26.07.2016
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Fastfood-Kette: Schreckensherrschaft bei Burger King

Burger-King-Filialen

In Deutschland gibt es 677 Burger-King-Filialen.

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AP/dpa

Berlin -

In jedem siebten deutschen Burger-King-Restaurant regiert derzeit die Angst. Mitarbeitern, die schweißtreibende neue Uniformen nicht anziehen möchten, sollen gekündigt werden. Tariflich vereinbarte Lohnerhöhungen sind auf Eis gelegt, ebenso das Urlaubsgeld. Die Bezahlung der Betriebsräte während ihrer Tätigkeit als Arbeitnehmervertreter bedarf der ausdrücklichen Genehmigung seitens der Geschäftsleitung. All dies geht aus schriftlichen Mitarbeiter-Anweisungen der Geschäftsleitung der Yi-Ko Holding GmbH hervor, die dieser Zeitung vorliegen.

In den 91 Burger-King-Filialen, die Anfang Mai von Yi-Ko übernommen wurden, scheinen das Betriebsverfassungsgesetz und höchstrichterliche Urteile nichts zu gelten. (wir berichteten) „Es geht zu wie im Wilden Westen“, sagt Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). (Die vollständige Liste der Filialen ist hier abrufbar) Mitarbeiter der Yi-Ko-Filialen bestätigen dies. Die Anteilseigener der GmbH, Ergün Yildiz und Alexander Kobolow, zielten allein auf höhere Gewinne durch niedrigere Löhne, heißt es.

Wer Betriebsversammlungen besuche, werde mit Entlassung bedroht. „Ganz offensichtlich versucht Yildiz, die Belegschaft mit Mafiamethoden einzuschüchtern, bis sie alles widerstandslos hinnimmt“, sagt ein Mitarbeiter, der nicht genannt werden möchte. Ein anderer berichtet, er sei körperlich bedroht worden, weil er die Betriebsratsarbeit unterstützt.

Mitarbeiter wehren sich

Dem zum Trotz kann von einem Ende der Betriebsratsaktivitäten bisher nicht die Rede sein, im Gegenteil: Gab es Anfang Mai 32 Betriebsräte in den 91 überwiegend in Süd- und Westdeutschland angesiedelten Yi-Ko-Filialen, so ist ihre Zahl mittlerweile auf 38 angestiegen. Die Mitarbeiter, viele von ihnen mit Migrationshintergrund setzen sich tapfer zur Wehr. „Wir tun alles, um sie zum Weitermachen zu ermutigen, sagt Zeitler.

Unterdessen unternimmt das Duo Yildiz/Kobolov offenbar alles, um sie davon abzubringen. Man hat den Hamburger Rechtsanwalt Helmut Naujoks beauftragt, sich dem Problem der Arbeitnehmervertretung anzunehmen. Der Jurist ist dafür bekannt, rechtlich unkündbare Mitarbeiter mit beherztem Zugriff doch irgendwie vor die Tür zu setzen. „Naujoks dient sich Arbeitgebern ganz offen damit an, er kündige auch die Unkündbaren. Das ist unfassbar“, sagt Zeitler. Naujoks folge einem perfiden Fahrplan. Er versuche stets, zwischen Belegschaften und ihre Betriebsräte Misstrauen zu säen. Das geht im konkreten Fall so: „Unsere Wirtschaftsprüfer haben festgestellt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Burger King GmbH schlimmen Missbrauch betrieben haben“, heißt es auf Aushängen für das Personal. Rechtsanwalt Naujoks stehe bereit, um gegen diese Mitarbeiter vorzugehen. „Bitte haben Sie keine Angst, uns die Wahrheit mitzuteilen.“ Mobbing werde nicht geduldet.

Das nebulöse Geschwurbel ziele allein gegen den Betriebsrat, glaubt Zeitler. Naujoks versuche, die Arbeitnehmervertreter zu Tätern zu stilisieren, die sich angeblich abfällig über Kollegen äußerten. Mobbing sei tatsächlich Alltag bei Burger King, bestätigt ein Mitarbeiter: „Aber nur durch Yildiz und seine Landsknechte.“

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Dieser Artikel wurde am Dienstag um 17:55 Uhr aktualisiert.