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Braunkohle: RWE zündelt mit dem Klimaschutz

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Klimakiller und wichtiger Energielieferant - die Braunkohle Foto: neunkw.de
Die Braunkohle feiert ihr Comeback. Schließlich ist Atomkraft nach Fukushima verpönt und die erneuerbaren Energien liefern noch nicht genügend Strom. Bis 2015 wird der Höhenflug der Kohle noch andauern, schätzen Experten  Von
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Meter für Meter frisst sich der monströse Bagger durch die Wand aus Kohle. Jede Schaufel des 96 Meter hohen Ungetüms greift sich Brocken von der Größe eines Kleinwagens und spuckt sie am anderen Ende auf Förderbänder wieder aus – 240.000 Tonnen am Tag, rund um die Uhr. Die Arbeiter im Tagebau Garzweiler haben den Giganten schlicht den „240.000er“ getauft. Er ist einer von 20 Baggern im rheinischen Revier, die in Garzweiler und zwei weiteren Fördergruben jene Braunkohle aus der Erde graben, mit der RWE seine Kraftwerke füttert.

Zusammen schaffen sie 100 Millionen Tonnen Kohle im Jahr. Wird diese Menge verfeuert, pusten Kraftwerke mehr als drei mal so viele Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) in die Atmosphäre – eins jener Gase, das zur Erwärmung der Erde beiträgt. Einen „Klimakiller" nennen Umweltschützer das Gas deswegen. RWE will auch in Zukunft so viel Braunkohle verfeuern, dass nun Wissenschaftler des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie nun Alarm schlagen: Die Pläne des Energiekonzerns seien weder mit den Klimaschutzzielen des Bundes, noch mit denen des Landes vereinbar, warnen sie in einer unveröffentlichten Studie das Umweltministerium von Nordrhein-Westfalen.

Ambitionierter Fahrplan

Vor einem Jahr hat die Bundesregierung ihren ambitionierten Fahrplan für die Energiewende vorgelegt: Bis 2030 sollen erneuerbare Energien die Hälfte des Stroms liefern, 2050 sogar 80 Prozent. Zum Vergleich: Zurzeit sind es nur 20 Prozent. Das Wuppertaler Forschungsinstitut, das sich einer nachhaltigen Wirtschaft verschrieben hat und die Landesregierung berät, hat die Ziele von Angela Merkel und Co. jenen des Energiekonzerns RWE gegenübergestellt. Ergebnis: Schon im Jahr 2030 will RWE offenbar allein im rheinischen Revier mehr Energie aus der Braunkohle erzeugen, als Experten für ganz Deutschland für vertretbar halten – und dementsprechend mehr CO2.

Für das Jahr 2050 warnen die Forscher sogar noch deutlicher: Dann würde die Grenze um das Zehnfache überschritten werden.  Auch wenn ein Sprecher des Konzerns die Ergebnisse als „höchstspekulativ“ zurückweist – die Eckdaten der Studie kommen von RWE selbst. So etwa die Pläne, wie viel Kohle der Konzern in den kommenden Jahrzehnten aus der Erde holen will, wie viel Strom er damit erzeugen will und wie viel CO2 er dazu in die Atmosphäre pusten muss. Die Daten zeigen deutlich: RWE setzt auch in Zukunft auf die Braunkohle – jenen Energieträger, den Umweltschützer als den klimaschädlichsten überhaupt bezeichnen.

Der Herr der Bagger

Johannes Lambertz heißt der Herr der Schaufelradbagger und Tagebaue. Lambertz ist nicht nur Chef von RWE, sondern auch Vorsitzender des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins. Als der Kohlekönig Ende Mai ans Rednerpult auf einer Tagung “Kohlekraftwerke 2012″ im Düsseldorfer Hilton-Hotel tritt, lauscht ihm der ganze Saal. „Man kann von heute auf morgen aus der Kernenergie aussteigen”, sagt Lambertz gleich zu Beginn seiner Rede, „aber das hat Nebenwirkungen.“

Der Atomausstieg beschert der Braunkohle ein Comeback. Kaum hatte die Bundesregierung nach der Atomkatastrophe von Fukushima acht Meiler vom Netz genommen, drehten die Kohlekraftwerke auf: In 2011 verfeuerten sie 3,3 Prozent mehr Kohle als im Jahr zuvor, im rheinischen Revier stieg die Menge gar um 4,8 Prozent. Dort holt RWE etwas mehr als die Hälfte der deutschen Braunkohle aus der Erde. Der Höhenflug der rheinischen Kohle wird noch bis mindestens 2015 andauern, erst dann erwägt RWE, die Verbrennung der Kohle etwas zu drosseln. So steht es in den Daten, die die Wuppertaler Forscher ausgewertet haben.

Den ganzen Artikel lesen Sie unter: neunkw.de/?p=293&nggpage=2

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