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Köln-Pesch: Anwohner fordern: Am See soll es ruhiger werden

Die Info-Veranstaltung des Bürgervereins

Die Info-Veranstaltung des Bürgervereins

Foto:

Charlotte Pekel

Pesch -

Junge Leute, die illegal baden und grillen, Müll hinterlassen und lautstark die Nächte durchmachen – seit Jahren ringen die Anwohner des Pescher Sees mit „Exzessen“ – so empfinden sie es – wie diesen. Die Stadt hat einen Wachdienst eingerichtet, trotzdem ist die Zahl der verzeichneten Ordnungswidrigkeiten immer noch hoch. Im Juni dieses Jahres waren es 300, im August noch 150 Verstöße.

Zaun brachte keine Verbesserung

Ein im vergangenen Jahr aufgestellter Maschendrahtzaun brachte keine Lösung, er wurde nach kurzer Zeit zerstört. Auch mobile Müllbehälter fielen Vandalismus zum Opfer. Deshalb lud der Bürgerverein Pesch jetzt zu einer Informationsveranstaltung in die Aula des Pescher Gymnasiums ein, wo Anwohner mit Mitarbeitern der Stadt und der Bezirksvertretung Chorweiler ins Gespräch kommen konnten. Klar ist: Alle Parteien sehnen für den kommenden Sommer eine Lösung herbei.

Am Pescher See sollen sich Flora und Fauna entfalten können. Doch Anwohner klagen über Partys und Müll am Ufer.

Am Pescher See sollen sich Flora und Fauna entfalten können. Doch Anwohner klagen über Partys und Müll am Ufer.

Foto:

Michael Bause

Baderverbot im Landschaftsschutzgebiet

Zwischen 40 und 50 Beschwerden über die Zustände im Landschaftsschutzgebiet Pescher See, in dem ein striktes Badeverbot herrscht, erreichen Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner im Jahr. Katrin Wieland, Mitarbeiterin im städtischen Umweltamt, stellte den Bürgern deshalb drei Lösungsansätze vor. „Uns ist wichtig, mit Ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden, die bei allen Beteiligten die größtmögliche Zustimmung findet“, betonte sie.

Kontrollen intensivieren

Ihr erster Vorschlag: Die Stadt wird die Kontrollen am See im kommenden Jahr nochmals intensivieren. Wachpersonal, das für die Probleme vor Ort sensibilisiert wurde, soll im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen requiriert und eingesetzt werden. „Das kann auch eine Blaupause für unsere anderen Landschaftsschutzgebiete in Köln sein“, sagte Wieland.

Ufer soll steiler werden

Bei den anderen beiden Möglichkeiten geht es um „strukturelle Veränderungen“ des Uferbereichs. Der würde entweder mit großen Steinen aufgeschüttet oder aber baulich so verändert, dass er deutlich steiler würde als bislang. Das Ziel: Es soll verhindert werden, dass sich dort Besucher aufhalten und grillen. Die letztere Variante müsste allerdings in einem behördlichen Verfahren beschlossen werden. „So ein Verfahren dauert und der Ausgang ist ungewiss“, warnte Wieland.

Und sie stellte klar: Landschaftliche Veränderungen im Uferbereich würden nicht nur den unliebsamen Gästen, sondern allen Bürgern den Aufenthalt am Pescher See verwehren. Außerdem bestehe die Gefahr, dass diese Personen zwar aus dem Uferbereich verdrängt würden, aber sich weiterhin in den Büschen oder auf dem Gehweg aufhielten.

Weiterhin als Naherholungsgebiet nutzbar

Trotz vieler emotionaler Wortmeldungen waren sich die Anwesenden überwiegend einig, dass der Pescher See weiterhin für alle als Naherholungsgebiet nutzbar sein sollte. „Man muss den See schützen, damit man die Natur auch genießen kann“, sagte Angela Schragen, die die Veranstaltung mit ihrer Familie besuchte.

„Mit einem Zaun und Verboten ist es nicht getan“, meinte Alberto Correa. Es müsse klare Spielregeln für die Nutzung geben. Er schlug vor, Infoveranstaltungen an den umliegenden Schulen zu initiieren, um Schüler auf das Thema Naturschutz aufmerksam zu machen. Seine Tochter Leonie Correa (16) verbringt mit ihren Freunden gerne Zeit am See. „Einen Zaun finde ich unnötig, und Steine am Ufer würden niemanden davon abhalten, Partys zu feiern“, glaubt sie. Aber sie findet es wichtig, keinen Müll zu hinterlassen. Johannes Sieben, stellvertretender Schulleiter am Gymnasium Pesch, war ebenfalls anwesend und versprach, das Thema an seine Schüler und die Gesamtschule Bocklemünd heranzutragen.

Nachts keine Kontrollen

Einige Bürger beschwerten sich, dass das Ordnungsamt bei Problemen schwer zu erreichen sei und zu später Stunde, wenn es am See laut werde, keine Kontrollen mehr stattfänden. Mike Kaledat, Mitarbeiter beim Ordnungsamt der Stadt, wies darauf hin, dass der Ordnungsdienst bis ein Uhr morgens erreichbar sei. In den Bezirken Nippes und Chorweiler werde in Zusammenarbeit mit der Polizei zwischen 22 und 6 Uhr zudem ein Streifenwagen eingesetzt, der in Fällen von Ruhestörung ausrückt.

„Es gibt keine einfache Lösung“, sagte Bezirksbürgermeister Zöllner. Man wolle die angesprochenen Punkte nun mit dem Bürgerverein und in den politischen Gremien diskutieren.