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Fan- und Familienfest
Tausende Besucher tummeln sich vor dem Rheinenergie-Stadion

Fanfest DFB-pokal Köln

Beide Daumen hoch: Ein Fan auf dem Familienfest beim DFB-Pokalfinale der Frauen ist bester Stimmung.

Köln – Hier war jeder Sieger oder Siegerin: In einem Zeltbau der offiziellen DFB-Pokal-Tour am Rheinenergie-Stadion konnten sich am Mittwoch die Besucher des Fan- und Familienfests vor dem DFB-Pokalfinale der Frauen auf einem Podest mit der Trophäe ablichten lassen. Doch das, was in dem Zelt in einer Vitrine stand, war bloß eine Kopie. Der echte Pokal, um den am frühen Abend Titelverteidiger VfL Wolfsburg und der SC Freiburg kämpften, wurde am Nachmittag auf der Hauptbühne präsentiert, wo sich unter anderem die Cheerleader des 1. FC Köln und Kölner Sportbotschafter wie Janus Fröhlich, Toni Schumacher und Shary Reeves eingefunden hatten.

Für eine begrenzte Zeit war der Silberpokal eine Art Leihgabe an die Stadt; nun gab ihn Oberbürgermeisterin Henriette Reker an den DFB zurück. Später wanderte er an die überlegene Mannschaft weiter: Nach dem 1:0 Sieg überreichte ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an Wolfsburgs Kapitänin Nilla Fischer.

Köln war zum zehnten Mal Gastgeber des Endspiels

Alles zum Thema Henriette Reker

Zum zehnten Mal war die Stadt Gastgeberin des Endspiels der Frauen. Köln liebe seinen FC, sagte Reker, „aber wenn es um Frauen in Männerdomänen geht, dann fluppt das hier super.“ Köln sei ideal als Austragungsort des Finales in Kombination mit dem Fest, weil es am Stadion die weitläufigen Wiesen gebe, sagte Hannelore Ratzeburg, Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball im Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Trotz guter Organisation und eines tollen Angebots sei allerdings „Luft nach oben“. „Wir sind stolz, dass wir das in Köln machen können“, ergänzte Alfred Vianden, Präsident des Fußball-Verbands Mittelrhein (FVM), und machte die mit Zahlen die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs deutlich: 2010 hätten 24 Mannschaften an den FVM-Turnieren im Vorfeld des Finales teilgenommen; diesmal seien es schon 117. Rund 1200 Nachwuchstalente nahmen an den Spielen des FVM teil; dazu kamen der Sportland Talentfördercup, der Konfi-Cup und zum ersten Mal ein Turnier der Sepp-Herberger-Stiftung.

Das Angebot vor dem Stadion, wo sich Abertausende Besucher tummelten, war üppig. Wer wollte, konnte mit Bällen auf ein Ziel in Gestalt einer riesigen aufblasbaren Dart-Scheibe schießen, im Zeltpavillon des „Handwerkerinnenhauses Köln“ sägen und bohren, Kopfball-Tischtennis spielen, Frisbees gegen eine Wand werfen oder Showboxkämpfen zuschauen.

Stadt Köln warb für sich als „Köln - Sportstadt mit Herz“

Die Stadt warb für sich als „Köln - Sportstadt mit Herz“, der Verein „Plan International Deutschland“ für „Kinderschutz durch Sport“ etwa in Tansania oder Vietnam, und die Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“ bekannte auf einem Transparent: „Wir Fußballer stellen uns gegen Rassismus und Gewalt.“ „Das Finale ist immer gut besucht, aber beim Rest sieht es sehr mau aus“, sagte Jane (36), die mit ihrer gleichaltrigen Freundin Simone aus der Nähe von Passau angereist war, zum Interesse am Frauenfußball. Beide trugen eine hellgrüne Fan-Krone aus Pappe des VfL Wolfsburg.

„Das ist großartig, für jeden ist was dabei“, sagte Kevin Lock zum Fest. Mit seinem Vater Jean-Paul und knapp 50 anderen Mitgliedern einer Fangemeinschaft war der 41-Jährige im Bus aus Freiburg nach Köln gekommen. Hauptsächlich gehen Vater und Sohn zu den Spielen der Männer, aber mit dem zunehmenden Erfolg der Frauenmannschaft des SC Freiburg ist ihr Interesse an deren Turnieren gewachsen. „Und ein Finale ist ja was Besonderes.“

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Das galt nicht für diejenige Besucherin, die sich allein ihrer fünf und zehn Jahre alten Söhne zuliebe nach Müngersdorf aufgemacht hatte. Haben ihre Jungs Interesse an Frauenfußball? „Denen ist das egal. Wo DFB-Pokal draufsteht, ist Fußball drin.“ Nichts für die Mutter: „Ich finde schon Männerfußball langweilig.“

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