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Griechisches Restaurant im Rheinauhafen: Ein Abend mit Höhen und Tiefen im Limani

Limani Innenbereich
Foto:

Michael Bause

Köln -

Gehen Sie bitte mal hin. Da gibt’s ein paar Dinger, der Pulpo, die Fischsuppe, die sind echt cool! Die Terrasse ist ein Knaller. Der Service ist sehr nett.“ Wenn ein Kölner Sternekoch mir gegenüber so ein Restaurant empfiehlt, das sich in direkter Fußnähe zu seinem befindet, macht mich das neugierig.

Im „Limani“ sitzt man auch drinnen nett, aber draußen mit Blick auf den Rhein ist es noch mal bedeutend schöner. Das Serviceteam – weiße Hemden, schwarze Krawatten – lässt sich erstmal viel Zeit. Als ich endlich (zu selbstbewussten Preisen) bestellen darf, sind um 19.30 Uhr bereits Dorade und Souvlaki aus. Kein guter Start. Aber es wird besser: die Kellner sind tatsächlich nett, Essen und Wein kommen nach der Bestellung zügig an den Tisch. Gekocht wird griechisch-mediterran, die Menükarte ist groß, zusätzlich gibt es sechs Tagesgerichte.

So gut die Fischsuppe, so schwach das Wildgemüse

Der Abend wird wie die Historie Griechenlands: mit Höhen und Tiefen. Die Kretische Fischsuppe ist tatsächlich wunderbar, eine große, heiße Schüssel mit vielen Fischstücken und zwei Garnelen, dazu zwei Scheiben Knoblauchbrot. Alles von überzeugender Qualität und mit gutem Olivenöl. Die Suppe läuft unter Mezedes, der griechischen Variante von Tapas.

Limani Gedeck
Foto:

Michael Bause

Der Kellner sagt zwei bis drei könne man pro Person rechnen, wenn man danach noch einen Hauptgang essen möchte. So viele schafft allerdings nur, wer vorher einen Zehnkampf absolviert hat. Mit Dreien ist man zu zweit wirklich gut bedient. Die Portionen sind zumeist nämlich groß (und optisch sehr schlicht).

So gut die Fischsuppe, so schwach das gebratene Wildgemüse. Es ist zum einen kaum gebraten. Dicke Strünke Gemüse finden sich auf dem Teller, von Kirschtomaten und Pinienkernen, die dem Ganzen Pfiff verleihen, gibt es zu wenig. Die Zitronen-Eisauce zu den gefüllten Weinblättern ist generös in Sachen Säure. Wer das dazugelegte Zitronenviertel nutzt, muss sich seiner Zahnhälse sehr sicher sein.

Versöhnlicher Abschluss mit Mousse au Chocolat

Positiv dann das Pfännchen mit Kalbsleber, vor allem die sehr gut abgeschmeckte Zwiebel-Weinsauce. Das lässt sich über die eindimensionale Sauce Provençale beim saftigen Steinbutt leider nicht sagen, ärgerlicher ist aber der dazu gereichte Portulak: bitter, fest, sauer. Man macht automatisch das Schweppes-Gesicht. Das Kartoffelpüree zu den geschmorten Bäckchen vom Iberischen Schwein ist dagegen gelungen, doch es mangelt dem Gang massiv an Sauce.

Die abschließende Mousse au Chocolat mit Olivenöl gelingt dann wieder, deutlicher Kakaogeschmack, nicht zu süß, schön fluffig. Der versöhnliche Abschluss eines gemischten Vergnügens.

Agrippinawerft 6, 50678 Köln - 0221 / 719 05 90 / Täglich 12 - 24.30 Uhr (Küche bis 23 Uhr) - www.limanicologne.de

Das haben wir probiert

Limani Kalbsleber
Foto:

Carsten Henn

Gebratenes grünes Wildgemüse // 7 €

Kretische Fischsuppe / Knoblauchbrot 14,80 €

Gebratene Kalbsleber / Zwiebeln / Weißweinsauce // 12,80 €

Handgemachte Weinblätter / Reisfüllung / Zitronen–Eisauce // 7,20 €

Geschmorte Bäckchen vom Iberischen Schwein / Keniabohnen / Kartoffelpüree// 22,50 €

Steinbuttfilet / Sauce Provencale / Portulakblätter / Bratlinge //  28,50 €

Dunkle Mousse au Chocolat / Olivenöl / Erdbeersauce // 7,50 €