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Fangquoten: Mehr Hering aus der Nordsee

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Die Kutter- und Küstenfischer schauen auch 2012 auf ein durchwachsenes Fischerei-Jahr zurück, steuern aber langsam aus der Krise heraus.  Foto: dpa
In der Nordsee darf im nächsten Jahr voraussichtlich mehr Hering gefangen werden. Die deutschen Fischer sind zufrieden mit den Aussichten für 2013. Die Fanquoten werden voraussichtlich erhöht, eine offizielle Einigung mit Norwegen steht noch aus.
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Brüssel/Hamburg

Deutschlands Fischer sind zufrieden mit den voraussichtlichen Fischfangquoten für Nordsee und Nordostatlantik im nächsten Jahr. „Es überwiegt das Positive“, urteilte der Deutsche Fischerei-Verband (DFV) am Donnerstag in Hamburg. Zuvor hatten sich in Brüssel die EU-Fischereiminister auf einen Großteil der Quoten für 2013 geeinigt. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium ist mit einer Erhöhung von für Deutschland wichtigen Quoten in der Nordsee zu rechnen. Dies steht allerdings noch unter dem Vorbehalt einer offiziellen Einigung mit Norwegen.

„Vor allem bei Hering, Scholle und Seelachs in der Nordsee haben sich die Bestände positiv entwickelt. Hier können die Quoten nach den Empfehlungen der Wissenschaft um 15 Prozent im Einklang mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung angehoben werden“, teilte das Haus von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nach Abschluss der Verhandlungen mit.

“Das sind wichtige Fische für die deutsche Fischerei“, sagte ein Sprecher des Fischereiverbandes. Für den Verband sind die voraussichtlichen Anhebungen der Quoten die logische Folge davon, dass sich die Bestände in den letzten Jahren - bei gesenkten Quoten - erholen konnten. „Nachhaltigkeit zahlt sich aus“, sagte der Sprecher.

Allerdings sind die Quoten noch nicht formal beschlossen. Zuvor bedarf es einer Einigung mit Norwegen, das dieselben Bestände befischt. Formell wurden die Quoten für die genannten Fische daher sogar herabgesetzt, um die Norweger nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen. Das ist nach Darstellung von Fischern und aus Delegationskreisen aber vorläufig: „Man kann das aus formalen Gründen nicht ohne Norwegen machen“, sagte DFV-Generalsekretär Peter Breckling AFP. Aus EU-Kreisen verlautete ebenfalls, es handele sich „um eine formale Maßnahme“.

Geteiltes Echo bei Umweltschützern

Bei Umweltschützern traf die Einigung der EU-Minister auf ein geteiltes Echo. Grundsätzlich zufrieden zeigte sich Greenpeace. Die EU-Quoten seien „heute viel dichter daran, was die Wissenschaft empfiehlt, als als früher“, sagte Greenpeace-Experte Thilo Maack. Allerdings gelte dies für bestimmte Bestände ausdrücklich nicht, fügte er an. Dort wird der Überfischung demnach nicht wirksam entgegengesteuert.

Der WWF kritisierte den „halbherzigen Kompromiss“. Die Fischereiminister „bekommen die Überfischung in der Nordsee nur schleichend in den Griff“, erklärte der WWF in Hamburg.

Wissenschaftliche Expertisen bilden die Grundlage für die Verhandlungen der Minister in Brüssel. Sie geben an, welche Fangmengen zulässig wären, damit die Bestände auf lange Sicht überleben. In der Vergangenheit wurden sie von den Staaten jedoch immer wieder weitgehend ignoriert. EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki, die die Orientierung an der Nachhaltigkeit vorantreibt, erklärte am Donnerstag, sie habe strengere Quoten angestrebt, sei aber insgesamt zufrieden.

Nach Aigners Worten ist die Situation beim Kabeljau in der Nordsee weiter ein Problem, weil sich der wichtige Fisch „trotz der extrem niedrigen Fangmengen in den vergangenen Jahre bisher kaum erholen konnte“. Die Anhebungen für Hering, Scholle und Seelachs stünden aber für die positive Entwicklung: „Mehr als die Hälfte der Fischbestände in Nordsee und Nordostatlantik werden schon heute nachhaltig bewirtschaftet“, erklärte Aigner. (afp)

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