Wirtschaft
Nachrichten zu Wirtschaft, Börse und Finanzen

Vorlesen
3 Kommentare

Kunstfonds: „Kunst ist eine stabile Geldanlage“

Erstellt
Kunst kann man auch als Kapitalanlage betrachten.  Foto: dpa
Stefan Horsthemke sammelt Kapital für den Berenberg Art Fund ein, einen geschlossenen Kunstfonds. Ab 100.000 Euro können Anleger einsteigen. Ein Vorteil der Anlage: Mit Kunst wird währungsunabhängig gehandelt.  Von
Drucken per Mail
Köln

Herr Horsthemke, die Eurokrise, niedrige Zinsen und die Sorge vor Inflation verunsichern derzeit die Anleger. Sie haben kürzlich den Berenberg Art Capital Fund aufgelegt, einen geschlossenen Kunstfonds, der sieben bis neun Prozent Rendite in Aussicht stellt. Wie risikobereit müssen Anleger sein, die den Fonds zeichnen?

Stefan Horsthemke: Kunst ist, wenn es die richtige Kunst ist, eine verhältnismäßig sichere und stabile Kapitalanlage. Der Markt entwickelt sich seit Jahren nach oben, auch, weil es weltweit immer mehr Sammler gibt. Zudem lässt sich Kunst währungsunabhängig handeln, in Dollar, Yen, Rand oder Euro und bietet damit auch einen Schutz gegen Inflation.

Aber auch der Kunstmarkt unterliegt doch Moden und Schwankungen.

Horsthemke: Das ist richtig. Aber die Zyklen verlaufen deutlich langsamer als in anderen Bereichen, zum Beispiel auf dem Aktienmarkt. Deshalb lassen sie sich für einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren vergleichsweise gut voraussehen und kalkulieren.

Stefan Horsthemke.
Stefan Horsthemke.
Foto: Hartmut S. Bühler

Ab welcher Summe können Anleger einsteigen?

Horsthemke: Die Mindestbeteiligung liegt bei 100.000 Euro. Seit Anfang des Jahres sind wir in Gesprächen mit Investoren. Das Interesse ist sehr groß, und so haben wir bereits rund zehn Millionen Euro eingesammelt. Das Ziel sind 50 Millionen.

In welche Kunst wird der Fonds künftig investieren?

Horsthemke: Wir haben klare Anlage-Richtlinien. Rund 75 Prozent investieren wir in globale Blue-Chip-Künstler. Das sind 300 bis 400 Künstler aller Stilrichtungen von Alten Meistern über Impressionisten bis zur Kunst der Nachkriegszeit, die in den weltweit wichtigsten Museen und Privatsammlungen vertreten sind. Ein weiteres wesentliches Kriterium ist, dass die Arbeiten ein hohes Transaktionsvolumen bei internationalen Auktionen oder im Kunsthandel haben.

Und das restliche Viertel?

Horsthemke: Das investieren wir in Global Emerging Artists. Das sind Künstler, die bereits eine bestimmte Markterfahrung mitbringen und an der Schwelle zum internationalen Durchbruch stehen. Oft werden sie zum Beispiel auf Ausstellungen wie der Documenta in Kassel oder der Biennale in Venedig von einem internationalen Publikum entdeckt.

Der Markt gilt insgesamt als sehr unübersichtlich. Anhand welcher Kriterien bewerten Sie, ob ein Künstler als aussichtsreich gilt?

Horsthemke: Wir betreiben sehr viel Research und verfolgen genau, wer von welchem Museum gezeigt wird oder in welcher Ausstellung oder Sammlung vertreten ist. Da bekommt man schon ein sehr gutes Bild.

Viele Künstler machen kurzfristig eine steile Karriere und verschwinden dann wieder in der Versenkung. Wie kann sichergestellt werden, dass man nicht auf einen solchen Hype reinfällt?

Zur Person

Stefan Horsthemke, 1965 in Münster geboren, ist promovierter Kunsthistoriker und Kulturmanager. Seit 2011 ist er Mitbegründer und Geschäftsführender Gesellschafter der international tätigen Berenberg Art Advice GmbH, einer Tochtergesellschaft der Berenberg Bank.

Sie betreut sowohl Privatkunden als auch institutionelle Kunden in den Bereichen Kunstberatung, Sammlungsaufbau und -verwaltung, Kunstinvestitionen und -transaktionen. Davor war Horsthemke Manager der deutschen und Schweizer Gesellschaft der Axa-Kunstversicherung. (cos)

Horsthemke: Dafür gibt es deutliche Anzeichen. Ein Indikator ist beispielsweise, wenn der Auktionspreis deutlich über dem Preis liegt, den die Galerie verlangt. Dann ist meist Spekulation im Spiel.

Hätten Sie ein Beispiel?

Horsthemke: Betrachtet man viele jüngere chinesische Künstler, fällt auf, dass ihre Arbeiten bei Versteigerungen sehr hohe Preise erzielen, ohne dass sie bislang eine wirklich fundierte Ausstellungskarriere hinter sich haben.

Wie wird entschieden, welche Arbeiten angekauft werden?

HORSTHEMKE: Jedes Objekt durchläuft einen umfangreichen Evaluationsprozess, in dessen Rahmen wir den Wert des Werkes feststellen. Ein Investment-Komitee, in dem nicht nur ausgewiesene Kenner des Kunstmarktes sitzen, sondern auch Experten der Berenberg Bank, stimmt dann mehrheitlich über den Ankauf ab.

Können die Anleger die angekauften Arbeiten eigentlich im Lager betrachten?

Horsthemke: Die Kunstwerke können von den Fondszeichnern gegen eine Gebühr entliehen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Außerdem reduziert der Verleih die Lagerkosten des Fonds, und gleichzeitig kann der Investor mit der Kunst leben, sich somit täglich an seinem Investment erfreuen.

Auch interessant
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. €) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
Sonderveröffentlichung
Fortbildung
Mitarbeiter sollten in Ruhe darüber nachdenken, wie ernst es ihnen mit den guten Vorsätzen ist – so kann man vermeiden, unrealistischen Zielen nachzueifern.

Mehr Gehalt fordern oder sich für eine Fortbildung anmelden? So klappt´s im Job!

Stromvergleich
Tarife vergleichen, wechseln und sparen!
Stromverbrauch kWh/Jahr
Postleitzahl Berechnen
Sonderveröffentlichung
Mit Bus und Bahn
Das Phantasialand in Brühl zieht Jung und Alt an.

Pünktlich zum Start der Sommersaison ins Phantasialand Brühl fahren.

Börse
DAX
DAX
TecDAX
texDAX
FACEBOOK
Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!

Top-Links