Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
header-wochenmaerkte
ANZEIGE

Nachhaltigkeit aus Überzeugung: Kennen Sie schon das Café Mobil aus Köln?

cafe-mobil-service_neu

Mit dem Café Mobil stehen Julia und Burghard auf zahlreichen Kölner Wochenmärkten.

Foto:

Café Mobil

Früher Schreiner, heute Barista. Als Burghard wieder einmal auf einer Messe in Mailand unterwegs war und einen Kaffee trank, reichte es ihm. „Ganze Wälder wandern in die Mülltonne. So wollte ich nicht weitermachen. Da kam mir die Idee mit dem Kaffee“, erzählt der 42-Jährige. Gemeinsam mit seiner Frau Julia betreibt er das Café Mobil. In einem 1972er Citroën HY stehen sie Woche für Woche auf vielen Märkten der Domstadt. 

„Wir fokussieren uns auf unsere Leidenschaft“

_MG_6915

Burghard verkauft seit 2013 hochwertigen Kaffee.

Foto:

Sarah Görtz

Schon als Kind war Burghard regelmäßig mit auf dem Wochenmarkt. Denn seine Eltern hatten einen Stand mit Kräutertees und Gewürzen, den mittlerweile seine Schwester betreibt. Doch damals war er weniger begeistert vom Konzept Wochenmarkt. „Als Kind fand ich es vor allem anstrengend – das frühe Aufstehen, das Frieren im Winter …“, sagt er. Heute sieht das anders aus: „Mit unserem Stand können wir viel besser experimentieren als in einem festen Laden. Anfangs gab es bei uns beispielsweise Crêpes und Kaffee. Heute fokussieren wir uns auf unsere Leidenschaft: den Kaffee.“

Spezialitäten-Kaffee braucht kein Siegel

_MG_6920

Auch das Innere ihres Standes haben die Händler liebevoll gestaltet.

Foto:

Sarah Görtz

Dabei ist ihm und seiner Frau vor allem eins wichtig: Nachhaltigkeit. Das zeigt sich sowohl bei der Bezahlung der Mitarbeiter als auch im Sortiment. Bei den Bohnen wird auf höchste Qualität Wert gelegt. Im Ausschank haben die beiden daher ausschließlich handverlesene Hochland-Spitzenkaffees. „Dabei brauchen wir kein Fairtrade-Siegel“, erklärt der Barista. „Zertifikate kosten nur Geld. Und das haben viele kleinere Kaffeeanbauer nicht. Die Qualität des Spezialitäten-Kaffees, den wir einkaufen und anbieten, ist so hoch, dass uns ein Siegel keinen Mehrwert bietet.“ Die Kölner Privat­röstereien Schamong und Moxxa verarbeiten die Bohnen schonend in kleinen Mengen im traditionellen Trommel­röster. Julia und ihr Mann holen diese dann mit dem Lastenrad ab. 

Verzicht auf Verpackungen

Außerdem versuchen die beiden Händler, soweit es geht, auf Verpackungen zu verzichten. „Wir decken uns privat auf dem Markt ein. Dabei ist es viel einfacher, bedarfsgerecht und ohne Verpackungen einzukaufen“, sagt er. „Bei der Milch für unser Café Mobil haben wir leider noch keine passende Alternative zum Getränkekarton gefunden. In nachhaltigeren Verpackungen gibt es nur Frischmilch und diese wird für unseren Bedarf einfach zu schnell schlecht.“ Zudem wird der Kaffee am Stand in Porzellantassen genossen. Es gibt keine Plastik- oder Pappbecher. Wer sein Heißgetränk mitnehmen möchte, kann einen Pfandbecher verwenden. 

Zeit für Genuss

Doch von „to go“ halten Julia und Burghard wenig. „Wir bieten es an, aber wir sind davon überzeugt, dass es besser ist, sich bewusst für seine Tasse Kaffee Zeit zu nehmen und sie zu genießen.“ Probieren Sie es aus!