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Kostenpflichtige Parkplätze: Raser durchbrechen Schranken am Kölner Flughafen

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Die Bezahlschranke am Flughafen Köln/Bonn ist bereits am ersten Einsatztag mehrfach beschädigt worden.

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Oliver Meyer

Köln -

Die Verantwortlichen des Flughafens Köln/Bonn hatten sich die Einführung eines  neuen  Parksystems mit Sicherheit anders vorgestellt. Gleich  fünf  Autofahrer haben die neue sechsspurige Schrankenanlage am Freitag schlichtweg übersehen.  Sie durchbrachen die grau  lackierten Schlagbäume, die bei Dunkelheit mit einem LED-Streifen beleuchtet  sind, mit teils hoher Geschwindigkeit, obwohl  in dem Bereich lediglich 30 Stundenkilometer  erlaubt sind.

Wie es passieren kann, eine so große Anlage, die zudem mit rot-weißen Baken    auffällig gekennzeichnet ist, zu übersehen, stellt das Flughafen-Team vor ein Rätsel. „Wir kleben jetzt  eine reflektierende Folie auf, um das  besonders hervorzuheben“, sagte ein Sprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Mitarbeiter des Flughafens reparierten  die Anlage unmittelbar nach den Unfällen mit  Ersatzteilen –  zeitweise standen daher nur vier der sechs Schranken zur Verfügung.

Das neue Verkehrskonzept sieht vor, dass Kurzzeitparker die Vorfahrt zu den Terminals innerhalb von zehn Minuten  wieder verlassen müssen – ansonsten wird es teuer. Wer bis zu 15 Minuten benötigt, muss 5 Euro zahlen, bei bis zu 20 Minuten sind es 8 Euro, jede weiteren fünf Minuten schlagen mit  je zwei Euro zu Buche. Nach einer halben  Stunde sind  ganze 12 Euro fällig.  Parkt jemand länger als zwei Stunden, muss er damit rechnen, dass sein  Fahrzeug  sehr schnell abgeschleppt wird.

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Die neuen Preise am Flughafen.

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Oliver Meyer

Wer seine Angehörigen oder Freunde nur bis zum Terminal bringen und dann schnell verabschieden will, kann das also auch  weiterhin kostenlos   erledigen. Das hat am Freitag, dem ersten Tag des Betriebs,    gut funktioniert. Vor den Schranken bildeten sich keine Staus, und die meisten Autofahrer schafften es, das Flughafengelände innerhalb der  zehn Minuten  wieder zu verlassen. Wer länger parken will, dem rät der Flughafen dazu, die umliegenden Parkhäuser zu benutzen. Besonders günstig  ist die Anlage P2 –  dort kostet eine Stunde drei Euro.

Der Flughafen hat sich für das neue Parksystem entschieden, weil vor allem während der Abendstunden viele die bislang kostenlosen  Parkplätze in der Abflugzone missbrauchten.  „Wir hatten es vor allem mit Autofahrern zu tun, die in der zweiten Reihe parkten und mit solchen, die die Rettungswege  versperrt haben“, sagte der  Flughafensprecher. „Das Chaos wollten wir nicht mehr.“ Auf der Vorfahrt seien jeden Tag bis zu 6000 Fahrzeuge unterwegs.

Jedes Kennzeichen wird gefilmt

Wer innerhalb  des Schrankenbereichs in ein Parkhaus fährt, muss dort kein zweites Parkticket  anfordern. Da mit Hilfe von Kameras sämtliche  Kennzeichen gefilmt und anschließend mit der Parkkarte verknüpft werden, wird diese automatisch  umcodiert.   Die bisherigen Bezahlautomaten sind  mit Klebeband versiegelt. Die Autofahrer können ihre Parkkarte  an neuen Automaten mit Bargeld oder Karte bezahlen.  Falls jemand nicht bemerkt hat, dass die kostenlosen zehn Minuten   abgelaufen sind, kann er auch  an der Schrankenanlage an der Ausfahrt bezahlen  – dort jedoch nur mit Karte.

Der Flughafen zeigte sich mit dem Start zufrieden. „Das neue System läuft und wird jetzt permanent kontrolliert und weiter verbessert“, sagte der Sprecher. Die Fluggäste bewerten die Situation  höchst unterschiedlich. Während sich einige über die Preise ärgerten, zeigten andere Verständnis – zumal  die  Schranken-Regelung auch an den Flughäfen in Frankfurt und Düsseldorf gilt. In der Landeshauptstadt  ist es sogar  teurer –  dort kosten 30 Minuten   14 Euro.

Ein großes Problem scheint die Sichtbarkeit der Schranken zu sein: Die Seite, die man vom Flughafen aus sieht, ist rot-weiß eingefärbt, ähnlich einem Absperrband. Jene Seite aber, die die Fahrer bei der Einfahrt sehen, nicht. Die roten Lichter, die die Schranke bei Nacht sichtbar machen sollen, sind am Tag wohl schlecht zu sehen.