Paketzulieferer, Handwerker und Pflegedienste finden oft keinen Parkplatz mehr. Deshalb soll es in Ehrenfeld jetzt drei weitere „Wirtschaftszonen“ geben.
Pilotprojekt in KölnHandwerker bekommen Sonderparkraum in Ehrenfeld

Gastroküchen, Housekeeping, Großküchen: Immerhin drei der Pkw auf den Stellplätzen der Wirtschaftszone an der Venloer Straße tragen Aufschriften, die auf Handwerksbetriebe oder Pflegedienste schließen lassen.
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Sie sind kein reines Zeitgeistphänomen: Laut dem Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung sind die sogenannten Wirtschaftszonen, die im Sommer 2024 als Pilotprojekt an den Start gingen, „systemrelevant für Wirtschaft und Haushalte“. Denn weil den veränderten Anforderungen an die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Wohnstraßen zahlreiche Stellplätze geopfert werden müssen, ist der Parkdruck in manchen Quartieren so groß, dass Handwerksbetriebe oder Pflegedienste zum Teil Aufträge wegen fehlender Halte- und Parkmöglichkeiten ablehnen.
Parkplätze an Stamm- und Venloer Straße fallen weg
Deshalb soll der ohnehin eng bebaute Stadtteil Ehrenfeld, der nach den Umgestaltungen auf der Venloer und Vogelsanger Straße besonders stark von Parkplatzmangel betroffen ist, nach der ersten Wirtschaftszone an der Venloer Straße 259 nun drei weitere erhalten: zwei auf der Vogelsanger Straße, und zwar vor den Hausnummern 52–56 und 106–108, sowie an der Stammstraße 29. Für die jeweils um die 15 Meter langen Wirtschaftszonen, auf denen werktags nur Liefer- und Pflegebetriebe sowie Handwerker parken dürfen, fallen jeweils drei Parkplätze weg.
Die Zonen sollen noch in diesem Sommer angelegt werden, mit blauen Bodenmarkierungen und dem absoluten Halteverbotsschild, die Gesamtkosten sind mit gut 15.000 Euro überschaubar. Für die Anwohner und den Verkehr haben sie aus Sicht der Planer auch den Vorteil, dass verzweifelte Lieferanten oder Pflegekräfte unter Zeitdruck jetzt in diesen Bereichen nicht mehr in zweiter Reihe parken müssen, was die Sicherheit für den restlichen Verkehr verbessere.

Diese Beschilderung weist seit Sommer 2024 eine Wirtschaftszone aus.
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Drei neue Wirtschaftszonen sind Teil eines Pilotprojekts in den Städten Bonn und Köln
Die Einrichtung der drei neuen Wirtschaftszonen ist allerdings immer noch Teil des Pilotprojekts, mit dem die Stadt Köln zusammen mit Bonn bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt. Die Verwaltung beobachtet also weiterhin genau, ob die gewünschten Effekte auch eintreten. Probleme gibt es durchaus, so ist der Kreis der Berechtigten allein schon durch den Begriff „Handwerker“ sehr weit gefasst. Denn es muss bislang nicht nachgewiesen werden, dass der Betreffende tatsächlich gerade vor Ort arbeiten muss. Auch die Dauer des Parkens wird nicht überprüft.
Eine behutsame Veränderung hat die Verwaltung deshalb schon eingeführt: Während auf den 2024 aufgestellten Schildern „Handwerker, Liefer- und Pflegedienste frei“ steht, wird es künftig „Handwerksfahrzeuge, Soziale Pflege- und Lieferdienste im Einsatz frei“ heißen. Über weitere „Nachschärfungen“ wird noch diskutiert.
Die Ehrenfelder Bezirksvertreter votierten einstimmig für die Einrichtung der drei neuen Wirtschaftszonen. Auf Vorschlag der Grünen-Fraktion ergänzten sie die Vorlage der Verwaltung jedoch um die Forderung nach einer Digitalisierung. Wie in Bonn sollen die Zonen also auch in Köln künftig mit elektronischen Sensoren ausgestattet werden, sodass der berechtigte Verkehr künftig über eine App Informationen über den genauen Standort einer Wirtschaftszone und deren momentanen Status – belegt oder frei – einholen kann.
