23.07.2016
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Opel Bochum: Warenverteilzentrum bleibt bis 2016

Eine Fahne mit dem Firmenlogo weht vor dem Opel-Werk in Bochum.

Eine Fahne mit dem Firmenlogo weht vor dem Opel-Werk in Bochum.

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dpa

Bochum/Düsseldorf -

Der Autokonzern Opel zieht sich nun doch noch nicht Ende kommenden Jahres komplett aus Bochum zurück. Das Warenverteilzentrum mit derzeit 430 Arbeitsplätzen solle bis 2016 bestehenbleiben, sagte Opel-Strategievorstand Thomas Sedran am Freitag in Düsseldorf. Er korrigierte damit frühere Angaben des Unternehmens, das Lager solle wie die gesamte Autoproduktion Ende 2014 geschlossen werden.

Ein Bochumer Opel-Sprecher hatte im April erklärt, mit dem Ende der Autoproduktion solle auch das Verteilzentrum aufgegeben werden. Das sei eine Folge des Neins der Bochumer Beschäftigten zum Opel-Sanierungsplan. „Da hatten wir ein Missverständnis in dem, was wir gesagt haben“, sagte Sedran. Opel habe mit dem Dienstleister, der das Verteilzentrum betreibt, einen Vertrag „der bis ins Jahr 2016 geht“. Diesen Vertrag werde Opel einhalten. Das Warenverteilzentrum in Bochum beliefert Händler in ganz Europa mit Ersatzteilen.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) nannte die Ankündigung Sedrans „ein erstes klares Signal der Verantwortungsübernahme und des Einhaltens von Zusagen für diesen Standort“. Die intensiven Gespräche der vergangenen Wochen seien „offenkundig nicht ohne Wirkung auf Opel geblieben“.

CDU sieht Duin von Opel bloßgestellt

Die CDU sieht Duin von Opel bloßgestellt. Der Wirtschaftsminister habe sich beim Thema Opel in zahlreiche Widersprüche verstrickt und behauptet, es sei klar, dass auch das Verteilzentrum vom Schließungsbeschluss betroffen sei, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Wittke laut Mitteilung. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) müsse „Opel zur Chefsache machen, denn ihr Wirtschaftsminister kann sich ganz offensichtlich nicht vernünftig dafür einsetzen, dass möglichst viel Opel möglichst lange in Bochum bleibt“.

Zusammen mit dem Opel-Manager stellte Duin die Initiative „Bochum Perspektive 2022“ für die Zeit nach dem Abzug des Autobauers vor. Eine geplante Entwicklungsgesellschaft soll die Ansiedlung von Ersatzarbeitsplätzen auf dem Werksgelände voranbringen. Derzeit arbeiten bei Opel direkt und im Verteilzentrum noch rund 3700 Mitarbeiter.

Opel will die drei Bochumer Standorte mit einer Fläche von 1,6 Millionen Quadratmetern in die Gesellschaft einbringen. Außerdem hat der Autobauer der Gesellschaft einen zweistelligen Millionenbetrag zugesagt. Für die Flächen und die Kosten des Rückbaus der Produktionsanlagen suche Opel gemeinsam mit der Stadt Bochum eine „liquiditätsschonende Lösung“. Der Wert der Grundstücke müsse noch ermittelt werden, sagte Sedran. Die Flächen seien nicht wertlos. Opel habe bereits ein Kaufangebot, das die Rückbaukosten übersteige. Es gebe aber keine Pläne, das Gelände an einen Investor zu verkaufen.

Die Bochumer Opel-Belegschaft hatte im März mit großer Mehrheit den mit der IG Metall ausgehandelten Sanierungsplan abgelehnt, der ein langsameres Auslaufen der Produktion bis Ende 2016 und hohe Investitionen in Ersatzarbeitsplätze vorsah. Der Autobauer hatte darauf entschieden, den jetzt noch in Bochum gebauten Zafira Tourer ab 2015 im Stammwerk Rüsselsheim zu fertigen. (dpa)