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Machtkampf: Leopold Stiefel verkauft Saturn-Anteile

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Der Machtkampf bei Media-Saturn geht weiter. Foto: dpa
Am Ende hat sich Leopold Stiefel gebeugt: Der Ingolstädter hat seine Anteile am Elektronikriesen für 230 Millionen Euro an die Metro verkauft. Damit verliert Firmengründer Erich Kellerhals seinen einzigen Verbündeten im Streit mit der Handelskette.
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Düsseldorf

Im Machtkampf mit dem Mehrheitseigner Metro um Europas größte Elektrohandelskette Media-Saturn verliert Firmengründer Erich Kellerhals seinen einzigen Verbündeten im Aktionärskreis. Media-Saturn-Mitbegründer Leopold Stiefel kündigte am Montag an, seine Familie werde sich von ihren Media-Saturn-Anteilen in Höhe von insgesamt 2,97 Prozent trennen und diese an den Düsseldorfer Handelskonzern Metro verkaufen. Dafür erhält Stiefel einen stolzen Kaufpreis: Metro-Kreisen zufolge werden rund 230 Millionen Euro fällig. Die Ergebnisse des Handelsriesen werden dadurch aber nicht belastet, Metro hat einem Sprecher zufolge Rückstellungen gebildet. Der Poker mit Kellerhals dauert indes an - denn dessen Veto-Rechte bleiben trotz des höheren Metro-Anteils bestehen.

„Media-Saturn ist mein Lebenswerk“, unterstrich Stiefel. Trotzdem sagt er seinen Anteilen Adieu: „Nachdem ich mich schon vor Jahren entschlossen habe, meine Anteile zum gegebenen Zeitpunkt vertrauensvoll in die Hände des Mehrheitsgesellschafters Metro zu legen, habe ich diesen Schritt nun vollzogen“, fügte er hinzu.

Stiefel hatte zusammen mit Kellerhals die Elektromarktkette aufgebaut. Milliardär Kellerhals hatte immer wieder betont, Geschäftspartner Stiefel teile im Streit mit der Metro seine Position. Bei dem Konflikt geht es um die umfassenden Vetro-Rechte Kellerhals' bei Media-Saturn - diese sind dem Mehrheitseigner Metro ein Dorn im Auge. Der Handelsriese hatte Kellerhals immer wieder vorgeworfen, Entscheidungen zu verzögern. Kellerhals seinerseits wirft dem ungeliebten Großaktionär vor, ihn enteignen zu wollen. Der Streit beschäftigte auch die Gerichte. An den Machtverhältnissen in den Media-Saturn-Gremien ändert Stiefels Entscheidung indes nach Angaben von Sprechern beider Seiten nichts. Kellerhals hält knapp 22 Prozent an Media-Saturn - für die Veto-Rechte reichen nach Firmenstatut 20 Prozent.

Ein Sprecher von Kellerhals' Investmentgesellschaft Convergenta nannte Stiefels Entscheidung zum Ausstieg aus dem Aktionärskreis eine „private Vermögensdisposition von Herrn Stiefel“. „Es steht uns nicht zu, diese zu kommentieren“, fügte er hinzu.
Gänzlich verabschieden will Stiefel sich aber nicht - er wolle Media-Saturn als Berater in strategischen Fragen zur Verfügung stehen, betonte er. „Wir begrüßen seine Bereitschaft, dem Unternehmen weiter verbunden sein zu wollen, sehr und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“, sagte Metro-Chef Olaf Koch. Metro-Aktien notierten am Morgen in einem fast unveränderten Gesamtmarkt leicht im Minus. (rtr)

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