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Spielbank am Ottoplatz
So sehen die Siegerentwürfe für Kölns neues Kasino aus

Der erstplatzierte Entwurf des Büros Allmann Sattler Wappner (München).

Der erstplatzierte Entwurf des Büros Allmann Sattler Wappner (München).

  • Die Sieger sollen nun die Details ihrer Entwürfe überarbeiten. Danach wird berechnet, wie teuer die Realisierung wird.
  • Danach wollen die Westdeutschen Spielbanken in Abstimmung mit der Stadtverwaltung eine Entscheidung treffen.

Deutz – Die Jury im Wettbewerb für den Neubau eines Kasinos unmittelbar neben dem Deutzer Bahnhof am Ottoplatz hat zwei Entwürfe als Sieger gekürt, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Das Münchener Büro Allmann Sattler Wappner hat sich für ein klares, sehr gut proportioniertes Gebäude entschieden, das sich durch eine paillettenartige Fassade und eine großzügige, ellipsenförmige Fensterfront auszeichnet. Das Düsseldorfer Büro AIP Consulting setzt hingegen auf ein deutlich verschlossener wirkendes Haus mit einer Sandstein-Fassade. Als Besonderheit wurde eine höher gelegene Zufahrt für Autos eingeplant.

Der siegreiche Entwurf der Büros AIP Consulting  aus Düsseldorf.

Der siegreiche Entwurf der Büros AIP Consulting  aus Düsseldorf.

Dass zwei erste Plätze gewählt wurden, hängt damit zusammen, dass im nächsten Schritt ein Vergabeverfahren eingeleitet werden muss. Beide Büros erhalten jetzt die Gelegenheit, Details ihrer Entwürfe zu überarbeiten. Gleichzeitig muss ausgerechnet werden, wie teuer die Realisierung wird. Erst danach wollen die Verantwortlichen der Westdeutschen Spielbanken GmbH in Abstimmung mit der Stadtverwaltung eine endgültige Entscheidung treffen.

Bauarbeiten sollen Mitte 2018 beginnen

„Beiden siegreichen Entwürfen gelingt auf ganz unterschiedliche Art und Weise der Spagat, ein eigenständiges und selbstbewusstes Gebäude darzustellen, das sich zugleich durch Respekt gegenüber dem denkmalgeschützten Deutzer Bahnhof auszeichnet“, sagt Baudezernent Franz-Josef Höing. Das neue Haus werde den Ottoplatz aufwerten, sein Gesicht prägen und ihm eine neue Kontur geben. Somit wäre eine Grundvoraussetzung des Architektenwettbewerbs erfüllt. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, die Spielbank so zu gestalten, dass es sich um ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal als Abschluss des Ottoplatzes handelt. Eine besondere Herausforderung stellt das relativ schmale und spitz zugeschnittene Areal dar, auf dem gebaut werden soll. An dem Wettbewerb nahmen insgesamt 18 Architekturbüros teil.

Die Bauarbeiten auf dem 2.800 Quadratmeter großen Grundstück sollen erst Mitte 2018 beginnen. Das Kasino mit sechs Geschossen soll bis zu 27 Meter hoch werden und über eine Gastronomie verfügen. Zudem werden etwa 200 Parkplätze für die Besucher gebaut. Die Eröffnung ist für 2021 geplant.

Zuvor hatte es jahrelange Diskussionen über einen geeigneten Standort gegeben. So war etwa das Grundstück des ehemaligen Aral-Parkhauses an der Cäcilienstraße ein Thema, auf dem mittlerweile allerdings ein Hotel gebaut wird. Auch die Messe-City und das Gerling-Quartier waren im Gespräch.

Die landeseigene NRW-Bank erwartet in dem Deutzer Kasino in den kommenden 20 Jahren einen Bruttospielertrag von 700 bis 800 Millionen Euro. Die Spielbankabgabe an das Land soll rund 400 Millionen Euro betragen. Die Stadt Köln, die mit zwölf Prozent daran beteiligt ist, würde demnach etwa 95 Millionen Euro kassieren, also pro Jahr 4,75 Millionen Euro.

Pläne für das LVR-Haus: Schräg gegenüber des neuen Kasinos soll ein weiterer Neubau entstehen. Das LVR-Haus am Ottoplatz soll abgerissen werden und einem Neubau weichen. Der Landschaftsverband Rheinland („LVR“) wollte auf dem Grundstück ursprünglich eine Bruttogeschossfläche von 45.000 Quadratmetern realisieren, um mehrere vorhandene Standorte zusammenlegen zu können. Das würde pro Jahr eine Million Euro sparen. Nach Gesprächen mit der Stadt wurde das Volumen auf 38 000 Quadratmeter reduziert. 

Der Architektenwettbewerb für das neue LVR-Haus, an dem 25 Büros teilnehmen dürfen, läuft zurzeit. Der Neubau soll etwa 89,2 Millionen Euro kosten. Der Büro-Neubau soll aus drei unterschiedlichen Gebäudegrößen bestehen. Dabei handelt es sich um eine zweigeschossige Tiefgarage, eine bis zu siebengeschossige Mantelbebauung und ein Hochhaus mit einer maximalen Höhe von 73 Metern. Statt bislang 590 will der LVR am Ottoplatz in Zukunft 1.000 Mitarbeiter unterbringen.

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