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Insolvenz: Schlecker-Ausverkauf gestartet

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Großer Ausverkauf in bundesweit 2.8000 Schlecker-Filialen (Bild:dpa) Foto: dpa
In Tausenden Schlecker-Filialen haben die Beschäftigten mit ihrer letzten Arbeit begonnen: dem Ausverkauf mit großen Preisnachlässen. Die Regierung plant unterdessen, die Mitarbeiterinnen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umzuschulen. Die Regierung plant, Schlecker-Mitarbeiterinnen zu Erzieherinnen und Altenpflegrinnen umzuschulen.
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Stuttgart

In den bundesweit rund 2800 Schlecker-Märkten haben die Beschäftigten mit ihrer letzten Arbeit begonnen: dem Ausverkauf. In den Filialen gibt es Preisnachlässe zwischen 30 und 50 Prozent. Nach Auskunft eines Sprechers der insolventen Drogeriekette ist die Rabattaktion gut angelaufen.

Die gut 13.000 Mitarbeiter der Kette sollen ihre Kündigung zum Monatsende erhalten. Unklar ist noch, wie es für die etwa 5000 Beschäftigten bei IhrPlatz und Schlecker XL weitergeht. Sie haben - anders als die Mitarbeiter des Mutterunternehmens Schlecker - eine Zukunftschance.

Umschulung zu Erzieherinnen

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat arbeitslose Mitarbeiterinnen der Drogeriemarktkette Schlecker aufgerufen, in strukturschwachen Regionen eine Umschulung zur Erzieherin oder Altenpflegerin in Erwägung zu ziehen. „Das ist ein Angebot. Wir würden uns freuen, wenn viele Arbeitssuchende dieses Angebot auch wahrnehmen und annehmen“, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte dagegen an, mit den SPD-geführten Ländern auszuloten, ob auf Länder-Ebene doch noch Transfergesellschaften möglich wären. Mit der Bundesregierung und den Ländern mit FDP-Regierungsbeteiligung sei dieser Weg aber nicht mehr zu gehen.

Von der Leyen bedauerte, dass es nicht gelungen sei, die Insolvenz von Schlecker und damit den Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen zu vermeiden. Vor allem den vielen Frauen solle nun über die Bundesagentur für Arbeit geholfen werden, sagte die Ministerin nach einem Treffen mit Bsirske und dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Angesichts der wachsenden Beschäftigung im Handel in den letzten Jahren gebe es durchaus Chancen für viele Betroffene auf Vermittlung, auch wenn das in strukturschwachen Regionen schwieriger sei.

Neben den üblichen Vermittlungsbemühungen der Bundesagentur sollen daher auch Programme zur Förderung des Strukturwandels genutzt werden, um Umschulungen auf Mangelberufe etwa im Bereich Kindererziehung und -betreuung oder der Altenpflege zu ermöglichen. Zwar werde damit der kurzfristige Bedarf in diesen Bereichen sicher nicht gedeckt, weil es sich um mindestens zweijährige Ausbildungen handle, sagte die Ministerin. Auf längere Sicht könnten sich hier aber durchaus Möglichkeiten ergeben. Sie könne die Schlecker-Mitarbeiterinnen daher nur ermutigen, diesen Neuanfang zu wagen.

Familienministerin Kristina Schröder begrüßte den Vorschlag. „Es geht hier nicht darum, jemanden in eine Umschulung zu pressen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass unter diesen lebenserfahrenen Frauen viele mit Freude und Engagement diese neue berufliche Chance ergreifen wollen“, sagte die CDU-Politikerin der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe). Bei der Suche nach qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern müsse aber streng auf die Qualität der Aus- und Weiterbildungsinitiativen geachtet werden. Schließlich handle es sich um einen „sehr sensiblen Bereich“.

Von den bislang gekündigten 11.190 Schlecker-Beschäftigten im Rahmen der ersten Entlassungswelle haben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit inzwischen rund 5000 eine neue Stelle gefunden oder sind in Qualifizierungs- und Fördermaßnahmen untergekommen. Dies sei ein positives Signal, sagte Weise. Bsirske verwies allerdings darauf, dass es im Einzelhandel derzeit rund 360.000 Arbeitssuchende bei gerade 25.000 offenen Stellen geben. (dpa,rtr)

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