28.09.2016
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Warnstreik: Viele Apotheken bleiben geschlossen

Apotheke

Apotheker protestieren gegen den Honorar-Abschlag zugunsten der Kassen.

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dpa

Düsseldorf -

Am Mittwochvormittag treten viele Apotheken im Rheinland in den Warnstreik. Von zehn bis zwölf Uhr stehen Kunden dann vor verschlossenen Türen. Die Pharmazeuten protestieren damit gegen die „Blockadepolitik“, so der Apothekerverband Rheinland, der gesetzlichen Krankenkassen.

Es geht um die Höhe des Rabattes, den Apotheken pro Arzneimittel auf Rezept an die gesetzlichen Krankenkassen abführen müssen. Für 2011 und 2012 war er von der Regierung auf 2,05 Euro festgelegt worden, für 2013 muss er neu ausgehandelt werden.Die Apotheken erbringen aus ihrer Sicht ein zeitlich befristetes Sonderopfer. Sie fordern für 2013 eine Senkung auf 1,75 Euro.

Apotheker brechen Verhandlungen ab

In den Verhandlungen über ihre künftige Bezahlung hatten die Apotheker am 14. November aus Protest eine Verhandlungsrunde mit den Krankenkassen platzen lassen. Die 30 Cent Unterschied des Rabatts zwischen dem jetzigen Wert von 2,05 und der Forderung von 1,75 Euro machen ihren Angaben zufolge rund 600 Millionen Euro aus, was einem Volumen von rund 200 Millionen Euro pro Jahr entspreche.

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, sagte, die Verhandlungsrunde habe abgebrochen werden müssen, da die Kassen nicht mal die Ausgangsbasis anerkannt hätten. Er sei „zutiefst verärgert über dieses unverantwortliche Handeln der Kassen, die die Selbstverwaltung offenbar als Blockade-Instrument“ betrachteten. Die Apotheker hätten die Kassen zuletzt mit einem „Sonderopfer“ unterstützt, jetzt horteten die Kassen ihre Milliardenüberschüsse.

Von Kassenseite erklärte Sprecher Florian Lanz im November, sein Verband sei weiter an einer Einigung interessiert. Er habe den Apothekern daher weitere Gespräche auf Vorstandsebene angeboten. „Wir appellieren an die Apotheker, an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte er.

Die Apotheken wollen die Warnstreik-Aktion am Mittwoch vor allem dazu nutzen, um ihre Kunden und Patienten darüber zu informieren, welche Folgen der drastische Sparkurs der Krankenkassen aus ihrer Sicht für ihre bisher noch wohnortnahe Versorgung hat. (ksta, mit rtr)