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Außenstelle: Belgisches Haus mit ungewisser Zukunft

Das Belgische Haus an der Cäcilienstraße.

Das Belgische Haus an der Cäcilienstraße.

Foto:

Peter Rakoczy

Innenstadt -

Freunden von Kunst und Kultur ist das Belgische Haus schon lange ein Begriff. Nicht nur als Sitz des Generalkonsulats des Nachbarlandes, sondern vor allem für seine kleinen, aber feinen Veranstaltungen. Das Haus an der Cäcilienstraße wird im März Schauplatz einiger Lesungen der lit.Cologne sein, erst im Januar haben junge belgische Designer im Rahmen der Passagen dort ihre Kreationen gezeigt. Im denkmalgeschützten Kammermusiksaal finden regelmäßig Konzerte und Vorlesungen statt.

Doch die Zukunft des 1950 eröffneten Hauses ist ungewiss.

Seit die belgische Regierung beschlossen hat, die Auslandsvertretung im Sommer zu schließen, steht die Frage im Raum: Was passiert mit dem Gebäude – und mit denen, die es nutzen? Neben dem Konsulat sind dies Wirtschaftsvertretungen der belgischen Regionen, Tourismusbüros und die Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelsvertretung. Auch einer Reihe deutsch-belgischer Freundschafts- und Kulturvereine dient das Gebäude als Begegnungsstätte.

Noch ist nicht entschieden, ob die Regierung das Haus verkaufen wird, wie Generalkonsul Nicolaas Buyck bestätigt. Nähere Einzelheiten dürfe er nicht nennen. Nur so viel scheint klar: Das Haus dürfte aufgrund seiner zentralen Lage für Investoren durchaus interessant sein. Und: Sollte sich die belgische Regierung dennoch entscheiden, das Gebäude zu behalten, kämen erhebliche Kosten für notwendige Renovierungsarbeiten auf sie zu.

Petition an das Außenministerium

Wohl nicht ohne Grund fürchten die derzeitigen Nutzer, dass sie bei einem Verkauf auf der Strecke bleiben. „Ein kapitalkräftiger neuer Eigentümer wird das Haus für seine eigenen Zwecke umkrempeln wollen und wenig Interesse haben, es für die bisherige Nutzung zu erhalten“, sagt Veerle Waeterloos, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Belgischen Hauses. Der Verein möchte erreichen, dass die Regierung einen Verkauf mit einer Zweckbindung verknüpft. Diese solle den neuen Eigentümer verpflichten, das Gebäude als Kultur- und Begegnungsstätte zu erhalten. Eine entsprechende Petition an das Außenministerium hat der Verein bereits verfasst.

„Jahrzehntelang hat das Haus als Brückenkopf zwischen Belgien und Nordrhein-Westfalen funktioniert. Es liegt uns sehr am Herzen, dass es diese Seele und diesen Charakter behält“, sagt Waeterloos. Man sei mit Organisationen und Persönlichkeiten im Gespräch, um der Regierung Lösungsmöglichkeiten anzubieten, ergänzt Vorstandskollege Folkert Herlyn. „Wir wollen dort kein Casino und auch keine Firma, die das Haus nicht für die Allgemeinheit öffnen kann.“