28.08.2016
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Automobilindustrie: Autobranche kämpft mit sinkendem Absatz

Die Automobilbranche hat auf dem Heimmarkt mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen.

Die Automobilbranche hat auf dem Heimmarkt mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen.

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dapd

Berlin -

Deutschlands Autohersteller müssen sich wegen der anhaltenden europäischen Schuldenkrise im kommenden Jahr auf einen weiter sinkenden Absatz auf dem Heimatmarkt einstellen. Doch eine starke Nachfrage etwa aus den USA und China bewahrt die Branche vor dem Schlimmsten. Ein Absturz wie im Krisenwinter 2008/2009 „ist nicht in Sicht“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Dienstag in Berlin.

Spannend sei, was zum Jahresbeginn 2013 passiere. „Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir Januar, Februar wieder Signale eines weltweiten Anziehens erleben“, erklärte Wissmann. Dann könne sich das Bild auch positiver darstellen als derzeit.

Ob Kurzarbeit zu einem Trend in der Autoindustrie werde, hänge entscheidend vom Verlauf des kommenden Jahres ab. „Das hat sich als Mittel in Konjunkturschwankungen als gut erwiesen“, sagte der VDA-Präsident.

Der Lkw-Hersteller MAN hatte am Dienstag wegen sinkender Nachfrage für Januar Kurzarbeit an zwei großen Standorten angekündigt. In München sind davon 3.500, in Salzgitter 1.800 Beschäftigte betroffen. Zuvor hatten schon andere Hersteller und Zulieferer die Produktion gedrosselt.

Eurokrise und Benzinpreise verderben die Kauflust

Nach Schätzung des VDA werden die Pkw-Neuzulassungen deutscher Hersteller im Inland 2012 auf Jahressicht um etwa zwei Prozent auf rund 3,1 Millionen Fahrzeuge sinken. Für 2013 sei mit einem noch geringeren Absatz von etwa 3 Millionen Neuwagen zu rechnen. „Das Jahr 2013 wird uns fordern“, sagte Wissmann. Das Dauerthema Eurokrise und auch die hohen Benzinpreise dämpften die Lust der Verbraucher am Autokauf.

Vor allem wegen dramatischer Einbrüche in Italien, Spanien und Frankreich sackte die Nachfrage nach neuen Pkw in Europa in diesem Jahr voraussichtlich um neun Prozent auf 11,7 Millionen Fahrzeuge ab. Eine Prognose traue sich niemand zu, sagte Wissmann. „Sicher ist, 2013 bleibt in Westeuropa ein schwieriges Jahr“, erklärte er.
Trotz der Absatzkrise in Europa war die deutsche Autobranche dank guter Nachfrage in den USA und China mit 2012 zufrieden. „Außerhalb Westeuropas erleben wir eine sehr dynamische Automobilkonjunktur, an der die deutsche Automobilindustrie überproportional teilhat“, sagte Wissmann.

In den USA wachse die deutsche Autoindustrie im siebten Jahr in Folge schneller als der Markt. In China sei inzwischen mehr als jeder fünfte Neuwagen ein deutsches Fabrikat. Der deutsche Anteil am Weltmarkt für Pkw liege bei rund einem Fünftel, sagte Wissmann. Bei der Premiumklasse erreiche er sogar 80 Prozent. Weltweit rechnet der VDA für 2013 mit einem Pkw-Absatz von rund 70 Millionen Fahrzeugen, nach 68 Millionen in diesem Jahr. (dapd)