzen, wobei die klassischen Textanzeigen neben den Ergebnislisten der Suchmaschine noch immer den Kern des Geschäfts bilden.

Die Gefahr, dass der Wettbewerb behindert wird, ist groß – zumal die Suchmaschine in manchen Ländern einen Marktanteil bis zu 90 Prozent hat. Kein Wunder, dass nicht nur die US-Wettbewerbshüter aktiv ist. Auch in Kanada, Argentinien, Südkorea und  in der EU wird derzeit ermittelt. Die Crux bei den Verfahren ist, dass dem Konzern häufig der Missbrauch gar nicht so einfach nachzuweisen ist. Hätte Google nicht die enorme Größe und Dominanz in der Internetwelt, wäre das Verhalten der Manager in vielen Fällen gar kein Problem für die Wettbewerbshüter. 

Die Leute von Google-Leute haben es bislang jedenfalls häufig mit viel Geschick verstanden, Strafzahlungen zu umgehen.  Anfang des Jahres einigte sich der Konzern mit den US-Behörden. Der Vorwurf von Firmen wie dem Online-Reisebüro Expedia oder der Bewertungsplattform Yelp lautete: Google soll bei der Internetsuche eigene Töchter gegenüber den Angeboten von Konkurrenten bevorzugt haben. Der Internetriese gab einigermaßen unverbindliche Zusagen, Wettbewerber künftig fairer zu behandeln. Daraufhin wurden die Untersuchungen eingestellt.

Die EU-Kommission ging einem ganz ähnlich gelagerten Fall die Sache etwas härter an. Google soll bei der Suche nach wiederum spezialisierten Suchdiensten, etwa für Restaurants, ebenfalls die eigenen Angebote  bevorzugt zu haben. Der US-Konzern hat nun angeboten, alles was aus eigenem Hause kommt, speziell zu kennzeichnen. Eine endgültige Entscheidung der EU ist noch nicht gefallen. Die Konkurrenten werden zu den Vorschlägen noch angehört.

Fest steht allerdings, dass dies nicht die letzte Untersuchung gegen Google gewesen sein dürfte -  sofern die Wettbewerbshüter wach bleiben.

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