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Giftige Gase in Köln: Chemiefirma bedauert späte Information der Bevölkerung

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Carbosulf Chemische Werke GmbH (Bildmitte) in Köln.

Foto:

Google/Image Landsat/Copernicus

Köln-Niehl -

Das Unternehmen Carbosulf in Niehl hat eingeräumt, die Öffentlichkeit nach einem Chemieunfall am Mittwochabend nicht ausreichend schnell informiert zu haben. Am 22. August war gegen 22.11 Uhr aus einem Riss eines Rohres an der Geestemünder Straße Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid ausgetreten. Schwefelwasserstoff gilt als giftig und kann Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Krämpfe und Bewusstlosigkeit hervorrufen.

Das Unternehmen hatte zunächst weder Feuerwehr noch die zuständige Bezirksregierung informiert und erst gegen 2.47 Uhr eine Pressemitteilung versendet. Zahlreiche Anwohner im Kölner Norden hatten zuvor einen fauligen Geruch in der Luft bemerkt.

„Wir bedauern es sehr, dass durch dieses Ereignis große Unsicherheit und Unannehmlichkeiten in der Bevölkerung entstanden sind und wir nach heutiger Erkenntnis nicht ausreichend informiert haben“, sagte Jos Claessen, Leiter des Werkes. Der betreffende Anlagebereich sei umgehend abgeschaltet worden, so dass der Austritt der Substanzen schnell hätte gestoppt werden können. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden.

Das Unternehmen, ein Tochterfirma von Akzo Nobel, will künftig die Informationen schneller veröffentlichen. „Unsere Nachbarn sind uns sehr wichtig und deshalb möchten wir sie schneller und besser informieren“, so der Werkleiter. Dies erfordere eine gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und anderen Behörden. Carbosulf begrüße eine Untersuchung des Vorfalls durch einen von der Bezirksregierung bestellten unabhängigen Sachverständigen.