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Bilanz: Apple legt Quartalszahlen vor

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Käuferschlangen beim Verkaufsstart des Apple iPad 3 im Frühjahr 2012 vor einem Laden in der Innenstadt in München. Foto: dpa
Wenn Apple seine Geschäftszahlen vorlegt, ist die Aufmerksamkeit immer groß. Am Mittwoch wird die Bilanz aber so akribisch unter die Lupe genommen wie schon lange nicht mehr.
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Cupertino/New York

Es ist eine ganz neue Erfahrung, die Apple-Aktionäre in den vergangenen Monaten machen mussten: Sie haben Geld verloren. Viel Geld. Während die Aktie im September auf den Rekordwert von 705,07 Dollar geklettert war, fiel sie seitdem auf unter 500 Dollar zurück. Anleger, die auf dem Höhepunkt eingestiegen waren, haben damit fast 30 Prozent ihres Einsatzes verloren. Insgesamt verpufften annähernd 200 Milliarden Dollar an Börsenwert. Oder wie es das „Wall Street Journal“ ausdrückte: das Bruttoinlandsprodukt von Pakistan.

Am Mittwoch könnte sich entscheiden, wohin die weitere Reise geht. Am späten Abend deutscher Zeit legt Apple seine Geschäftszahlen für das Weihnachtsquartal vor. Die Frage ist: Kann der erfolgsverwöhnte kalifornische Elektronikkonzern das Rekordergebnis aus dem Vorjahreszeitraum übertreffen? Damals vermeldete Apple 37 Millionen verkaufte iPhones, 15 Millionen verkaufte iPads und gut 13 Milliarden Dollar an Gewinn (10 Milliarden Euro).

In der jüngsten Zeit gab es einige Anzeichen dafür, dass Apple die Grenzen seines Geschäftsmodells erreicht hat. So haben die Android-Smartphones nach Angaben des Marktforschers IDC ihren Vorsprung am Markt vor Apples iPhone ausgebaut. Microsoft hat sein neues Betriebssystem Windows 8 für Tablet-Computer und Smartphones veröffentlicht. Und Computerhersteller bringen in immer schnellerer Folge Alternativen zu Apples iPad heraus.

Das deutlichste Alarmsignal kam vergangene Woche: Apple habe die Bestellungen von Bauteilen für sein neues iPhone 5 deutlich gesenkt - und zwar wegen niedrigerer Nachfrage als erwartet, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eingeweihte Personen. Die Bestellungen von Bildschirmen für das laufende Quartal seien sogar halbiert worden, hieß es weiter. Die Berechnungen der Zeitung blieben aber nicht unwidersprochen. Blogger wie Mark Rogowsky von Forbes.com rechneten nach, warum die Aussagen nicht stimmen können.

Etliche Analysten haben ihre Schätzungen für die Apple-Ergebnisse dennoch gesenkt. Der Finanzdienstleister Bloomberg hat die Zahlen zusammengetragen: Demnach könnte Apples Gewinn im Weihnachtsquartal um zwei Prozent auf unterm Strich 12,8 Milliarden Dollar geschrumpft sein. Das klingt nach keiner großen Sache, aber wie Bloomberg anmerkte: Es wäre der erste Rückgang seit einem Jahrzehnt!

Doch es gibt auch Analysten, die Apple neue Rekorde zutrauen mit 50 Millionen verkauften iPhones und deutlich mehr als 20 Millionen verkauften iPads. Der Marktforscher Kantar Worldpanel schätzt den Anteil der iPhones am gesamten US-Smartphone-Geschäft im vierten Quartal auf satte 51 Prozent. Und es gibt Spekulationen, dass die rasante Talfahrt der Apple-Aktie schlicht etwas mit Optionskontrakten auf just den aktuellen Preis zu tun haben könnte. So wunderten sich die Beobachter, dass die Apple-Aktie zum Börsenschluss am Freitag exakt bei 500,00 Dollar landete.

Egal, ob der Konzern die Vorjahreszahlen verfehlt oder übertrifft: Konzernchef Tim Cook muss nach eineinhalb Jahren an der Spitze die Weichen für die Zukunft von Apple stellen. Denn momentan lebt der Konzern von jenen Produkten, die noch der verstorbene Steve Jobs erdacht hatte. Cook hat das Werk fortgeführt und nur in Details eigene Akzente gesetzt: So hat das iPhone 5 einen größeren Bildschirm und iPad gibt es jetzt in einer Miniversion.
Nun muss Cook etwa entscheiden, ob Apple ins Geschäft mit Fernsehgeräten einsteigt. Oder reicht die bisherige Settop-Box Apple TV, um die Tür in die Wohnzimmer zu öffnen? Noch wichtiger ist die Frage, ob Apple ein günstigeres iPhone auf den Markt bringen muss. Bisher war der hohe Preis des Elite-Telefons ein Garant für die sagenhaften Gewinne des Unternehmens.

Aber der Smartphone-Markt hat sich seit dem Tod von Steve Jobs verändert: Im Westen gibt es immer weniger Spielraum für Wachstum, stattdessen wechseln die Menschen in Ländern wie China, Indien oder Brasilien massenhaft von einfachen Handys zu Computer-Telefonen. Das Dilemma von Cook: Ein billiges iPhone könnte die Profite schmälern; doch ohne ein neues Gerät könnte Apple die schnell wachsenden Märkte anderen überlassen - vor allem Herstellern von Android-Geräten wie Samsung. Cook muss sich entscheiden. Der Mittwoch wird mehr Klarheit bringen. (dpa)

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