Welche Website-Variante möchten Sie nutzen?

Mobile Ansicht Vollansicht
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Frau verlangt Schmerzensgeld: Kölnerin verklagt EMS-Studio nach Probetraining

Neuer Inhalt

EMS-Training

Foto:

dpa

Köln -

Zur Traumfigur mit möglichst wenig Aufwand – das verspricht die neue Trainings-Methode Elektro-Myo-Stimulation (EMS), bei der Muskeln mit elektrischen Impulsen  stimuliert werden. Das Kölner Landgericht hatte sich nun mit der Frage zu befassen, ob ein derartiges Training zu Nierenversagen führen kann und ob es Schmerzensgeld für Muskelkater gibt.

Eine Kölnerin hatte gegen ein Sportstudio geklagt, wo sie im  im November 2015 ein EMS-Probetraining durchgeführt hatte.  Doch anstatt eines Trainingserfolgs stellten sich aus Sicht der Kölnerin ausschließlich Beschwerden ein.

Bereits während des Trainings habe sie über Unwohlsein geklagt, doch die Betreiberin des Studios habe erklärt, das müsse so sein.

Kopfschmerzen, Unwohlsein und ein erhöhter Wert eines Enzyms im Blut, der auf ein Auflösen von Muskelfasern hingedeutet hätte, seien die Folge gewesen. Wegen des erhöhten Wertes hätte zudem, so die Kölnerin, die Gefahr eines akuten Nierenversagens bestanden. Bis heute leide sie unter Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Gliederschmerzen. Sie forderte 5.500 Euro Schmerzensgeld. 

Das Landgericht beauftragte einen Sachverständigen mit der Beantwortung der Frage, ob und welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen das Training bei der Frau ausgelöst hat. Der kam zu dem Ergebnis, dass trotz eines erhöhten Enzymwertes  keinerlei Gefahr für ein Nierenversagen bestand. Auch seien dauerhafte Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Schlafstörungen nicht auf das EMS-Training zurückzuführen. Für nachvollziehbar hielt der Sachverständige lediglich, dass sich die Kölnerin einige Tage lang unwohl fühlte und unter Kopfschmerzen litt – verursacht durch einen heftigen Muskelkater wegen der ungewohnten Belastung.

Nach dem Ergebnis des Gutachtens musste der Richter nur noch über die Frage entscheiden, ob ein schwerer Muskelkater eine derart erhebliche Einschränkung darstellt, dass Schmerzensgeld gerechtfertigt wäre. Er beantwortete die Frage eindeutig: Bei einem mehrtägigen Muskelkater, auch wenn er mit zweitägigen Belastungskopfschmerzen verbunden war, handelt es sich um eine Beeinträchtigung, wie sie nach jeder Art sportlicher Betätigung zu erwarten ist und üblicherweise von Sporttreibenden hingenommen wird. Schmerzensgeld könne man dafür nicht beanspruchen. Die Kölnerin hatte mit ihrer Klage keinen Erfolg. (sbs)