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Baustelle: Blüten sind noch Mangelware

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Eine ganze Reihe von Baufahrzeugen ist an der künftigen Römerbastion angerückt, um die Terrassen für die Blumenbeete anzulegen. Foto: Joachim Sprothen
Gewaltige Erdbewegungen finden derzeit am Wassersportsee statt, um das Areal für die Landesgartenschau herzurichten. Unter anderem entstehen Terrassen für hängende Gärten. Bunt wird es aber wohl erst im kommenden Jahr.  Von
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leiAn der künftigen Römerbastion schaufelt eine ganze Reihe von Baggern die Terrassen für die hängenden Gärten frei, an der anderen Uferseite nimmt das Forum Holz Gestalt an, und am Wassersportsee gibt es neuerdings „Berge“. Es macht durchaus Sinn, dass die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, wie auch am Dienstag wieder geschehen, in jeder Sitzung über den Fortgang der Arbeiten für die Landesgartenschau informiert werden möchten. Die Erkenntnisse zurückliegender Sitzungen entsprechen nämlich schon nach einigen Wochen nicht mehr dem aktuellen Sachstand.

Stauden und Hecken

„So richtigen Betrieb werden wir hier in einem Jahr haben“, erzählte Laga-Geschäftsführer Christoph Hartmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bei einem Rundgang über das Schaugelände am Wassersportsee. Dann werden die Landschaftsgärtner in Massen anrücken, um die Blumen zu pflanzen, die pünktlich zum Laga-Beginn im April 2014 für die Farbakzente sorgen sollen. Derzeit werden den Gärtnern noch im wahrsten Sinne des Wortes die Wege geebnet und die Parzellen der Beete angelegt. Blüten sind noch Mangelware. Dabei wurden am See immerhin schon 4149 Stauden und 6110 Heckenpflanzen in die Erde gesetzt. Diese Gewächse brauchen allerdings noch etwas Zeit, um sich zu voller Pracht und Größe zu entwickeln. Die Kaninchen, die laut Hartmann „hier eine richtige Plage sind“, sollen mit ihren Nagezähnen da kein Unheil anrichten. Die Neuanpflanzungen wurden mit Drahtzäunen vor den Mümmelmännern geschützt, die Graugänse sollen durch Flatterbänder davor abgeschreckt werden, sich an dem zarten Grün gütlich zu tun.

An Wildkräutern und -blumen scheint das Interesse der Kaninchen und Gänse geringer zu sein. In dieser Hinsicht sind schon beachtliche Flächen zu bestaunen. Mit Dr. Wolfram Kunick aus Bornheim konnte ein ausgewiesener Experte für die Aussaat standorttypischer Kräuter und Blumen gewonnen werden. „Zurück zur Natur“ heißt die Devise für die Aussaaten in den vier Sichtschneisen, die von der Straße „Am Wassersportsee“ einen freien Blick auf das Gewässer ermöglichen.
Den konnte man bis dato nicht genießen. An der Straße zwischen Hoven und Lövenich verstellten fast überall Hügel, hinter denen es relativ steil bergab ging, die Sicht auf den See. Das wird sich ändern.

Die Laga-Besucher müssen vom Eingang bis zum See ein weit geringeres Gefälle überwinden, die Wege werden für Rollstuhlfahrer problemlos passierbar sein. Dafür werden die oberen Hügel abgetragen, in Richtung See wird hingegen Erdreich aufgeschüttet. Die „Berge“, die derzeit auf dem Baugelände zu bestaunen sind, sind nichts anderes als die Reservoire für die gewaltigen Erdmengen, die dafür benötigt werden. 10 000 Kubikmeter türmen sich dort auf. Größtenteils handelt es sich um die Erde, die beim Grundausbau anfällt, der bis zum Frühjahrsende 2013 abgeschlossen sein soll. Mit Grundausbau meint Hartmann die Anlage der festen Wege und die Errichtung der Hochbauten. Auch hier liegt man im geplanten Zeitraster. Am markantesten sind derzeit die Arbeiten am Forum Holz, bei dem das Untergeschoss des Funktionstrakts bereits Formen angenommen hat.

Mit der Sitztreppe, die zwischen dem Bau für die Gastronomie und dem für DLRG, Umkleidekabinen und Technik liegt, wurde ebenfalls kürzlich begonnen. 1300 Zuhörer werden auf dieser Tribüne Platz finden, wenn etwa die Bigband der Bundeswehr am See konzertiert. Vom Eingang aus wird die Rückseite der Tribüne aber ebenso wenig zu sehen sein, wie das Untergeschoss des zweigeschossigen Forum Holz, das sich aus optischer Sicht eingeschossig präsentieren wird. Das Untergeschoss, das aus Beton errichtet wird, während für den überwiegenden Teil des Gebäudes Holz Verwendung findet, ist nach den Erdaufschüttungen von oben nicht mehr zu sehen. Das gilt auch für die kleine Insel, die bis dato den Schwimmer- vom Nichtschwimmerbereich trennte. Sie muss der schwimmenden Plattform der Seearena weichen, von der aus die Wasserratten ins kühle Nass springen werden.

Ausbau des Ostturms

Kleinere Rückschläge, die bei einer Großbaustelle wohl unvermeidbar sind, konnten längst wieder glatt gebügelt werden. So sprießt wieder das Gras rund um den Serpentinenweg, dessen Erdreich mitsamt Saatgut zu Pfingsten bei einem Unwetter in den See gespült wurde. Der Schaden in Höhe von immerhin 100 000 Euro wurde von der Versicherung beglichen. Die Mehrkosten im laut Hartmann „niedrigen fünfstelligen Bereich“, die beim Ausbau des Ostturms der Burg anfallen, muss man allerdings an anderen Stellen einsparen: Bei der Entkernung stießen die Arbeiter überraschenderweise auf einen Betonring mit Stahlarmierung, der entfernt werden soll, weil er gotische Fenster verdeckt. Bis die geplante Aussichtsplattform über neue Treppen erreichbar sein wird, dauert es deshalb voraussichtlich bis Ende des Jahres. Dennoch wird man laut Hartmann am 28. Oktober auch dort interessante Neuigkeiten präsentieren können. Dann wird zum ersten Mal das Terrain rund um die Burg Schauplatz einer öffentlichen Laga-Führung sein. Treffpunkt ist um 14 Uhr der Marktplatz.

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