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Spritpreis: Tankstellen beschenken sich an Ostern

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Pünktlich zum Start in die Osterferien in vielen Bundesländern klettern die Spritpreise. Foto: dpa
Spritpreise steigen zu Beginn der Ferien markant – das Spiel wiederholt sich jedes Jahr. Der Mineralölwirtschaftsverband betont, dass sich derzeit das Tankstellengeschäft normalisiere. Doch an Ostern wird so viel getankt wie sonst nie — höhere Preise sind leichter durchzusetzen.  Von
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An Ostern wird vieles teurer. Schoko-Osterhasen zu Beispiel, deren Preis nach dem Ostermontag leicht auf die Hälfte fallen wird. Hotels in den Skigebieten ebenfalls. Das lässt die meisten von uns kalt. In Wallung geraten jedoch viele bei einer anderen Ware: Sprit. Denn seit vielen Jahren ist ein ein häufiges Muster zu beobachten: Vor Ostern verlassen Benzin- und Dieselpreise das vorherrschende Niveau und ziehen schon zu Ferienbeginn eine Woche vor den Feiertagen langsam an.

Die Preisspitze liegt dann häufig am Gründonnerstag und Karfreitag, bevor es wieder langsam nach unten geht. 2012 zogen die Preise vor Ostern wie gewohnt kräftig an. Und auch dieses Jahr bahnt sich ein ähnliches Muster an. Nach ADAC-Angaben legte der Dieselpreis im Wochenvergleich um 5,5 zu. Ein Liter Super E10 kostete am Freitag 3,2 Cent mehr als in der Vorwoche. Und am Wochenende sind die Preise noch weiter gestiegen.

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Zunächst gibt es zumindest einen handfeste Gründe für gestiegene Preise. Zwar hat sich der Ölpreis kaum verändert. Steffen Bukold, Chef des unabhängigen Analysedienstes EnergyComment, sieht jedoch den schwachen Euro als Preistreiber: „Der Wertverlust gegenüber dem Dollar macht in den vergangenen Wochen etwa vier Prozent aus, während sich der Ölpreis in Dollar kaum verändert hat. Das ergibt etwa zwei Cent Aufschlag pro Liter Sprit.“

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) betont, dass sich derzeit das Tankstellengeschäft normalisiere, die Preise seien zuletzt teils nicht einmal kostendeckend gewesen. „Im langfristigen Trend hängt der Tankstellenpreis von den Einkaufspreisen für Benzin ab.“

Aber sind nicht doch Abzocker am Werk, oder, vorsichtiger ausgedrückt: Bleiben an Ostern ordentliche Extragewinne bei den Mineralölkonzernen hängen? Eine wirklich systematische, langjährige Untersuchung dazu gibt es nicht. Allerdings wurden voriges Jahr zu Ostern besonders hohe Margen der Tankstellenketten gemessen.

Nach einer Auswertung des Autoclubs Europa liegen über mehrere Jahre hinweg die Preise in der Spitze im Schnitt bis zu drei Cent höher an Ostern. Das Flimmern der Weltmärkte verhindert einen klaren Blick, doch es spricht viel dafür, dass Ostern tatsächlich systematisch ein paar Cent mehr verlangt werden können.

Das wäre auch nicht überraschend, denn Angebot und Nachfrage diktieren den Markt. An Ostern wird so viel getankt wie sonst nie im Jahr, weil in ganz Deutschland Arbeitnehmer und Schüler gleichzeitig frei haben – anders als zum Beispiel in den Sommerferien, die versetzt stattfinden.

Im Osterreisestress kommt der Preisvergleich dann zu kurz und die Tankstellen, die an der Preisschraube drehen, werden nicht durch einen so starken Kundenschwund wie sonst bestraft. Sie können kollektiv ein höheres Priesniveau durchsetzen. Indizien liefert auch die Betrachtung der Profitmargen: Voriges Jahr lag Ostern im April. In diesem Monat blieb bei den Tankstellenbetreibern deutlich mehr Geld hängen als in den Monaten Januar bis April.

Gute Geschäfte

Im Frühjahr sind zudem die Erdölverarbeiter in einer besseren Position, um steigende Preise durchzusetzen. „Die Raffinerien in Europa müssen zwei Mal pro Jahr in die Instandhaltung, um zum Beispiel Brennschlacken zu entfernen. Das wird in der Regel im Frühjahr und Herbst gemacht. Derzeit sind also etwas weniger Raffinerien in Betrieb als üblich“, sagt Bukold.

Die Tankstellenbetreiber machen hierzulande gute Geschäfte. „Die Gewinnmargen im deutschen Kraftstoffgeschäft können so schlecht nicht sein", sagt Bukold. In Österreich zum Beispiel lägen die Preise vor Steuern mehrere Cent niedriger, obwohl dort höhere Logistikkosten als in Deutschland anfallen.“ Allerdings: Im europäischen Vergleich sind die deutschen Preise nicht auffällig hoch. Ohne Steuern und Abgaben kostete ein Liter Sprit laut Zahlen der EU-Kommission im Schnitt 69,6 Cent, in Deutschland waren es 67 Cent. In Österreich waren es nur 63,8 Cent.

Preisvergleiche obligatorisch

Nach Ansicht des deutschen Bundeskartellamts hat in Österreich die Erzwingung von mehr Transparenz zu sinkenden Preisen geführt. Die Tankstellenbetreiber wurden verpflichtet, ihre Preise stets aktuell digital zu veröffentlichen. Dort kann man sich nun präzise über die Spritpreise informieren, während in Deutschland die Preisvergleiche nicht so genau sind.

Doch ab Sommer ändert sich das: Der Bundestag hat vorige Woche den Weg frei gemacht für die Einrichtung einer Transparenzstelle. Steffen Bukold erwartet durchaus positive Effekte: „Wenn es im deutschen Markt mehr Transparenz gibt, ist das eine gute Sache für die Kunden. Ich erwarte durch die Transparenzstelle etwas niedrigere Preise, weil der Vergleich für die Kunden erleichtert wird.“ Das gilt dann auch an Ostern – allerdings erst 2014.

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