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Zirkus Weisheit in Zülpich: Ein Leben in der Manege

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Der Zirkus Weisheit gastiert in Zülpich. Dana Weisheit ist in der Manege als Clown unterwegs, hier kümmert sie sich um die Kamele Fernandez und Ali. Foto: Petra Grebe
Derzeit gastiert der Zirkus Weisheit an der Bergheimer Straße in Zülpich. Die erste Veranstaltung am vergangenen Samstag musste mangels Zuschauer ausfallen. Das nachlassende Interesse macht dem Zirkus das Leben zusehends schwer.  Von
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Das Gastspiel in Zülpich begann für die Familie Weisheit mit ihrem „Cirkus Deja-vu“ nicht besonders gut: Die Zirkusvorstellung am Samstag fiel mangels Zuschauer aus.

Lag es am schönen Badewetter? Oder daran, dass der Zirkus sein Zelt etwas versteckt an der Bergheimer Straße aufgeschlagen hat?

Schwierige Zeiten

Für einen kleinen Zirkus wie den der Familie Weisheit sind die Zeiten schwierig geworden. Zwölf Mitglieder rund um Carmen Weisheit und ihren Lebensgefährten und Zirkusdirektor Adolf Spindler sind jede Woche in einem anderen Ort damit beschäftigt, vor allem Kindern eine andere Welt zu zeigen. Eine Welt voller Fantasie und mit Artistik und Tierdressuren. 30 Tiere – unter anderem Pferde, Esel, Ziegen, Tauben und Kamele – haben sie dabei.

Schon von klein auf wachsen die Kinder in das Zirkusleben hinein und stehen früh im Rampenlicht. Bei der Familie Weisheit ist es die zwölfjährige Lijnne, die schon mit einer Hula-Hop-Nummer in der Manege steht.

Früher habe man noch Kinder von der ersten bis fünften Klasse mit dem Programm ansprechen können, meinte Adolf Spindler, inzwischen seien es eigentlich nur noch die Kleineren.

Am Samstag blieb das Zirkuszelt verwaist - die Vorstellung fiel mangels Zuschauer aus.  Foto: Petra Grebe

Schon die Dritt- und Viertklässer scheinen das Interesse am Zirkus verloren zu haben. Dabei seien sie ein Zirkus zum Anfassen, betonte Carmen Weisheit. Bei der Clownnummer zum Beispiel werden die Kinder in die Nummer mit eingebaut und sie können das Zirkusleben hautnah spüren. „Früher war es ein Ereignis, wenn der Zirkus in die Stadt kam“, erinnerte sich Carmen Weisheit. Da seien schon beim Aufbauen Kinder gekommen und hätten neugierig zugeschaut. Heute ist es für einen kleinen Zirkus schon schwierig, einen vernünftigen und bezahlbaren Platz zu bekommen.

In Zülpich hat die Familie zwar neben dem Zirkuszelt und ihren Wohnwagen eine große Wiese für die Tiere, doch sie liegen auch etwas versteckt und wäre das Zelt nicht von der Hauptstraße schon zu sehen, wäre es etwas schwierig, den Zirkus überhaupt zu entdecken.

In der vierten Generation besteht der Circus Deja-vu inzwischen und ans Aufgeben denkt die Familie noch lange nicht. „Wir haben doch nichts anderes gelernt“, meinte Adolf Spindler und sie wollten auch gar nichts anderes tun. „Jedes Kind sollte einmal einen kleinen Zirkus erlebt haben“, sagte Carmen Weisheit und würde sich wünschen, dass jeder einmal im Jahr eine Vorstellung besuchen würde. Dann wäre es für einen kleinen Zirkus, wie den der Familie Weisheit sicherlich etwas einfacher.

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Denn im Gegensatz zu den großen Zirkussen kostet der Besuch im Circus Deja-vu nicht mehr als ein Kinobesuch und die Kinder können zwei Stunden lang eine Show mit Akrobatik, Feuerschluckern, Jongleuren und Dressuren erleben. Also werden die Weisheits sich auch weiterhin dem harten Überlebenskampf stellen und jede Woche an einem anderen Ort ihr Zelt aufschlagen.

Sie werden ihr Programm zeigen und immer wieder neue Nummern einstudieren, denn der Zirkus ist für sie das Leben.
Am Montag und Dienstag findet in Zülpich jeweils um 17 Uhr noch eine Vorstellung statt. Danach zieht die Familie Weisheit weiter.

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