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Sitzen statt Parken in Köln-Kalk
Wanderbäume laden zum Plausch ein

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Neue Sitzgelegenheiten auf der Kalker Hauptstraße

Köln-Kalk – Noch schraubten die Vertreter der Stiftung Kalk Gestalten, Mitglieder von Initiativen wie der Pflanzstelle und der Agora sowie einige Bezirkspolitiker an den nagelneuen Wagen der „Wanderbaumallee“ herum, schon entbrannten angeregte Diskussionen unter den Passanten. „Schön, dass etwas mehr Grün auf die Kalker Hauptstraße kommt und man sich einfach mal hinsetzen kann“, meinten einige, andere  beklagten wortreich den Wegfall von Parkplätzen.

Mobile Sitzgelegenheiten mit Pflanzen

Die „Wanderbaumallee“ ist eine Gruppe von mit Rädern sowie Pflanzen  versehenen Sitzgelegenheiten, die in den vergangenen Jahren vor allem im Linksrheinischen für Aufsehen gesorgt hat. Nun wurde sie  von der Stiftung Kalk Gestalten nach Kalk geholt. Momentan stehen die vier Wagen auf den Parkplätzen vor dem Stadtgarten, unweit des Cafés Schlechtrimen. Sie sollen dort zu einem neuen Treffpunkt im Veedel werden. Denn an solchen Treffpunkten und am entsprechenden Begleitgrün mangelt es im Stadtteil. Das sieht auch Joachim Spangenberg so. „Das sind vier ganz neue Wagen extra für Kalk, den Rohbau hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezahlt, wir haben die Endmontage und die Bepflanzung übernommen, zusammen mit den Fachleuten von den Abenteuerhallen Kalk“, erläuterte das Vorstandsmitglied der Stiftung.

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Endmontage am Straßenrand

Von humorlosen Autofahrern können die Wanderbäume zwecks Parkraumeroberung – wie einst in Nippes geschehen  –  kaum beiseitegeschoben werden, das verhindert eine spezielle Stützvorrichtung, zudem sind die Wagen schwer. Weil sie unter die Handkarren-Regelung der Straßenverkehrsordnung fallen, dürfen sie exakt sechs Wochen lang auf ein – und demselben Parkplatz stehen bleiben. Danach werden  Helferinnen und Helfer  die Wanderbaumalle zum nächsten Einsatzort rollen. Im Auge hat die Stiftung dabei vor allem Orte, an denen es an Grün mangelt: „Brück würde nicht so viel Sinn machen, aber in den Straßen von Kalk, Vingst oder Höhenberg wären sie sicher eine Bereicherung“, so Spangenberg.

Bürger können geeignete Orte vorschlagen

Initiativen oder Bürger, die geeignete Orte kennen, sollten sich melden, die notwendige Benachrichtigung an die Verwaltung übernehme dann der VCD, das sei nach den  Erfahrungen im Linksrheinischen schon  Routine. Der VCD werde auch zusammen mit der Stiftung die Route der Wanderbaumallee in den kommenden Monaten festlegen.   „Da würden mir sofort eine Menge Orte einfallen“, sagte zum Beispiel Rejane Radschinski, Kalker Veedelsbotschafterin der Agora Köln, die bei der Endmontage und Bepflanzung der Wagen aushalf. „Die Kalker Post käme schon mal infrage.“ Auch Silvia Marchais-Raytcherska von der Pflanzstelle beziehungsweise Mehr Grün in Kalk war  dabei und zeigte sich erfreut über das neue Angebot. „Gerade in einem Stadtteil wie Kalk, der viel zu wenige Grünflächen hat, passen die Wanderbäume sehr gut. In Kalk-Nord gibt es einige Straßen, die mir dabei einfallen.“

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Der stellvertretende Kalker Bezirksbürgermeister Vasfi Bozkurt lobte die jetzige Position der Wanderbaumalle an der Kalker Hauptstraße. Die passe gut zur aktuellen Diskussion über eine  Einbahnstraßenregelung: „Nun können die Leute sich hier hinsetzen und haben vielleicht  gute Ideen zur künftigen Gestaltung der Straße.“ Spangenberg betonte allerdings, dass der Start der Wanderbaumallee auf der Kalker Hauptstraße noch keine Stellungnahme im Rahmen dieser Diskussion sein soll: „Die Stiftung ergreift dabei nicht Partei, wir verstehen uns als Gesprächsvermittlerin.“

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