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Schulden: EZB sieht Gefahren durch Zypern-Krise

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EZB-Präsident Mario Draghi am 25. Januar in Davos (Schweiz). Foto: dpa
Die Europäische Zentralbank warnt davor, die Schuldenkrise des kleinen Eurolandes Zypern auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Entwicklungen auf der Mittelmeerinsel könnten den Fortschritt in Europa behindern.
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Athen/Hamburg

Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt davor, die Schuldenkrise des kleinen Eurolandes Zypern auf die leichte Schulter zu nehmen. Nach „Spiegel“-Informationen soll es darüber vergangene Woche auch zu einer Auseinandersetzung zwischen EZB-Präsident Mario Draghi und dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gekommen sein.

In normalen Zeiten sei Zypern als Mini-Volkswirtschaft nicht systemrelevant für die gesamte Eurozone, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der Athener Zeitung „Kathimerini“. „Aber ich glaube, wir befinden uns noch nicht in normalen Zeiten, und deshalb denke ich, dass ungeordnete Entwicklungen in Zypern den Fortschritt behindern können, den wir 2012 in Europa gemacht haben.“ Als besondere Gefahr sieht er Ansteckungseffekte in Griechenland, wo zyprische Banken stark engagiert sind.

Draghi soll laut „Spiegel“ beim Treffen der Euro-Finanzminister vergangene Woche ähnlich argumentiert und dabei Schäuble, der dem Bericht zufolge Zypern nicht für systemrelevant hält, deutlich widersprochen haben. Systemrelevant bedeutet in diesem Fall, dass ein Problem in einem Land die ganze Eurozone in Mitleidenschaft ziehen kann.

Zypern droht Staatsbankrott

Der hoch verschuldete Inselstaat hatte im vergangenen Sommer einen Antrag auf Milliardenhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds gestellt, weil seine Banken in Schwierigkeiten sind. Andernfalls drohe der Staatsbankrott. Allerdings wird eine Entscheidung über Hilfen frühestens nach den Wahlen auf Zypern im Februar erwartet.

Als besonders problematisch gilt das Engagement russischer Anleger bei zyprischen Finanzinstituten. Das Land wehrt sich gegen Vorwürfe, dass es sich dabei auch um Geldwäsche handeln soll. Bei den Hilfen für Zypern dürfte es aber um die Frage gehen, ob die Anleger bei einer Sanierung der Banken Einbußen in Kauf nehmen sollen. Dies würde nach Ansicht mancher Experten einen „Bank run“ (plötzlichen Ansturm auf Banken) auslösen, der dann wiederum Nachahmer in anderen südeuropäischen Ländern finden könnte. Laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ sind aber Deutschland und der Internationale Währungsfonds (IWF) bisher gewillt, dieses Risiko einzugehen.

Die Ratingagentur Fitch hatte Zyperns Kreditwürdigkeit am Freitag erneut gesenkt. Die Bonitätsnote wurde von „BB-“ auf „B“ reduziert, der Ausblick bleibt negativ. Damit droht der Mittelmeerinsel eine weitere Herabstufung. Fitch begründete die erneute Herabstufung damit, dass das Volumen einer möglichen Stützung des Bankensektors die bisherigen Schätzungen übersteigen dürfte. Außerdem lasse die Rettung durch die anderen Eurozonen-Länder auf sich warten, bemängelten die Notengeber. (dpa)

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