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Notartermin: Stadt verkaufte Grundstück

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Fritz-Martin Waldendorf (von rechts), Georg Goebels, Bürgermeister Albert Bergmann und Notar Dr. Dieter Stöhr  Foto: Joachim Sprothen
Bei den entscheidenden Rahmenbedingungen für den Verkauf des 3791 Quadratmeter großen städtischen Grundstücks ist es geblieben. Das Grundstück darf nur zweckgebunden für den Bau eines Ärztehauses verwendet werden.  Von
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An die ehemalige Stadthalle erinnern an der Bonner Straße in Zülpich nur noch ein Haufen Bauschutt und das Reklameschild. Während der Abriss des Gebäudes ruckzuck vonstattenging, erweist sich die Geburt des auf dem Grundstück geplanten Ärztehauses allerdings als äußerst schwierig.

Mitinvestor Fritz-Martin Waldendorf, Bürgermeister Albert Bergmann und sein Geschäftsbereichsleiter Georg Goebels waren am Donnerstag zwar um 8.15 Uhr bei Notar Dr. Dieter Stöhr erschienen, um den bereits zu Papier gebrachten Grundstückskaufvertrag zu unterschreiben und beurkunden zu lassen. Doch gegen 10 Uhr kam Bergmann mit dieser Botschaft aus dem Büro des Notars: „Damit muss ich in den Stadtrat.“ Der Vertrag wurde zwar beurkundet, tritt aber erst in Kraft, wenn der Rat seinen Segen gegeben haben. Waldendorf hatte noch um die Einarbeitung zusätzlicher Vertragsklauseln gebeten, die nach Ansicht des Bürgermeisters nicht über die Köpfe der Stadtverordneten hinweg besiegelt werden können. Details könne er aber nicht verraten.

Mit dieser Entwicklung hatte Bergmann selbst wohl am wenigsten gerechnet. Der Bürgermeister hatte sich den Donnerstag freigenommen, um den 40. Hochzeitstag mit seiner Ehefrau feiern zu können, die ihn spätestens um 10 Uhr wieder daheim in Linzenich erwartete. Dass die morgendliche „Freizeitbeschäftigung“ in Stöhrs Kanzlei etwas länger dauern könnte, hatte Bergmann nicht einkalkuliert.

Der Bürgermeister schien allerdings auch nach dem unvorhergesehen Verlauf davon auszugehen, dass sich der Stadtrat den neuen Vertragsklauseln nicht verweigern wird. Sowohl Bergmann als auch Waldendorf gaben sich zuversichtlich, dass das Ärztehaus realisiert wird.

Privater Investor

Der Dortmunder Waldendorf, der auch Geschäftsführer einer namhaften Projektentwicklungsgesellschaft ist, investiert als Privatmann in das Ärztehaus. Dazu wurde eigens die „Gesundheitszentrum Zülpich GmbH“ gegründet, deren Gesellschafter Waldendorf und Manfred Vogel aus Bochum sind.

Bei den entscheidenden Rahmenbedingungen für den Verkauf des 3791 Quadratmeter großen städtischen Grundstücks ist es geblieben. Der Kaufpreis beträgt rund 550.000 Euro. Das Grundstück darf nur zweckgebunden für den Bau eines Ärztehauses verwendet werden. Inklusive des Kaufpreises werde er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Vogel etwa drei Millionen Euro in den Neubau investieren, so Waldendorf.

Verbindliche Zusagen lägen ihm von einem Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin, einem Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, einer Gynäkologin und einem Kinderarzt vor, die allesamt bereits in Zülpich praktizierten. Aus anderen Kommunen kämen ein Hörgeräteakustiker und ein Apotheker. Auch ein Kiosk für die Patienten sei geplant.

Das reicht, um ein zweigeschossiges Gebäude mit einer überbauten Grundfläche von 840 Quadratmetern zu füllen. Ursprünglich war von vier Geschossen die Rede gewesen. Aber hinter der Erwartung, dass etwa ein Dutzend Mediziner ihre Praxen in dem Ärztehaus einrichten könnten, blieb man weit zurück. Der Stadtrat hatte den Investoren bereits im Mai zugebilligt, die letzte Kaufpreisrate in Höhe von 183.000 Euro erst dann begleichen zu müssen, wenn Bedarf für ein drittes Stockwerk bestehe. Bürgermeister Bergmann versprühte am Donnerstag in dieser Hinsicht Optimismus: „Wenn das Ärztehaus erst mal in Betrieb genommen ist und die Mediziner sehen, dass es funktioniert, wird wohl weiterer Bedarf angemeldet.“

Waldendorf sagte zwar, dass der Standort direkt gegenüber dem Fachmarktzentrum ideal sei und auch noch weitere Interessenten bei ihm angeklopft hätten, gab sich aber etwas zurückhaltender als der Bürgermeister. „Niemand ist an einem dritten Geschoss so sehr interessiert wie wir, weil das Ärztehaus dann einfach wirtschaftlicher ist“, sagte Waldendorf. Aber er sei da der „falsche Ansprechpartner“. Die Kassenärztliche Vereinigung verhindere derzeit noch vielfach Praxisneueröffnungen: „Aber derzeit wird an der Veränderung der Zulassungsmodalitäten gearbeitet.“

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