Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Neuer Inhalt

150 Reisebusse am Dom: Tausende strömten am ersten Adventswochenende in die Kölner City

Auf dem Weihnachtsmarkt am Alter Markt ist es an den Adventswochenenden voll.

Auf dem Weihnachtsmarkt am Alter Markt ist es an den Adventswochenenden voll.

Foto:

Uwe Weiser

Köln -

Eine Radfahrerin steigt entnervt von ihrem Fahrrad und dreht sich zu ihrem Begleiter um. „Das wird hier doch auch nichts“, ruft sie ihm zu. Die beiden sind von der Cäcilienstraße in Richtung Schildergasse abgebogen, weil die Autoschlange vor dem Kaufhof-Parkhaus den Radweg versperrt hat. Doch auch auf dem Umweg kommen die Radfahrer nicht besser voran – weil die Schildergasse schon um kurz nach zehn Uhr voller Menschen ist. Sie geben es auf und schieben die Fahrräder durch die Fußgängerzone.

Das erste Adventswochenende hat Tausende Besucher in die Kölner Innenstadt gelockt. Zwar hatten einige Weihnachtsmärkte schon einige Tage vorher geöffnet, doch richtig eng geworden ist es auf den großen Plätzen der Stadt erst am Samstag. Die Bilanz des Handels und der Stadt fällt dabei positiv aus.

Großteil der Touristen aus dem Ausland

Besonders bei Bus-Touristen ist der Weihnachtsmarkt am Dom beliebt. Die Glühwein-, Reibekuchen- und Souvenir-Buden waren gerade erst ein paar Minuten geöffnet, da ließ sich der Roncalliplatz nur noch mit viel Geduld überqueren. Bis zum frühen Nachmittag zählte der Verkehrsdienst etwa 150 Reisebusse, die ihre Passagiere nahe dem Dom an der Komödienstraße absetzten.

Busse halten auf der Komödienstraße.

Busse halten auf der Komödienstraße.

Foto:

Uwe Weiser

Ein Großteil der Busse kam aus Belgien und den Niederlanden, ebenso aus Frankreich, Slowenien oder Großbritannien. Zusammen mit einer privaten Sicherheitsfirma regelten die Mitarbeiter der Stadt den Verkehr und sperrten Straßen ab.

Künstlerische Stadtmotive beliebt

Einer der vielen Besucher ist Steve Rowland aus der britischen Stadt Leeds. Gemeinsam mit seinem Partner Mike und einem befreundeten Paar besucht der 60-Jährige seit mittlerweile 16 Jahren die Kölner Weihnachtsmärkte. In Großbritannien gebe es zwar auch Weihnachtsmärkte, „aber die sind viel kleiner und außerdem ist die Stimmung dort lange nicht so gut“, sagt er.

Auch ein kurzer Dom-Besuch sei in jedem Jahr Pflicht. Mit zwei auffälligen neuen Weihnachtsmützen auf dem Kopf schieben sich die vier langsam in Richtung Ausgang.

Nur ein paar Meter weiter steht Lan Trinh Phong an seinem Stand und unterhält sich mit einer Frau über seine Auslage hinweg. Mit seinen Kunstwerken sticht der Essener aus der Masse der weihnachtlich-obligatorischen Waren heraus.

Weihnachtliche Kopfbedeckung

Weihnachtliche Kopfbedeckung

Foto:

Uwe Weiser

Er sprüht bekannte Film- und Stadtmotive auf Leinwände, Holztafeln oder Schallplatten und verkauft seine Kunst an die Weihnachtsmarkt-Besucher. Vor Ort sprüht er Wunschmotive, jedes seiner Bilder gibt es nur ein einziges Mal. „Die Kölner kaufen das gerne“, sagt Phong, der seit 2010 jedes Jahr auf den Markt kommt.

Einzelhandel zufrieden

Der Einzelhandel ist zufrieden mit dem ersten Adventswochenende. Gekauft wurden nicht nur weihnachtliche Deko-Artikel und Süßwaren. „Auch Geschenke jeglicher Art standen vereinzelt schon auf dem Einkaufszettel vieler Kunden“, teilte Jörg Hamel vom Handelsverband Nordrhein-Westfalen Aachen-Düren-Köln mit.

Auch der bevorstehende Nikolaustag in der kommenden Woche habe für eine Belebung einzelner Branchen gesorgt. So hätten die Anbieter in den Bereichen Parfümerie, Schmuck und Spielwaren profitiert. Hohen Umsatz machte offenbar auch der Bereich „Handtaschen“. Der Fashion-Bereich hinke den Erwartungen allerdings noch hinterher. Jenseits der Haupteinkaufsstraßen in der Innenstadt sei allerdings „noch Luft nach oben“, so Hamel.

Bilanz des Ordnungsamts

Zufrieden zeigte sich auch Heinrich Büth vom Kölner Ordnungsamt. Straßen und Plätze seien zwar gut gefüllt gewesen, allerdings nicht so, dass Sperrungen notwendig waren. Trotzdem überwachen an den Adventssamstagen weiterhin insgesamt 24 Sicherheitsleute die besonders enge Hohe Straße. In ihren neongelben Jacken behalten sie die Menschenströme in der Fußgängerzone im Blick. Mögliche Fluchtwege sind dort mit großen Bannern ausgewiesen, sodass im Falle einer Sperrung schnell reagiert werden kann.

Lan Trinh Phong verkauft Kunstwaren.

Lan Trinh Phong verkauft Kunstwaren.

Foto:

Uwe Weiser

Einige Parkhäuser waren schon am Vormittag voll besetzt, dennoch gab es in vielen Garagen noch freie Plätze. Auch auf den großen Ausfallstraßen gab es nach Angaben der Stadt kaum größere Staus. „Keine Spitzenwerte“, fasst Büth den Samstag zusammen.