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Sparkasse Köln/Bonn: Kölner Konto in Lima geplündert

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Peruanische Sols. Foto: imago stock&people
Schock für die Sparkassen-Kundin Anja S.: Gauner räumten an einem peruanischen Geldautomaten ihr Konto leer. 14-mal hoben die Täter Geld ab und erbeuteten fast 2000 Euro. Die Betrogene musste zwei Monate lang auf die Erstattung des Geldes warten.  Von
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Köln

Morgens noch im Kölner Raum eingekauft, mittags das eigene Konto an einem peruanischen Geldautomaten leer geräumt: Dass Anja S. die fast 11 000 Kilometer in dieser kurzen Zeit nicht mal mit dem schnellsten Flieger schaffen kann, dachten sich wohl auch die Mitarbeiter der Sparkasse Köln/Bonn und informierten die verblüffte Kundin Mitte Dezember, dass sie wohl Opfer von Gaunern geworden sei. EC-Karte sperren, Anzeige erstatten - Anja S. folgte umgehend den Empfehlungen der Banker. Doch die Betrüger hatten in der peruanischen Hauptstadt bis dahin bereits 14-mal Geld abgehoben - mehr als 5000 peruanische Sol oder umgerechnet 1872 Euro.

Geld zurücküberwiesen

Der Bankberater bot der verärgerten Kundin gleich an, das Geld zurückzuholen. Doch kaum war das Geld auf dem Konto, war es auch schon wieder weg: Die Bank in Lima habe protestiert, erläuterte die Sparkasse Köln/Bonn der entsetzten 47-Jährigen. Leider habe man nicht anders gekonnt und das Geld wieder zurücküberweisen müssen.

Anja S. ist ein "Skimming"-Opfer: Ihre Kartendaten wurden von Kriminellen vermutlich an einem manipulierten Geldautomaten oder an einem manipulierten Kassenterminal im Einzelhandel ausgelesen. Auch ihre PIN wurde offenbar ausspioniert, anschließend erstellten die Betrüger eine Karten-Doublette, mit der sie dann in Peru so lange Geld am Automaten zogen, bis die Karte gesperrt wurde.

Auch für die Sparkasse war der Betrugsfall zwar von Beginn an eindeutig, dennoch sei man vertraglich verpflichtet gewesen, das Geld zu transferieren, behauptete die Sparkasse gegenüber der Kundin. Da es sich um eine internationale Transaktion handele, sei auch nicht die Sparkasse zuständig und verantwortlich, sondern Master Card/Maestro. Diese Kreditkartenfirma habe den Abwickler FDI beauftragt, der wiederum über ein Schiedsverfahren das Geld bei der Bank in Lima einfordern müsse. Und das könne dauern.

Grundlage ist das Bürgerliche Gesetzbuch

Verbraucherschützer halten diese Argumentation für "absurd": Wenn der Fall für die Sparkasse so eindeutig gewesen sei, hätte sie das Geld nach dem erfolgreichen Rückruf nicht erneut nach Lima überweisen dürfen, sagt Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV). Das Verbraucherrecht regele das klar und schütze hier den Kunden. Grundlage sei das Bürgerliche Gesetzbuch: Laut BGB müsse im Fall eines nicht autorisierten Zahlungsvorgangs der Betrag unverzüglich erstattet werden. Es könne nicht sein, dass die Kundin trotz mehrfacher Nachfrage, Mahnung und Fristsetzung nun seit mehr als zwei Monaten auf die Erstattung der unrechtmäßigerweise transferierten 1872 Euro warte.

Mehr noch: Die Sparkasse müsse das Konto unverzüglich "so stellen, als hätte es den Vorgang nie gegeben" , auch um weitere Schäden abzuwenden wie etwa einen negativen Schufa-Eintrag. Etwaige Soll- und Überziehungszinsen müssten erstattet werden - was die Sparkasse allerdings von Beginn an zugesichert hat. Viele Banken seien kundenfreundlich, streckten in solchen Fällen das Geld vor und holten es sich dann von der betreffenden Bank, die das Geld unberechtigterweise einzogen habe, zurück, sagt Pauli. "Interne Abstimmungsprozesse müssen die Banken unter sich ausmachen", so Pauli. "Der Kunde darf jedenfalls nicht darunter leiden."

Die Sparkasse Köln/Bonn hat nach Anfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger" nun eingelenkt: Man werde der Kundin unverzüglich das Geld erstatten, teilte eine Sprecherin am Montagabend mit. Das hätte das Institut bereits zu dem Zeitpunkt machen müssen, als der Betrugsfall bekanntwurde. Das Institut werde sich entschuldigen.

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