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Karneval in Köln: Geisterzug kehrt nach zehn Jahren wieder auf die Schäl Sick zurück

Jecke Geister, Monster und Dämonen wollen in diesem Jahr durch die Kalker Straße ziehen.

Jecke Geister, Monster und Dämonen wollen in diesem Jahr durch die Kalker Straße ziehen.

Foto:

Rako

Kalk. -

Nach zehn Jahren sind die jecken Geister, wandelnden Skelette und furchterregenden Monster aller Art am Karnevalssamstag mal wieder auf der Schäl Sick unterwegs. Diesmal bewegt sich der vom Verein Ähzebär un Ko e.V. organisierte Geisterzug vorrangig durch Kalk – mit Start ab 19 Uhr in Buchforst (Waldecker Straße) und dem Ende gegen 22.30 Uhr in Deutz (Deutz-Kalker-Straße). 

„Poppe, net Kloppe“

Als Motto hat man sich diesmal an den millionenfach auf T-Shirts, Postern und Ansteck-Buttons gedruckten Slogan „Make Love not War“ aus den 60er Jahren angelehnt und diesen ins Kölsche übertragen: „Poppe, net Kloppe – mer trecke för dr Fridde“.

In der Rolle des „Ähzebärs“ ist Erich Hermans auch einer der maßgeblichen Begründer des Geisterzugs, dessen Idee nach der Anti-Kriegs-Demo zum Motto „Trotzdem Alaaf“ an Rosenmontag 1991 entwickelt wurde. Damals hatten die offiziellen Karnevalisten vom Festkomitee den Zoch wegen des Golfkriegs abgesagt. Der harte Kern der kölschen Jecken zog mit politischen Botschaften aber dennoch durch die Stadt.

2500 Teilnehmer erwartet

Nun steht also schon die 26. Auflage des Geisterzuges an, mit dem auch Traditionen aus dem Mittelaltern wiederbelebt werden sollten. Hermans: „Unser Jeisterzoch soll auch eine Art Demonstration für mehr Gerechtigkeit und Frieden, aber auch für mehr Respekt untereinander sein.“ Und so will man durchaus gegensätzliche Gruppen in möglichst fantasievollen Geisterkostümen zusammenbringen: linksrheinische und rechtsrheinische, linke und konservative, Europäer, Asiaten und Afrikaner, Türken und Kurden, Kölner und Düsseldorfer, Arme und Reiche, Heteros, Lesben und Schwule, Gesunde und Kranke und viele mehr. 

Insgesamt rechnet man mit rund 2500 aktiven Teilnehmern – darunter auch zahlreichen Musik-, Samba- und Trommelgruppen wie Katakichi Cologne – und mehreren tausend Zuschauern am Zugweg.